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Niedersachsen Kartellbehörde erzwingt Preissenkung bei Fernwärme
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Kartellbehörde erzwingt Preissenkung bei Fernwärme
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17:39 24.02.2018
Jeder zehnte Haushalt in Niedersachsen bekommt Fernwärme. Dafür sind dicke Rohre unter der Erde nötig. Quelle: picture alliance / dpa
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Hannover

 Fernwärme-Kunden in Teilen Niedersachsen können sich auf hohe Rückzahlungen ihrer Versorger freuen. Nach einer Überprüfung durch die Landeskartellbehörde haben sich sieben Wärmelieferanten zu Preissenkungen von durchschnittlich 20 Prozent und Einmalzahlungen an die Kunden verplichtet, wie das Wirtschaftsministerium in Hannover am Mittwoch mitteilte. Die Unternehmen hätten sich dabei „sehr kooperativ“ gezeigt, hieß es. 

Sie hatten aber offenbar auch keine große Wahl: Dem Vernehmen nach mussten die Wärme-Lieferanten der Behörde ihre internen Preiskalkulationen offenlegen. Bei der Durchsicht habe man festgestellt, dass diese zum Teil falsch berechnet worden seien, sagte Kartellamtschefin Heike Zinram. Nun sei es gelungen, sie auf „rechtmäßige Füße“ zustellen. In Niedersachsen sind zwischen 300.000 und 400.000 Haushalte an ein Fernwärmenetz angeschlossen.

Die Behörde hat von 2013 bis 2016 die Preisstrukturen von 27 Fernwärmeversorgern in 143 Netzgebieten untersucht. Dabei gerieten sieben Versorger in den Verdacht, von ihren Kunden „missbräuchlich überhöhte Preise“ zu verlangen, wie es hieß. Weil sich die Helmstedter Avacon Natur GmbH, die Wärmeversorgung Garbsen und die Enercity Contracting Nord GmbH mit Sitz in Hamburg ihre Tarife im Laufe der Untersuchung gesenkt hätten, habe man den Missbrauchsverdacht gegen sie fallen gelassen, erklärte das Kartellamt. 

Die Wärmeversorgung Garbsen beliefere 270 Kunden, sagte Detlef Grunwald, Leiter Energiewirtschaft und Vertrieb der örtlichen Stadtwerke. Einem Großteil davon habe man bereits 2014 neue Preise angeboten, die im Schnitt 8 Prozent niedriger seien. Bei einem Verbrauch von 10.000 Kilowattstunden spare man dadurch etwa 120 Euro im Jahr.

Gegen vier weitere Versorger wurden zunächst Verfahren wegen möglicherweise überhöhter Preise eingeleitet – neben der WEVG Salzgiter, der Oldenburger EWE und der Langenhagener Energie-Projektgesellschaft zählte dazu auch die Enercity Contracting GmbH, die wie ihre nahezu namensgleiche Schwester in Hamburg eine Tochter der Stadtwerke Hannover ist.  Nach „intensiven Verhandlungen“ habe sich auch dieses Quartett zu Preissenkungen und Rückerstattungen an die Kunden verpflichtet, hieß es beim Kartellamt. Daraufhin habe man die Verfahren beendet. Nach Angaben der Behörde sind die Fernwärme-Tarife dieser Versorger zwischen 8 und 35 Prozent günstiger geworden, im Durchschnitt seien es 20 Prozent, hieß es.

Nach Angaben der Stadtwerke Hannover musste die Enercity Contracting GmbH nur in einem ihrer Netzgebiete die Preise um 8 Prozent senken – davon hätten lediglich 100 Kunden profitiert.  Das Gebiet sei von Einfamilienhäusern geprägt, durchschnittlich seien die Rechnungen der Abnehmer dort um etwa rund 150 Euro im Jahr gesunken. 

Von Jens Heitmann

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