Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen IHK fordert mehr Praxis in der Schule
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen IHK fordert mehr Praxis in der Schule
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:31 27.01.2017
Von Jens Heitmann
Praktische Ausbildung ist wichtig, sagt die IHK – auch um die Abbrecherquote zu verringern.Foto: dpa Quelle: Daniel Bockwoldt
Hannover

Wer neue Auszubildende in die Betriebe locken wolle, müsse das Image der dualen Berufsausbildung verbessern, sagte IHKN-Präsident Christian Hinsch am Freitag in Hannover. Deutschland fehle es nicht an Akademikern, sondern an Fachkräften. Vielen Schülern und Eltern sei nicht bewusst, dass ein Studium den beruflichen Aufstieg nicht automatisch befördere: „Gute Versicherungskaufleute haben heute bessere Karrierechancen als mittelmäßige Juristen.“ Hinsch ist im Hauptberuf Vorstand beim Assekuranzkonzern Talanx.

Im vergangenen Jahr haben die Kammern in Niedersachsen den Abschluss von knapp 10 000 Ausbildungsverträgen verzeichnet - ein Minus von rund 3 Prozent im Vergleich zu 2015. Mit Besorgnis registrieren die Betriebe, dass etwa ein Viertel der Lehrlinge die Ausbildung nicht zu Ende bringt. „Das ist zu viel“, sagte der Hauptgeschäftsführer der IHK Hannover, Horst Schrage.

Abrecherquote zu hoch

Um die Abbrecherquote zu senken, plädiert die IHKN dafür, Jugendliche früher an den beruflichen Alltag heranzuführen. Ein Schritt in die richtige Richtung seien Pläne der Landesregierung, die Berufsorientierung an allen Schulformen auszubauen - also auch an den Gymnasien. „Die duale Ausbildung muss ein stärkeres Gewicht bekommen“, sagte Schrage. Dazu zähle auch die Idee der „offenen Hochschule“ - also der Möglichkeit, auch ohne Abitur ein Studium aufnehmen zu können.

Zudem möchten die Kammern den Praxisbezug in den Berufsfachschulen erhöhen. Es gelte, das Angebot einer einjährigen Ausbildung für Haupt- und Realschulabsolventen, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, enger mit dem Alltag in den Betrieben zu verzahnen. Das könne zum Beispiel dadurch gelingen, dass die Schüler jeweils zwei Tage in der Woche Praktika in Unternehmen absolvierten, sagte Schrage. Für entsprechende Pilotprojekte stehe man zur Verfügung.

Sorgen machen sich die Kammern auch um die Zukunft der Berufsschulen. Durch den Geburtenrückgang sei die duale Ausbildung in der Fläche gefährdet, hieß es. Ziel müsse es sein, auch bei sinkenden Schülerzahlen möglichst alle Standorte zu erhalten. Nach Einschätzung der IHKN kann das nur gelingen, wenn die einzelnen Schulen enger kooperieren - etwa indem sie sich arbeitsteiliger organisieren und bestimmte Fächer gemeinsam unterrichten. Auch die Kommunen als Schulträger seien hier gefordert, erklärte Schrage: „So ein Konzept funktioniert nur über die Landkreisgrenzen hinweg.“

Neue Einheit

Die Industrie- und Handelskammern in Niedersachsen sprechen seit Jahresbeginn wieder mit einer Stimme. Elf Jahre nach der Spaltung in zwei Lager haben sich die sieben Kammern auf einen Neuanfang unter einem Dach verständigt – der IHK Niedersachsen (IHKN). Erster Präsident ist der hannoversche IHK-Chef Christian Hinsch. Künftig rotiert das Ehrenamt zwischen den Kammern. Auf der Ebene darunter gibt es drei Hauptgeschäftsführer: Horst Schrage von der IHK Hannover und Susanne Schmitt vom in die IHKN integrierten Niedersächsischen Industrie- und Handelskammertag (NIHK) sind als feste Vertreter gesetzt – der Dritte im Bunde aus dem Kreis der übrigen sechs Kammern soll alle zwei Jahre rotieren.

Das Bundeskartellamt hatte führenden Süßwarenherstellern vorgeworfen illegal Informationen ausgetauscht zu haben. Der Kekshersteller Bahlsen muss nun eine Strafe von 8,5 Millionen Euro zahlen. Ein Rechtsanwalt der Süßwarenindustrie kündigte aber bereits an, gegen das Urteil vorgehen zu wollen.

26.01.2017

Der japanische Drucker- und Kopierer-Konzern Ricoh plant einen massiven Personalabbau am Standort Hannover. Insgesamt will der Konzern in Deutschland 484 Vollzeitstellen streichen, die meisten davon in Hannover, wo der Konzern seine Deutschland-Zentrale betreibt. 

Lars Ruzic 29.01.2017

Die Erwartungen der Unternehmen verdüstern sich, die Bundesregierung rechnet mit einem geringeren Wachstum – und im HAZ-Hannover-Trend fehlt das Wachstum.

Lars Ruzic 25.01.2017