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Niedersachsen Tarifkonflikt an Flughäfen: Überzogene Forderungen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Tarifkonflikt an Flughäfen: Überzogene Forderungen
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19:34 19.02.2019
Verdi-Streik am Flughafen Hannover Quelle: dpa
Hannover

Ständiger Zeitdruck, unangenehme Arbeitszeiten und strikte Qualitätsanforderungen wegen der Terrorgefahr: Die Sicherheitskontrolle am Flughafen gehört wahrlich nicht zu den angenehmsten Aufgaben in der Reisebranche. Es ist kein Wunder, dass viele Angestellte mit den Arbeitsbedingungen unzufrieden sind. Trotzdem überrascht die Ablehnung des Entgelttarifvertrags durch die Verdi-Mitglieder.

Bereits jetzt sind die Gehälter der Kontrolleure nicht gerade niedrig. Sie brauchen keine einschlägige Berufsausbildung, nur vergleichsweise kurze Lehrgänge – verdienen danach aber rund 17 Euro pro Stunde. Viele ausgebildete Pflegekräfte oder Erzieher müssen sich mit weniger begnügen. Der ausgehandelte Tarifvertrag hätte den Kontrolleuren außerdem satte Lohnsteigerungen beschert. Für die größte Gruppe der Beschäftigten sieht er ein Plus von 12 Prozent in drei Jahren vor, auf 19 Euro pro Stunde. Wenn sie nun noch mehr fordern, wirkt das überzogen. Die Menschen in fast allen anderen Branchen können von solch einer Entwicklung nur träumen.

Natürlich wissen die Kontrolleure auch, dass sie an einem langen Hebel sitzen. Wenn sie streiken, fallen Flüge aus, werden Passagiere wütend, verlieren Airlines und Flughäfen viel Geld. Falls es nun erneut zu Streiks kommt, sollten allerdings auch Verdi und die Arbeitgeber einen Teil der Verantwortung übernehmen. Sie haben über viele Jahre zu wenig für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen abseits des Gehalts getan. Umfragen zeigen, dass Zeitdruck und Stress den Flughafenkontrolleuren extrem zusetzen. Die Gehaltsforderungen dienen nun offenbar als Ventil für diesen Frust.

Von Christian Wölbert

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