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Imame-Staatsausbildung

Innenminister Schünemann will Hasspredigten verhindern

Von Michael B. Berger

Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann hat einen ehrgeizigen Plan entworfen: Das Land soll in die Ausbildung von Imamen einsteigen – auch um zu verhindern, dass in den Moscheen „Hasspredigten“ gehalten werden.
Uwe Schünemann

Uwe Schünemann

© Tim Schaarschmidt

Sie sind in der islamischen Welt die Vorbeter und nach schiitischer Auffassung sogar die legitimen Nachfahren des Propheten Mohammed: die Imame. „Auch für gelingende oder auch nicht gelingende Integration ist ihr Wirken nicht zu unterschätzen“, sagt Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann. Deshalb hat der CDU-Politiker, der auch für Integration zuständig ist, jetzt einen ehrgeizigen Plan entworfen. Das Land soll in die Ausbildung von Imamen einsteigen – auch um zu verhindern, dass in den Moscheen „Hasspredigten“ gehalten werden.

2600 Moscheen gibt es in Deutschland, 233 von ihnen in Niedersachsen. Die Vorbeter in den Moscheen kämen meist aus der Türkei und würden für zwei bis drei Jahre zum Dienst nach Deutschland geschickt, sagte Schünemann dieser Zeitung am Mittwoch. „Die Imame haben großen Einfluss auf die Migranten. Wenn sie selbst aber kein Deutsch sprechen und nur sehr kurz im Lande sind, ist die Gefahr der Isolation groß – bis hin zur Hasspredigt.“

In Gesprächen mit dem türkischen Religionsattaché, aber auch anderen Islamexperten, ist Schünemann auf großes Interesse daran gestoßen, in Niedersachsen eine generelle Imamausbildung einzurichten – als staatliches Angebot an die freien Moscheevereine sowie an die Moscheen, die zur türkisch-staatlichen Ditib-Organisation zählen. Denkbar wäre ein zweigefächertes Angebot, sagte Schünemann: „Zum einen eine Art einjähriger Crashkurs mit Staatsbürgerkunde, Deutsch und auch der Auseinandersetzung mit der christlichen Ökumene, etwa als Weiterbildung für die Ditib-Imame; zum anderen als längeren Studiengang, der zum Bachelor-Abschluss führt.“ Da man ohnehin einen Mangel an islamischen Religionslehrern habe, könnte man diesen in Deutschland ausgebildeten Imamen auch eine Teilzeitstelle als Lehrer anbieten. Für finanziell schwache Moscheegemeinden könnte dies ein Anreiz sein, findet Schünemann.

Mit einem derartigen Projekt betritt Niedersachsen Neuland, zumindest kulturgeschichtlich. Beim interministeriellen Arbeitsgespräch mit dem Kultus- und dem Wissenschaftsministerium hat Schünemann Unterstützung erfahren. „Das Projekt setzt natürlich Interesse auf islamischer Seite voraus“, sagte der Innenminister. Dank der vielen Einwanderer aus der zweiten und dritten Generation sei dieses Interesse aber vorhanden. Eine Art Konkordat bräuchte man für dieses staatliche Angebot nicht zu schließen, meint Schünemann. Er ist ohnehin skeptisch, ob so etwas überhaupt zustande käme: „Das kann ich mir in naher Zukunft nicht vorstellen. Besser, man tastet sich in konkreten Fragen heran.“

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  • Imame unter Generalverdacht: Sind alle Imame gefährlich, ausser die der Staat ausbildet? Jens Adler – 24.04.09
    Warum denkt mann immer an das Negative, wenn bezüglich Islam positive Projekte vorgestellt werden. Ich dachte der Innenminister möchte Imame ausbilden, um zu einem den Islam in das deutsche Staatsgefüge zu integrieren. Nun heisst es er wolle Imame ausbilden, um Hasspredigern den Riegel vorzuschieben. Was macht er eigentlich mit seinem eigenen Klientel. Was will er denn mit Hasspredigern unter christlichen Kirchen, wie Piusbrüder oder andere machen
  • Staatsausbildung für Imame Michael B. Berger – 23.04.09
    Guten Tag. Ich habe mir erlaubt, in meinem Weblog auf Ihren Artikel Bezug zu nehmen. Bitte schauen Sie hier: http://engel-en-blog.de/?p=1809

    Mit freundlichen Grüßen
    Hans Blazejewski

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