Kritik an einem Energieversorger wegen Verstößen bei der Videoüberwachung. Das Energieunternehmen im Raum Hannover zeichne in einem Servicecenter rechtswidrig Gespräche mit Stromkunden auf, die sich über ihre Rechnung beschwerten, sagte der Datenschutzbeauftragte des Landes Niedersachsen, Hans-Joachim Wahlbrink, in Hannover.
Ein Hinweis auf die Videokameras fehle, zudem seien Tonaufnahmen der Gespräche nicht erlaubt, erklärte Wahlbrink. Das Unternehmen begründe die Aufzeichnungen in der Beratungsstelle mit der Angst vor Attacken. Die Datenschützer prüften den Energieversorger nach einem Hinweis eines Kunden.
Von Februar bis Ende April leiteten die Datenschützer rund 250 Kontrollverfahren bei Unternehmen ein, darunter Einkaufsmärkte und Callcenter. Die Wirtschaft bekommt in der Regel aber eine Schonfrist und muss erstmal kein Bußgeld fürchten.
„Wir wollen nicht den Ruf eines Scharfmachers haben“, sagte Wahlbrink, der sich als Berater der Unternehmer versteht. Er wolle nicht gleich mit Sanktionen drohen, zumal auch die vielen Rechtsverstöße bei den Videokameras im öffentlichen Bereich - bei Polizei und in Kommunen - nicht geahndet werden können. Die meisten Betriebe, die den Datenschutz nicht ernst genug genommen hätten, seien zudem einsichtig und reagierten auf die Kritik.
In rund zehn bis zwölf Fällen in Niedersachsen drohten einzelne Bußgelder, aber in geringer Höhe, erklärte Wahlbrink. Dabei gehe es meist darum, dass Unternehmen den Datenschützern Informationen verweigerten oder notwendige Veränderungen beim Datenschutz nicht umsetzten.
Nach den Datenschutz-Affären bei Lidl, der Telekom und der Deutschen Bahn wurde die Kontrollen in Unternehmen in Niedersachsen ausgeweitet. Früher hatte es in der Privatwirtschaft kaum solche Überprüfungen gegeben. Wegen der Bespitzelung von Mitarbeitern hatte der Lebensmittelkonzern Lidl rund 670 000 Euro Bußgeld an Niedersachsen zahlen müssen.
Die Zahl der Datenschützer wurde daraufhin aufgestockt - statt vier sind nun zehn Mitarbeiter für die rund 300 000 Unternehmen in Niedersachsen zuständig. Allerdings habe sich die Verstärkung des Personals, das im Bereich des Innenministeriums gesucht wurde, einige Zeit hingezogen, sagte Wahlbrink. „Der Datenschutz ist nicht so ein Herzensthema für das Innenministerium, dass man da Druck machen würde“, sagte Wahlbrink.
Derzeit überprüfen die Datenschützer unter anderem Auskunfteien in Niedersachsen. Dabei geht es etwa um das sogenannte Kreditscoring - ein mathematisch-statistisches Verfahren, mit dem die Kreditwürdigkeit und das Zahlungsverhalten von Bürgern beurteilt wird. Die Datenschützer wollen unter anderem wissen, ob dazu auch kritische Daten - wie etwa die Hautfarbe oder die Adresse als Hinweis auf den sozialen Status - verwendet werden. Die Überprüfungen bei AWD wegen Pannen mit Datensätzen und bei der Drogeriekette Ihr Platz wegen der Videoüberwachung dauern an.
dpa
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Deutsche Bank / Realtime Indikation

Kommentare
Wer so offen ist, ist nicht ganz dicht Willi – 13.05.10
Kein Handyvertrag gekriegt, weil zu jung und meine Schufa noch nicht aussagekräftig genug. Vorteil, ich kann nicht geortet werden, wohin ich einkaufen gehe, was ich bevorzuge und was nicht.Meine Paypal-Club-Mitglied-family-Card punktet vor allem für diejenigen, die mir was andrehen möchten, was ich gar nicht benötige.
Die RFID-Codes in den Dingen, die ich kaufe und nach Hause schleppe, verraten, ob ich legal Müll entsorge, wie oft und wann und wann meine Gleitcreme leer ist.
Mein internetter Anschluss gibt Aufschluss, dass ich mir gestern eine Pornoseite angeschaut habe und was ich sexuell bevorzuge. Dank Vorratsdatenspeicherung bei der Telegeh'n wissen die auch, was und mit welcher Art Typ ich verbal so erotisiere.
Kein Fußballticket für die EM oder WM erhalten, weil mal in einer Demo eingekesselt wurde, auf den Kameras mittenmang drinsteckte, aber gar nicht teilnehmen wollte.
Der Baumarkt schickt mir eine Broschüre über Gartengeräte und Pflanzen, weil die bei Guggle meinen Garten eingesehen haben.
Versicherungspauschale erhöht wegen diverser Verkehrsblitzaktionen bei nicht sichtbaren Starenkasten zur Abzocke.
Beim Arzt erst in drei Monaten Termin erhalten, weil kein PKV-Patient - dank E-Gesundheitskarte.
Durch ELENA erhöhten sich meine Krankenversicherungsbeiträge, weil viele angeblich soviel krank feiern, zu oft zum Arzt gehen und zu viele und teure Medikamente nehmen.
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Sucheingaben bei Guggste verfälschen sich zunehmend aufgrund meines Suchverhaltens und bieten mir oben nur noch Reklame an statt Fakten.
Amazonen booken mich und bürden mir ebenfalls reichlich Werbung auf.
Meine Gemeinde/Stadt verdient mit meiner Adresse durch Verkauf an Adressenhändler viel Geld und füllen meinen Briefkasten mit Papierbergen, die ich per Auto benzinverpulvernd an die Sammelcontainer fahre.
etc. etc. etc....
Also, ich habe nichts zu verbergen, aber nun entsetzlich viel zu tun ... es sei denn, ich kümmere mich rechtzeitig und vorher drum, dass ich mit all dem nicht belästigt werde oder Probleme, weil ich eben nichts zu verbergen habe!
Videoüberwachung @ JS Susi – 12.05.10
...weil wegen Datenschutz...hahahaha...Die Kuh nennen JS – 12.05.10
Warum wird die Kuh - der Täter, das Unternehmen - nicht namentlich genannt?Prophezeiung Der Weise – 12.05.10
So wie ich mich hier verewige und meine Daten gespeichert werden....Werden allerorts Daten gespeichert. Na und mir doch egal sagen viele. Ich habe nichts zu verbergen. Trugschluss. Die neueste APP von Apple erkennt Gesichter und schlägt diese bei Google nach um dann gleich den Facebookeintrag der Person zu zeigen. Erfolgt die weitere Verknüpfung mit Twitter ist die Totalüberwachung perfekt.
Die Menschen vergessen, dass elektronische Daten keine Halbwertzeit haben. Noch in hundert Jahren können, sofern sie ordentlich gespeichert sind, die Daten abgerufen und zusammengeführt werden. Wer von den Usern weiß denn schon, welches Unternehmen aufgekauft wird, und wie die Daten dann zusammengeführt werden. Erst wenn Schufa Scorings nicht mehr nachvollziehbar sind, merken die Menschen dass was nicht stimmt.
@Datenschützer: Macht weiter so. ERHEBT Bußgelder und zwar saftige. Ich als User kann nicht mehr nachvollziehen, welcher Datensammler für eventuelle Fehlinterpretationen meiner Daten zuständig ist. Also muss die Strafe hart sein.
@Besserwisser: NEIN, auch wenn ihr nichts zu verstecken habt sind eure Daten in falschen Händen eine Gefahr. Wir leben nicht mehr in einer Papierwelt, wo Papier nach 10 oder 20 Jahren aus Platzgründen weggeworfen werden.
Erst wenn der erste Hausratschaden nach Einbruch abgelehnt wird, weil einer seinen Urlaub getwittert hat, werdet ihr merken, dass Ihr einige Informationen von Dritter Seite aus hättet verheimlichen müssen.
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