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Arbeitsmarkt 2013

Jobsuche in Niedersachsen wird schwieriger

Von Lars Ruzic

Obwohl sich die Stimmung in Niedersachsens Betrieben zuletzt wieder aufgehellt hat, dürfte der Arbeitsmarkt davon 2013 nur wenig spüren. Ein weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit sei zwar möglich – ein leichter Anstieg aber wahrscheinlicher, sagte der Chef der Arbeitsagentur in Niedersachsen, Klaus Stietenroth, am Mittwoch in Hannover.
Foto: Die Arbeitsagentur in Niedersachsen will jüngere Arbeitslose – etwa für die Lagerwirtschaft – umschulen.

Die Arbeitsagentur in Niedersachsen will jüngere Arbeitslose – etwa für die Lagerwirtschaft – umschulen.

© dpa

Hannover. Er sei zuversichtlich, dass sich die Zahl zumindest auf dem Durchschnittswert des Vorjahres stabilisieren lasse. 2012 waren mit 265.000 Arbeitslosen in Niedersachsen so wenig Menschen ohne Job wie seit 20 Jahren nicht. Der Arbeitsmarkt hinkt der Konjunkturentwicklung traditionell hinterher. So erklärt sich auch, dass die Arbeitskräftenachfrage im Januar weiter nachgegeben hat. Der entsprechende Index der Arbeitsagentur fiel um vier auf 174 Punkte und liegt damit weit unter dem Vorjahreswert von 201 – der allerdings einen Rekordstand markiert hatte.

Deshalb wollte Stietenroth auch der positiven Sicht der Industrie- und Handelskammern sowie der amtierenden Landesregierung nicht uneingeschränkt folgen, die einen weiteren Rückgang der Arbeitslosenzahlen erwarten. „Das Risiko, arbeitslos zu werden, ist weiterhin relativ gering. Für Arbeitslose wird es 2013 jedoch schwieriger, eine neue Beschäftigung zu finden“, sagte der Chef der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen.

Damit sich zumindest die Chancen der Arbeitslosen im Alter zwischen 25 und 35 Jahren verbessern, die keine Berufsausbildung haben, startet die Arbeitsagentur eine „Initiative zur nachträglichen Qualifizierung“. Durch Umschulungen sollen die immerhin rund 30.000 Betroffenen in Niedersachsen einen Berufsabschluss nachholen können. „Wir wollen das Potenzial an Menschen im besten erwerbsfähigen Alter besser ausnutzen“, sagte der Chef der Grundsicherung, Klaus Oks. Gleichzeitig gebe man den Menschen eine neue Perspektive.

Bisher hatten die Agenturen bei jüngeren Arbeitslosen eher auf eine schnelle Weitervermittlung gesetzt – zur Not auf den nächsten niedrig qualifizierten Job. Das sei auch so lang opportun gewesen, wie es Massen an Arbeitslosen gab, erklärte Stietenroth. Inzwischen könne sich die Agentur aber die Zeit – und das nötige Geld – nehmen, um die Betroffenen nachhaltiger zu qualifizieren. Immerhin wird der Staat den Menschen so länger Arbeitslosengeld zahlen müssen als wenn sie schnell wieder vermittelt würden. Oks appellierte an die Betriebe, Umschulungsplätze zur Verfügung zu stellen. Geeignet seien zum Beispiel Lehrstellen, für die auf klassischem Wege keine geeigneten Bewerber gefunden wurden. Oks sieht gerade im Pflegebereich, in der Metallindustrie und der Logistikwirtschaft, die bereits über Fachkräftemangel klagten, ein großes Potenzial.

Wenig Kurzarbeit

Entspannt blickt Stietenroth auf die Entwicklung der Kurzarbeit. Im Dezember 2012 hätten mit 170 Betrieben nahezu genauso viele von dem Instrument Gebrauch gemacht wie im Vorjahr. Zwar ist die Zahl der betroffenen Beschäftigten mit 3600 mehr als 50 Prozent höher als im Dezember 2011. Dies liege jedoch an wenigen großen Einzelfällen wie MAN in Salzgitter, heißt es. Zum Vergleich: Noch zum Ende der Krise im Dezember 2009 waren im Land etwa zehnmal so viele Firmen und Beschäftigte in Kurzarbeit wie aktuell.

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