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Autoversicherungen werden sich grundlegend ändern

Talanx Vorstand im Interview Autoversicherungen werden sich grundlegend ändern

Die Versicherungsbranche befindet sich im Umbruch. Die Talanx mit Sitz in Hannover ist dabei keine Ausnahme. Im Interview äußert sich der Talanx-Vorstand Jan Wicke zum Geschäft mit Privatkunden, der Konkurrenz und der Preisentwicklung am Markt.

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Das Geschäft mit Autoversicherungen wird sich grundlegend ändern, sagt Talanx-Vorstand Jan Wicke

Quelle: Körner

Hannover. Ihre Hauptaufgabe ist es zurzeit, das Talanx-Geschäft mit Privatkunden in Deutschland zu sanieren. Wie weit sind Sie damit inzwischen gekommen?
Ich bin sehr, sehr zufrieden, was die Umsetzung unseres im vergangenen Jahr gestarteten Programms zur Effizienzsteigerung angeht. Wie berichtet, wollen wir bis 2020 die jährlichen Kosten um rund 240 Millionen Euro reduzieren. Wir liegen gut im Plan.

In welchen Bereichen liegen die Hauptprobleme?
Unsere Kosten sind besonders bei der HDI-Versicherung zu hoch, was vor allem mit großen Rückständen in den Prozessen und der IT, also der Daten- und Informationstechnik, zu tun hat. Aber wir kommen hier jetzt gut voran.

Können Sie dafür ein Beispiel nennen?
Ja, sogar mehrere. Wir haben eine Schaden-App, mit der wir gemeinsam mit unseren Kunden Schäden sehr schnell abarbeiten. Und: Nach nur einem Jahr intensiver Arbeit starten wir jetzt im Online-Geschäft mit Autoversicherungen mit neuen Produkten. Die gesamte Abwicklung vom Vertragsabschluss bis zum Ausdruck der Police läuft automatisch ab – jedenfalls überwiegend. Nach und nach wollen wir weitere Versicherungsangebote und den Bestand auf das neue System umstellen. Damit werden wir aber vor 2019 nicht fertig sein.

Was haben die Kunden davon?
Der Online-Abschluss wird für die Kunden schneller und einfacher. Insbesondere kommen wir aber auch mit einem neuen flexiblen Preissystem auf den Markt.

Was bedeutet das?
Sie können sich das so vorstellen wie an der Tankstelle. Dort ändern sich die Benzinpreise laufend je nach Marktlage. So wird es auch bei unserer Autoversicherung sein. Wir werten ähnlich wie Amazon fortlaufend Daten aus – Kundendaten ebenso wie die jeweiligen Preise der Wettbewerber. Der Kunde soll dann immer ein attraktives individuelles Angebot bekommen. Dies kann sich von Stunde zu Stunde ändern.

Wollen Sie dabei immer die Konkurrenz unterbieten?
Wir wollen besser sein. Allerdings wird es dabei nicht um Riesenbeträge gehen. Und natürlich muss immer sauber kalkuliert werden, die Prämien müssen also risikoadäquat sein.

Vermutlich werden auch andere Anbieter ähnliche Systeme nutzen. Was bedeutet das für die Kunden?
Wenn solche Systeme von mehreren Unternehmen genutzt werden, werden wir größere kurzfristige Preisschwankungen bekommen. Es wird vermutlich mittelfristig ein Unterschied sein, ob Sie zum Beispiel jetzt oder in einer Woche eine Autoversicherung für das nächste Jahr abschließen. Ich kann mir vorstellen, dass wir in einigen Jahren mit Schwankungen von bis zu 10 Prozent von einem Tag auf den anderen rechnen müssen.

Und was passiert mit den Prämien insgesamt?
Ich erwarte, dass die Preise langfristig weiter unter Druck geraten. Das ist unvermeidlich. Für uns bedeutet das, dass wir unsere Systeme und Prozesse drastisch effizienter machen müssen. Schließlich entfällt auf diese Versicherungssparte rund die Hälfte unserer Beitragseinnahmen in der Schadenversicherung.

Wird es bei Talanx Deutschland als Folge der Kostensenkung Entlassungen geben?
Wir versuchen das zu vermeiden, indem wir den Personalabbau über die Zeit verteilen. Insgesamt sollen 930 Vollzeitstellen bis 2020 wegfallen. Die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern laufen sehr konstruktiv. In nächster Zeit benötigen wir ohnehin noch viele Mitarbeiter, weil wir alte und neue Systeme parallel fahren müssen, das ermöglicht uns sozialverträgliche Lösungen.

Ihr Geschäftsbereich ist seit Langem eine Dauerbaustelle. Wie kommen die Beschäftigten damit klar, wie gehen Sie selbst damit um?
Ich kann verstehen, dass der Umbau viele Mitarbeiter belastet. Und Sie können mir glauben, dass es mehr Spaß macht, Arbeitsplätze aufzubauen als abzubauen. Aber wir müssen das machen – und ich glaube, das wird verstanden. Außerdem geben wir vielen Mitarbeitern, gerade jungen Leuten, interessante neue Aufgaben. Wir haben uns von vielen Beratern getrennt und die Aufgaben zu einem großen Teil unseren eigenen Leuten übertragen. Sie fühlen sich dadurch verantwortlich, die Herausforderung macht ihnen Freude.  

Wann wird das deutsche Privatkundengeschäft für den Talanx-Konzern wieder profitabel?

In diesem Jahr. Wir werden nach zwei Jahren mit Verlust jetzt wieder schwarze Zahlen schreiben.

Interview: Albrecht Scheuermann

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