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Das Ende des eigenen Büros

KPMG-Neubau Das Ende des eigenen Büros

KPMG plant in Hannover die Büros der Zukunft: Mitarbeiter haben dort keine festen Arbeitsplätze mehr, sondern können sich in verschiedenen Bereichen niederlassen – je nach Arbeitssituation. 2017 soll der Neubau an der Prinzenstraße fertig sein.

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Eigene Büros sollen der Vergangenheit angehören: Eine Computeranimation zeigt die Fassade und einen Blick ins Innere des Neubaus an der Prinzenstraße.

Quelle: tim glowik

Hannover. Die wirtschaftliche Bedeutung einer Metropole lässt sich recht schlüssig am Personal- und Immobilienbedarf der Unternehmensberater ablesen. Wo gute Geschäfte zu machen sind, lässt man sich gern nieder. Und gerade die Großen der Branche klotzen dann lieber, als dass sie kleckern. In Hannover haben sie derzeit besonders großen Nachholbedarf. Erst im vergangenen Sommer sind die Berater von Deloitte in einen Neubau am Aegidientorplatz umgezogen, im Frühjahr 2017 werden es ihnen die Kollegen von KPMG gleichtun.

Der Konzern wird an der Prinzenstraße fünf von sechs Etagen einer Immobilie belegen, die derzeit im Bau ist. Investor und Vermieter ist - wie auch bei Deloitte - die VGH gleich gegenüber. Gut 33 Millionen Euro hat der Versicherer dafür in die Hand genommen. Für Niedersachsens KPMG-Chef Marc Ufer endet mit dem Projekt eine jahrelange Suche. Die Büroetage in der Osterstraße war seiner Mannschaft schon lange zu eng geworden - zumal sie innerhalb von vier Jahren um 100 auf 270 Berater zugelegt hat. „Wir sind in der Region Hannover in den letzten Jahren im Schnitt zweistellig gewachsen“, sagt Ufer.

Ein wenig Luft nach oben hat der Regionalvorstand sich für den Neubau noch gelassen - bis zu 300 Beschäftigte ließen sich unterbringen, schätzt der KPMG-Manager. Auf 3500 Quadratmetern sollen Büros der neuen Generation entstehen. „Wir werden die Verzimmerung auflösen“, umschreibt es Ufer. Eigene Büros sollen der Vergangenheit angehören, die Beschäftigten können je nach Bedarf unterschiedlichste Arbeitsplätze nutzen. Die müssen sie sich allerdings zuvor digital reservieren. Eine zentrale Software koordiniert die Raumnutzung. Der Computer am jeweiligen Schreibtisch erkennt dann automatisch, wer vor ihm sitzt, und zeigt sofort dessen letzten Arbeitsbildschirm an.

Die Bandbreite der Arbeitsplätze reicht von „Projektzonen“, wo sich je nach Aufgabe und Kunde mehrere Fachleute zusammenfinden können, über Stillarbeitsplätze mit Bibliotheksflair, Café-Lounges bis hin zu einem Bürogarten oder Spielecken für Kinder. Letztere könnten die Beschäftigten gut beim nächsten Kita-Streik nutzen, scherzt Ufer. Klassische Abteilungsstrukturen werden ebenso der Vergangenheit angehören wie Ablageschränke. Das Bürokonzept werde die Kommunikation untereinander und die Motivation fördern, ist sich der KPMG-Manager sicher. Die neue Beratergeneration wünsche sich mehr Freiheit und Flexibilität am Arbeitsplatz. „Wir tun alles dafür, dass unsere Mitarbeiter Spaß am Job haben.“

Moderne Büros seien heute ein wichtiges Argument bei der Personalrekrutierung. „Der Kampf um die besten Köpfe wird immer härter“, sagt Ufer. Die Branche braucht viele hoch spezialisierte Fachleute aus Beratung, Wirtschaftsprüfung, Juristerei und IT, die sind jedoch zunehmend rar gesät. Da könne eine moderne Arbeitsumgebung und -organisation ein wichtiger Faktor sein. In Hannover will KPMG deshalb vorn dabei sein. „Wir sind meines Wissens die Ersten in der City, die das machen werden.“ In einer Branche, deren Beschäftigte ohnehin viel unterwegs sind, lassen sich auf diesem Weg Büro- und Parkplatzflächen auch besser ausnutzen. Von bis zu 30 Prozent Effizienzgewinn ist die Rede.

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