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Niedersachsen Rausch verabschiedet sich aus Supermärkten
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Rausch verabschiedet sich aus Supermärkten
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00:16 06.07.2015
Künftig nicht mehr im Supermarktregal: Schokolade von Rausch. Quelle: Holger Hollemann
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Peine

Der radikale Einschnitt in das Vertriebskonzept, bei dem auch Umsatzeinbußen und der Verlust von Kunden einkalkuliert sind, ist für Rausch allerdings nicht das Ende, sondern ein wichtiger Schritt in die Zukunft. Mit dem neuen Konzept sollen neue Käuferschichten angesprochen werden.

Sämtliche Rausch-Produkte sollen künftig nur noch per Direktvertrieb und im Schokoladenhaus Fassbender & Rausch am Gendarmenmarkt in Berlin angeboten werden. Das hat für Robert Rausch gute Gründe: „Unser Anspruch ist es, die beste Schokolade der Welt herzustellen. Auf der Suche nach den edelsten Kakaos schlagen mein Vater und ich uns mit der Machete durch den Dschungel. Für die Produktion verwenden wir die mit Abstand teuersten Rohstoffe der Welt. Da passt es eben nicht, am Ende in irgendeinem Supermarktregal zu landen.“ Ein exklusives Umfeld der Warenpräsentation spielt für Rausch eine zentrale Rolle: „Wir wollen die Marke an der Spitze positionieren.“

Alle Schritte sind im Internet transparent

Ziel des Familienunternehmens ist es, zukunftsfähige Geschäftsmodelle zu entwickeln. Für Robert Rausch gehört es dabei selbstverständlich dazu, die wesentlichen Prozesse selbst zu steuern: vom Pflanzen der Kakaobäume über die Herstellung der Schokolade bis zum Verkauf an den Endkunden. Um dabei größtmögliche Transparenz herzustellen, sollen künftig alle Schritte im Internet und auf Bildschirmen im Berliner Schokoladenhaus verfolgt werden können.

Massiv investiert hat Rausch in den Kakao-Anbaugebieten. In Costa Rica hat das Unternehmen jüngst ein rund 350 Hektar großes Grundstück für eine neue Plantage gekauft, das nordöstlich von Cartago am 3325 Meter hohen Vulkan Turrialba liegt. Die ersten 20 000 Kakaobäume wurden bereits direkt in den dortigen Regenwald gepflanzt. Die Plantage soll auch dazu dienen, anderen Firmen moderne Anbaumethoden zu präsentieren.

Umstellung auf das Direktgeschäft

Die ganze Konzentration soll nun auf die Umstrukturierung zu einem hochmodernen „Multi-Channel-Unternehmen“ mit einer starken Online-Sparte gerichtet werden. Allein in diesen Geschäftsbereich sollen Millionen Euro investiert werden. Die Zuwachsraten im Onlinegeschäft lagen zuletzt im zweistelligen Prozentbereich. Für Telefonbestellungen baut Rausch ein eigenes Callcenter auf.

Durch die Umstellung auf das Direktgeschäft müsse zwar zunächst mit einem Umsatzrückgang von bis zu 7 Millionen Euro im Jahr gerechnet werden - dafür würden aber hohe Händlermargen eingespart. Zuletzt erwirtschaftete Rausch mit seinen rund 400 Mitarbeitern - der Großteil davon in der Peiner Produktion - einen Jahresumsatz in Höhe von 125 Millionen Euro. „Umsätze spielen für uns aber nicht die Hauptrolle“, sagte Rausch. Viel wichtiger seien „saubere Erträge und funktionierende Geschäftsmodelle“.

Von Michael Lieb

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