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Konkurrenz um landwirtschaftliche Flächen in Niedersachsen wird schärfer

Agrarwirtschaft Konkurrenz um landwirtschaftliche Flächen in Niedersachsen wird schärfer

Immer mehr Ackerflächen werden infolge des staatlich geförderten Biogasbooms für den Anbau von „Energiepflanzen“ aufgekauft oder gepachtet, was die Preise in die Höhe klettern lässt. Landwirte mit Veredelungsbetrieben können nicht mehr mithalten. In Niedersachsen sind Regionen wie das Weser-Ems-Gebiet betroffen.

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Landwirtschaftliche Flächen in Niedersachsen werden knapp.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. Im vergangenen Jahr habe der Kampf um die Agrarflächen die Bodenpreise weiter in die Höhe getrieben, berichtet Thorsten Hiete, Geschäftsführer der Niedersächsischen Landgesellschaft (NLG). Landesweit sei der Kaufpreis für Ackerland um 4 Prozent auf 1,82 Euro je Quadratmeter gestiegen, für Grünland sogar um 10 Prozent auf 1,03 Euro pro Quadratmeter.

In den einzelnen Landkreisen ist die Situation jedoch unterschiedlich. Ein Vergleich des durchschnittlichen Kaufwertes von 2004 bis 2009 zeige deutlich die Flächenknappheit, erklärt der NLG-Chef: Die größten Preissprünge gab es in den Regionen Oldenburg (plus 41,4 Prozent), Rotenburg/Wümme (plus 29,5 Prozent, Cloppenburg (plus 25,8 Prozent) und Diepholz (plus 23,9 Prozent). Verglichen damit stiegen die Bodenpreise in diesem Zeitraum in der Region Hannover „nur“ um 9,8 Prozent.

Die NLG verfolgt diese Entwicklung mit Sorge. Das Grundstücksgeschäft für landwirtschaftliche Betriebe gehört wie der Agrarbau und die Kommunalentwicklung zu den klassischen Aufgaben des gemeinnützigen Dienstleisters. Neben dem Land Niedersachsen als Mehrheitsgesellschafter sind unter anderem

20 Landkreise sowie 18 Städte und Gemeinden in Niedersachsen und Bremen an der NLG mit Sitz in Hannover beteiligt. Zwar könne die NLG höhere Erlöse bei der Vermarktung von Flächen erzielen und wachse der Wert des Bestandes, der 2010 von 6665 auf 6829 Hektar vergrößert worden sei, sagt Hiete. Gleichzeitig werde aber der Ankauf von Flächen schwieriger und teurer.

Im vergangenen Jahr hat die NLG die Nachfrage von Landwirten, die ihre Betriebe vergrößern wollten, nicht immer bedienen können. Vorrang habe die Bereitstellung von Flächen als Ausgleich für Eingriffe in die Natur oder beispielsweise dafür, dass ein Landwirt für den Bau einer Straße Land abgeben müsse, sagt der NLG-Chef.

In Niedersachsen ist laut Hiete bereits die Hälfte der Agrarflächen verpachtet, mithin nicht mehr im Besitz aktiver Landwirte. Durch „strategische Bodenbevorratung“ versuche die NLG Flächennutzungskonflikte zu entschärfen. Dazu gehöre, dass „wir nicht mehr Flächen herausgeben, als wir zukaufen können“. Bei der Akquisition geht die NLG inzwischen „direkt auf die Eigentümer zu“.

Im Bereich Agrarbau, der Geschäfte von der Konzeption bis zum Bau von Stallanlagen umfasst, spürt auch die NLG den Widerstand der Bürger gegen die Massentierhaltung. Die betroffenen Landkreise wollen deshalb die Tierhaltung stärker steuern, mithilfe schärferer Gesetze. Käme es dazu, könnte dies weniger Aufträge für die NLG bedeuten. Als Ausgleich möchte sie ihre Dienstleistungen künftig im Nachbarland Nordrhein-Westfalen anbieten. Zehn Projekte habe man schon umgesetzt, berichtet Hiete. Nach positiven Gesprächen mit dem dortigen Agrarministerium solle dieses Geschäft mittelfristig ausgebaut werden.

Wachstumspotenzial verspricht sich Hiete auch von der politisch verordneten Energiewende. 2010 hat die NLG den Bau von rund 100 Biogasanlagen realisiert. In diesem Jahr sollen es „ähnlich viele“ sein, wobei die NLG laut Hiete mit ihrem Know-how bei den inzwischen geforderten Konzepten für die Wärmenutzung punkten könne.

Mit ihren Dienstleistungen hat die Gesellschaft 2010 Investitionen von 518 Millionen Euro ausgelöst, verglichen mit 313 Millionen Euro im Jahr davor. Dazu hat besonders das Kommunalgeschäft beigetragen, wie der NLG-Chef sagt. So seien erheblich mehr Bauplätze verkauft worden. Insgesamt steigerte die NLG ihre Erlöse 2010 um 31 Prozent auf 52,2 Millionen Euro. Unter dem Strich stand ein Überschuss von 1,94 Millionen Euro. Im Jahr zuvor hatte die NLG aufgrund vorsorglicher Steuerrückstellungen einen Fehlbetrag von 5,14 Millionen Euro ausgewiesen. 2011 soll das Ergebnis etwa gleich gut ausfallen wie 2010.

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