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Niedersachsen Höft & Wessel tauft sich in Metric um
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Höft & Wessel tauft sich in Metric um
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11:57 21.05.2015
Von Jens Heitmann
Bald gibt’s neue Firmenschilder: Die Höft-&-Wessel-Zentrale in Hannover-Lahe. Quelle: christian behrens
Hannover

Andererseits wäre Höft & Wessel vielleicht immer noch „ihr“ Unternehmen, wenn sich die beiden vor 16 Jahren nicht zum überteuerten Kauf der britischen Metric hätten hinreißen lassen.

Es waren wilde Zeiten damals. Die Euphorie am Neuen Markt hatte auch den Elektronikspezialisten Höft & Wessel an die Börse gebracht - für umgerechnet knapp 70 Euro wurden die Aktien 1998 zugeteilt: Der Trend zur mobilen Datenerfassung schien den Anlegern den hohen Preis zu rechtfertigen. Doch um die Wachstumsstory um weitere Kapitel anzureichern, musste das frische Kapital auch investiert werden. Höft und Wessel kauften für fast 20 Millionen Euro die Metric - davon hat sich das Unternehmen nie wieder richtig erholt.

Schon wenige Monate später schlidderte Höft & Wessel erstmals in die roten Zahlen, die Aktie stürzte an nur einem Tag um 40 Prozent ab. Anders als die meisten Firmen am Neuen Markt überlebten die Hannoveraner, von denen zum Beispiel die Fahrkartenautomaten der Nahverkehrsbetriebe Üstra stammen, das Ende dieses Börsensegments - aber nur um den Preis eines langen Siechtums. Verlustjahre lösten Perioden mit Mini-Gewinnen ab, die Tochter Metric steckte die meiste Zeit in den roten Zahlen. Dass jetzt ausgerechnet ihr Name für den Neustart von Höft & Wessel stehen soll, entbehrt nicht der Ironie.

Allerdings waren die Briten für die jüngste Krise der Muttergesellschaft nicht mehr verantwortlich: Seit zwei Jahren liefern sie in Hannover Gewinne ab. Für die Beinahe-Insolvenz war das frühere Management in der hiesigen Zentrale verantwortlich, das Aufträge offenbar recht sorglos kalkuliert hatte. Der vom neuen Hauptaktionär Droege eingesetzte Vorstand will die Altlasten aus dem Weg räumen und dann mit einem unbelasteten Namen durchstarten.

Unternehmen, die viel Geld haben, beauftragen für die Suche nach einem neuen „Brand“ gern teure Agenturen - die Hannoveraner konnten sich das sparen: Die vergleichsweise kleine Firma leistete sich lange den Luxus von vier Marken - neben Höft & Wessel standen „Almex“ für die Sparte Ticketing, „Skeye“ (Datenerfassung) und „Metric“ (Parkautomaten). Es soll Werbekugelschreiber geben, auf denen alle vier Namen stehen. Jetzt bleibt nur einer übrig.

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