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00:15 30.08.2015
Von Lars Ruzic
„Amt mit Freuden ausgeübt“: Hannes Rehm hört als Präsident auf. Quelle: Rainer Surrey
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Hannover

Die Mitglieder werden für die kommenden vier Jahre über die Leitlinien und die Höhe der Mitgliedsbeiträge der Industrie- und Handelskammer bestimmen, in der die Unternehmen Zwangsmitglieder sind.

Gleich auf ihrer konstituierenden Sitzung wird die neue Vollversammlung im Februar 2016 zudem einen neuen Präsidenten wählen müssen. Der bisherige Amtsinhaber Hannes Rehm, einst Vorstandsvorsitzender der Nord/LB und später des staatlichen Bankenrettungsfonds Soffin, will nach acht Jahren an der IHK-Spitze nicht noch einmal antreten. „Ich gebe diese Aufgabe in einem gut aufgestellten Haus gern an einen Nachfolger weiter“, sagte Rehm. Ohnehin sehe die IHK-Satzung einen turnusmäßigen Wechsel nach zwei Amtszeiten vor.

„Ich habe dieses Ehrenamt mit Freude ausgeübt und denke, dass wir in den letzten acht Jahren viel erreicht haben“, sagte der 72-Jährige gestern. In vielen Bereichen habe die Kammer, deren Bezirk einen großen Teil Niedersachsen abdeckt, „bundesweit eine Vorreiterrolle eingenommen“. So habe man vor sechs Jahren als erste Kammer überhaupt das Modell der Beitragsrückgewähr eingeführt und seither in jedem Jahr Beiträge gesenkt oder den Mitgliedern zum Teil zurückerstattet.

Allein für das laufende Jahr hat die Kammer ihren Mitgliedern die Hälfte der regulären Beiträge erlassen. Die finanzielle Situation der IHK ist derzeit so gut, dass sie sogar schon den Landesrechnungshof auf den Plan gerufen hat. Da es sich aus Pflichtbeiträgen finanziert, darf das Selbstverwaltungsorgan der Wirtschaft kein Geld horten. Die IHK Hannover-Hildesheim sitzt derzeit jedoch auf hohen Rücklagen, die nach IHK-Angaben zur Finanzierung eines Neubaus der Kammerzentrale in Hannover verwendet werden sollen. Man habe das Geld ansparen wollen, um den geplanten Neubau nicht über Bankkredite oder Sonderbelastungen für die Mitglieder zu finanzieren, argumentiert die Kammer.

Rehm hatte sich als Präsident zuletzt vor allem für die Berufsausbildung starkgemacht. So habe man bei der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse ein deutschlandweit einzigartiges Modell aufgebaut, bei dem die Beratung und Prüfung der Migranten aus einer Hand erfolge. Hinzu kam zuletzt eine Ausbildungsinitiative gegen den Fachkräftemangel.

Rehms Nachfolger wird die Vollversammlung aus ihrer Mitte wählen, den Vorschlag macht meist der scheidende Präsident. Hinter den Kulissen soll es bereits Sondierungsgespräche geben. Das Ehrenamt ist zwar prestigeträchtig, aber auch zeitaufwendig. In Präsidiumskreisen gilt HDI-Chef Christian Hinsch als möglicher Kandidat.

Zurück zur Briefwahl

Hoffnung auf mehr Resonanz: Eine derart miserable Wahlbeteiligung erreichen nicht einmal Kommunalwahlen. Gerade 5,1 Prozent der Unternehmen haben vor vier Jahren bei der letzten Wahl zur IHK-Vollversammlung ihre Stimme abgegeben. Das habe auch an einem am Ende zu komplizierten Online-Wahlprozess gelegen, heißt es bei der IHK. Dieses Mal setzt die Kammer wieder allein auf die Briefwahl. In diesen Tagen bekommen die Betriebe der IHK-Branchen (siehe Grafik) Post. Bis zum 18. September müssen sie ihren Stimmzettel zurückschicken, wenn er gültig sein soll. IHK-Präsident Hannes Rehm appellierte an die Firmen, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Es sei „ein Beitrag für eine starke Stimme der Wirtschaft aus unserer Region“. Dabei gilt: ein Unternehmen – eine Stimme, unabhängig von der Größe. Die großen Branchen Industrie, Handel und Dienstleistungen sind regional aufgeteilt, damit sich die Bandbreite des Bezirks, der sich von Diepholz bis Göttingen erstreckt und 40 Prozent der niedersächsischen Wirtschaft repräsentiert, auch in der Versammlung widerspiegelt. Bei den kleineren Branchen gibt es diese Aufteilung nicht. So kommen die sechs Kandidaten der Versicherungsbranche alle aus Hannover.

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