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In den VW-Werken wächst die Unruhe

Belegschaft verunsichert In den VW-Werken wächst die Unruhe

Der geplante Zukunftspakt bei Volkswagen sorgt für wachsende Unruhe bei den Beschäftigten. Die Verhandlungen zwischen Management und Betriebsrat steuern auf die Zielgerade zu. Die Gespräche über die Neuorganisation der deutschen VW-Werke sind zwar streng geheim - doch immer neue Gerüchte verunsichern die Belegschaft.

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Wie viele Mitarbeiter werden in Zukunft in den VW-Fabriken benötigt? Der Konzern will die Produktivität kräftig steigern. Foto: dpa

Quelle: Peter Endig

Hannover. Die Arbeitnehmervertreter haben deshalb kurzfristig für den kommenden Donnerstag eine Betriebsversammlung im Wolfsburger Stammwerk anberaumt, zu der rund 20 000 Beschäftigte erwartet werden.

Gestern berichtete das „Handelsblatt“, dass bis zum Jahr 2020 in den Werken leicht jede dritte Schicht gestrichen werden könne - „ohne dass nur ein Auto weniger gebaut wird“. Dies halten Eingeweihte für überzogen. Klar ist jedoch: Volkswagen leistet sich oft Zusatz- und Wochenendschichten, für die hohe Zuschläge gezahlt werden müssen. Derzeit ist das beispielsweise in hohem Maße im hannoverschen Werk der Fall. Sie sollen in Zukunft möglichst vermieden werden.

Angeblich sollen die Werke ihre Produktivität um bis zu 8 Prozent pro Jahr steigern - was deutlich über dem Branchenschnitt liegen und den Nachholbedarf der deutschen VW-Werke offenbaren würde. Der „Zukunftspakt“ soll die deutschen Fabriken - darunter die sechs niedersächsischen Standorte Wolfsburg, Hannover, Braunschweig, Salzgitter, Osnabrück und Emden mit insgesamt gut 120 000 Mitarbeitern - auf den dramatischen Wandel vorbereiten, der der Automobilindustrie insgesamt bevorsteht.

Setzt sich die Elektromobilität durch, werden die Autos wesentlich einfacher zu fertigen sein und die Fabriken deutlich weniger klassische Produktionskräfte benötigen als bisher. Die Aufgaben ganzer Standorte - wie etwa des Motorenwerks in Salzgitter - könnten entfallen. Gleichzeitig wächst der Anteil von Software und IT im Fahrzeug, nicht zuletzt durch die Entwicklung zum selbststeuernden Auto. Dafür wiederum fehlen Volkswagen absehbar ausreichende Kompetenzen.

Der Zukunftspakt soll die künftige Arbeitsteilung zwischen den Werken skizzieren. Gleichzeitig wird der Konzern in den kommenden Jahren Zehntausende Beschäftigte umschulen oder nach Hause schicken müssen. Betriebsratschef Bernd Osterloh hat bereits durchblicken lassen, dass in den kommenden zehn Jahren ja bis zu 25 000 Mitarbeiter über die bestehende Altersteilzeitregelung das Unternehmen verlassen könnten. Dabei profitiert VW davon, dass gerade die geburtenstarken Jahrgänge ins entsprechende Alter kommen.

US-Richter entscheidet: In San Francisco wird heute die endgültige Entscheidung des US-Richters Charles Breyer im milliardenschweren Vergleich von VW und diversen Klägern erwartet, die gegen den Konzern wegen des Abgas-Skandals vorgegangen sind. Beide Seiten haben sich im Sommer auf ein Entschädigungs- und Nachbesserungspaket im Gesamtvolumen von bis zu 16,5 Milliarden Dollar verständigt, das Breyer bereits wohlwollend zur Kenntnis genommen hat.

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