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Droht der Windindustrie ein Stellenabbau?

Kritik am Ausschreibungsverfahren Droht der Windindustrie ein Stellenabbau?

Die IG Metall befürchtet massiven Stellenabbau bei Herstellern von Windanlagen. Ein Grund dafür sei das neue Ausschreibungsverfahren für Windprojekte an Land. Damit schlägt die IG Metall einen ähnlichen Ton an wie die Windanlagenbauer, die wegen der geänderten Regeln vor massiven Auftragseinbußen warnen.

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„Wie sollen wir im nächsten Jahr planen?“ Neue gesetzliche Regelungen machen den Herstellern von Windkraftanlagen Probleme.

Quelle: Patrick Pleul/dpa

Hannover. Die IG Metall schlägt Alarm. In der deutschen Windindustrie drohe ein starker Stellenabbau, erklärte die Gewerkschaft nach einer Umfrage unter Betriebsräten. Die Aussichten für die Branche hätten sich erheblich verschlechtert. Ein Grund dafür sei das neue Ausschreibungsverfahren für Windprojekte an Land. Damit schlägt die IG Metall einen ähnlichen Ton an wie die Windanlagenbauer, die wegen der geänderten Regeln vor massiven Auftragseinbußen warnen.

Betriebsräte befragt

„Die Situation in der Windindustrie spitzt sich zu - schneller und deutlicher, als wir es befürchtet hatten“, erklärte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste mit dem Hinweis auf einige Werksschließungen. Nach einer Befragung der Betriebsräte von deutschlandweit 38 Unternehmen, die zusammen mehr als 24 000 Beschäftigte vertreten, erwarten mehr als 40 Prozent der Betriebsräte eine negative Marktentwicklung, knapp ein Viertel rechnet mit Stellenstreichungen. Der Anteil der Pessimisten sei deutlich gestiegen.

Dabei sind die meisten Hersteller derzeit noch gut beschäftigt. Beim Blick auf 2018 und 2019 gibt sich die Branche jedoch pessimistisch. Sowohl die Unternehmen als auch die IG Metall verweisen vor allem auf die Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), die Anfang 2017 in Kraft getreten ist. Seitdem müssen Windprojekte an Land ausgeschrieben werden.

Damit der Markt nicht von einigen großen Projektierern beherrscht wird, hatten die Politiker noch einen Passus eingefügt, der sogenannte Bürgerwindgesellschaften bevorzugt. Sie dürfen an Ausschreibungen teilnehmen, ohne dass ihr jeweiliges Projekt schon genehmigt ist. Außerdem gewährt ihnen das Gesetz zwei Jahre zusätzliche Zeit - insgesamt bis zu 54 Monate -, um das Projekt nach dem Zuschlag zu verwirklichen.

"Befürchten dadurch einen massiven Einbruch"

Zwei Ausschreibungsrunden hat es bereits gegeben. Fast alle Zuschläge gingen an Bürgergesellschaften für noch nicht genehmigte Projekte. Dabei stellte sich heraus, dass dahinter in Wirklichkeit häufig Unternehmen stecken, die sich so einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz verschaffen wollen. Nicht selten liegen die Projekte sogar in Gebieten, wo solche Anlagen heute gar nicht errichtet werden dürfen. Da sich Genehmigung und Bau der Anlagen noch lange hinziehen können, drohen den Herstellern deutliche Auftragseinbußen. „Wir befürchten dadurch einen massiven Einbruch der Produktion“, erklärte der Gewerkschafter Geiken.

Auch der Marktführer der Branche, Enercon in Aurich, macht sich große Sorgen. „Wie sollen wir in dieser Unsicherheit unsere Produktion und die Kapazitäten im nächsten Jahr planen?“, fragte ein Sprecher. Derzeit sei der Konzern mit seinen weltweit 20 000 Beschäftigten noch gut ausgelastet. Das dürfte sich jedoch ändern, wenn die Regelung nicht zügig geändert werde - also künftig auch Bürgerwindgesellschaften eine Projektgenehmigung brauchen, um an einer Ausschreibung teilnehmen zu können.

Für die erste Ausschreibung im nächsten Jahr ist dies vorläufig bereits so festgelegt. Die Anlagenbauer fordern aber, dass dies auch schon für die dritte und letzte Ausschreibung des Jahres 2017 gilt - und das Verfahren dauerhaft geändert wird. Niedersachsens Writschaftsminister Olaf Lies hat zusammen mit der Industrie und den Gewerkschaften bereits eine entsprechende Initiative gestartet.

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