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Niedersachsen Dunkle Wolken am Horizont von VW Nutzfahrzeuge
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Dunkle Wolken am Horizont von VW Nutzfahrzeuge
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21:00 10.07.2018
Geht nach sechs Jahren auf eigenen Wunsch: Eckhard Scholz. Quelle: dpa
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Hannover.

Eckhard Scholz hat geschafft, was die meisten Entscheidungsträger nicht schaffen: Er lässt zum richtigen Zeitpunkt los. Er geht in einer Phase, in der VW Nutzfahrzeuge Produktionsrekorde bricht, neue Märkte erobert und satte Gewinne einfährt. Er wird wohl als „Mann der Rekorde“ in die VWN-Chronik eingehen – obwohl sich am Horizont schon jetzt die ersten dunklen Wolken zusammenballen.

Scholz hatte viel Glück: Seit 2010 wuchs die Wirtschaft ununterbrochen, der Bausektor boomte, und damit zog auch die Nachfrage nach Transportern an. VWN brach einen Rekord nach dem anderen, in Hannover wurden Sonderschichten gefahren und Leiharbeiter übernommen. Scholz’ Verdienst ist es, dass die Marke gleichzeitig Großprojekte wie neue Werke, Modellwechsel und den Zukunftspakt ziemlich geräuschlos meisterte. Den Abgasskandal überstand VWN bislang besser als andere Konzernmarken. Bei der Belegschaft genießt Scholz höchsten Respekt für seine Verbindlichkeit und seine Verbundenheit zum Standort Hannover.

Die Wolken am Horizont hat er indes mit herbeigerufen: Er verpasste die Chance, schneller auf Elektro zu setzen – und überließ der Post mit ihrem Streetscooter das Feld. Vor allem aber braucht VWN den E-Antrieb, um die CO2 -Vorgaben der EU einzuhalten. Die Aufgabe soll die Marke nun gemeinsam mit Ford meistern, was aber den Betriebsrat auf den Plan ruft. Scholz hingegen hatte die Bedürfnisse der Kundschaft im Blick und setzte auf einen Mix mit neuen Dieseln. Diesen Spagat muss nun sein Nachfolger schaffen.

Von Christian Wölbert

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