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Niedersachsen Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven wächst
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven wächst
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22:17 05.08.2011
Ein Jahr vor der Eröffnung des Jade-Weser-Ports ist auf der Großbaustelle noch viel zu tun. Quelle: dpa
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Wilhelmshaven

Wie ein Fächer breitet sich das Schienennetz vor dem Deich in Wilhelmshaven aus. Mit jeder Weiche verdoppelt sich die Zahl der Gleise, bis es 16 sind. Dahinter erstreckt sich eine riesige Sandwüste, Baumaschinen und Arbeiter sind auf dem gigantischen Areal unterwegs.

Ein Jahr vor der geplanten Eröffnung des Jade-Weser-Ports bleibt in Wilhelmshaven noch viel zu tun: Was einmal Deutschlands einziger Tiefwasserhafen werden soll, ist noch eine Großbaustelle, aber Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) ist zuversichtlich, dass am 5. August 2012 das erste Containerschiff anlegen wird. „Der Countdown läuft“, sagt er am Freitag in Wilhelmshaven. Aber der Hafen wird rechtzeitig fertig, versichert Bode. Und auch der Kostenrahmen von insgesamt 1,5 Milliarden Euro werde eingehalten.

Das Projekt ist gigantisch, genauso groß sind die Erwartungen. 77 Güterzüge sollen täglich, wenn bis spätestens 2016 die Bahnstrecke von Wilhelmshaven nach Oldenburg zweigleisig ausgebaut ist, von und zum Hafen fahren können. Der Zugverkehr auf der Strecke werde sich bis dahin im Vergleich zu heute verdoppeln, sagt Ulrich Bischopping, der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für die Region.

Es ist kein Tag für Tiefstapelei. Laut Finanzminister Hartmut Möllring (CDU), der am Freitag ebenfalls nach Wilhelmshaven gekommen ist, hat die Investition in den Jade-Weser-Port für Niedersachsen dieselbe Bedeutung wie der Bau des Mittellandkanals vor 100 Jahren – und zwar nicht nur für die Region, in der mit dem Start im kommenden Jahr 300 bis 400 neue Arbeitsplätze entstehen sollen, sondern für das ganze Land. Möllring erzählt von einem Logistikzentrum, das in Erwartung der Fertigstellung des Hafens im südlichsten Ort Niedersachsens, in Staufenberg (Kreis Göttingen), entstehen soll. Wenn der Hafen mit seiner 1,7 Kilometer langen Hauptkaje erst einmal vollständig in Betrieb ist, dürften allein in der Region um Wilhelmshaven 1000 neue Arbeitsplätze entstanden sein, rechnet Bode.

14 Kilometer Gleise wurden im Hafengebiet verlegt, 80 000 Kubikmeter Beton sind bereits verbaut, 80 000 Tonnen Stahl und eine Million Steine allein für die Dämme. Eine Zeit lang haben 300 Arbeiter rund um die Uhr Sand aufgeschüttet für das beinahe 300 Hektar große Gelände, 45,3 Millionen Kubikmeter insgesamt seit 2008.

Der Pluspunkt des Hafens mit seinem 18 Meter tiefen Becken wird sein, dass hier selbst die größten Containerschiffe noch anlegen können – voll beladen und unabhängig von der Tide. 1000 Meter Anlegeplatz sollen zum August 2012 fertig sein, der übrige Teil ein Jahr später. Dann können in Wilhelmshaven 2,7 Millionen Standardcontainer jährlich umgeschlagen werden.

Der zukünftige Betreiber des Terminals, Eurogate, hat dafür in China bereits acht riesige Kräne bestellt. 60 Tonnen Gewicht kann jeder von ihnen heben. 70 Meter weit reichen ihre Arme über die Hafenkante. Sie können Container in 25 Reihen auf den Schiffen stapeln, erzählt Marcel Egger, Geschäftsführer der Eurogate Container Terminal Wilhelmshaven.

Die Vorfreude auf den Hafen ist groß. Die Schlepper, die die riesigen Containerschiffe in den Hafen bugsieren sollen, bekommen ihren eigenen Hafen mit acht Liegeplätzen, erklärt Axel Kluth von der Jade-Weser-Port Realisierungsgesellschaft. „Machen Sie mal 16“, ruft ihm Egger von Eurogate im Scherz zu.

Karl Doeleke

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