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Johnson Controls baut Standort Hannover aus

Batteriehersteller Johnson Controls baut Standort Hannover aus

Der Autozulieferer Johnson Controls erwartet, dass im Jahr 2015 mehr als 70 Prozent aller Neufahrzeuge in Europa mit sogenannten Start-Stopp-Batterien (AMG) ausgerüstet sein werden, weltweit immerhin noch 50 Prozent. In seinen beiden deutschen Werken in Hannover und Zwickau will der US-Konzern von 2013 an 11 Millionen Batterien dieses Typs herstellen – also acht mal soviel wie bisher.

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Werksleiter Werner Schmitt und Johnson-Controls-Europachef Eric Mitchell zeigen Ministerpräsident David McAllister (von links) die neueste Batterie.

Quelle: Martin Steiner

Hannover. Die Autoindustrie wandelt sich stärker denn je – und mit ihr die Batterietechnologie. Der Energiespeicher ist nicht mehr nur als Starthelfer gefragt, sondern auch als Versorger der vielen elektronischen Bauteile im Fahrzeug, und bei Hybrid- und reinen Elektroautos ist die Batterie quasi der neue Tank. Die Speicher für energiesparende Autos, die sich an der roten Ampel komplett ausschalten und sofort wieder anspringen, wenn man den Fuß von der Bremse nimmt, sind bei Neuwagen so stark gefragt, dass der Zulieferer den Bedarf derzeit nicht decken kann.

Deshalb rüstet Johnson Controls das Werk in Hannover-Marienwerder auf. „Ein wesentlicher Anteil der 200 Millionen Euro geht in die AMG-Batterie-Produktion“, erklärte Europachef Eric Mitchell am Montag. Außerdem nimmt der Konzern Geld für Kunststoffspritzgussanlagen, Forschung und Entwicklung sowie die ökologisch ausgerichtete Sanierung der Firmenzentrale in die Hand. Zwischen Oktober und Mai hat der Batteriehersteller 200 neue Arbeitsplätze geschaffen. 80 weitere Stellen sind noch unbesetzt, so dass insgesamt die Mitarbeiterzahl in Hannover auf mindestens 1380 ansteigt. „Die Investitionen sind ein klares Bekenntnis zum Standort Hannover“, lobte Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU).

Demnächst entscheidet sich, ob es zu einem weiteren Standort für Lithium-Ionen-Batterien kommt und damit zu weiteren Arbeitsplätzen. Die Batteriesysteme fungieren bereits als Energie- speicher für Hybridmodelle von Mercedes und BMW. Eine Vielzahl neuer Projekte sei derzeit in Vorbereitung, heißt es. Für das Werk in Marienwerder spricht, dass hier Forschung und Entwicklung und damit das Know-how sitzen. Mit im Rennen ist noch das tschechische Werk Ceská Lípa, das wegen seiner Größe zum Zuge kommen könnte. Als dritte Variante erwägt Johnson Controls nach eigenen Angaben den Bau eines neuen Werkes.

Es werde in den nächsten zehn Jahren noch keinen Riesenmarkt für Elektrofahrzeuge geben, verlautet bei Johnson Controls. Aber man müsse jetzt anfangen, alle Autohersteller arbeiteten bereits daran. Bei all der Euphorie rund um das Thema Elektromobilität stellte Mitchell allerdings eines klar: „Die Zeit der Bleibatterien ist noch lange nicht vorbei“.

Bernd Haase und Lars Ruzic

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