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15:19 11.03.2015
Je näher an der Großstadt, desto höher sind die Preise für Immobilien. Quelle: dpa
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Hannover

Die niedrigen Zinsen treiben die Nachfrage nach Häusern und Eigentumswohnungen in Niedersachsen an - und sorgen damit für steigende Preise. Das geht aus dem alljährlichen Preisspiegel der Bausparkasse LBS hervor, in dem bundesweit knapp 900 Städte unter die Lupe genommen werden. Demnach mussten Käufer in Hannover für ein gebrauchtes frei stehendes Haus im vergangenen Jahr im Schnitt 265 000 Euro zahlen - sechs Prozent mehr als 2013. Der Trend zeigt in allen größeren Städten nach oben, auch die Preise für Reihenhäuser und der Quadratmeterpreis für Eigentumswohnungen ziehen an. 

Im Flächenland Niedersachsen tritt auch der Unterschied zwischen Ballungsräumen und ländlichem Raum zutage. Während in Bremerhaven, Cloppenburg oder Aurich ein neues Reihenhaus schon für 150 000 Euro zu haben ist, kostet es etwa in Wolfsburg fast doppelt so viel. Ähnlich auch bei den Wohnungen: Während der Quadratmeter einer neu gebauten Eigentumswohnung in Hannover bei 2500 Euro und in Göttingen bei 2100 Euro liegt, sind es beispielsweise in Salzgitter nur 1100 Euro, in Osterode im Harz 1500 Euro, in Osterholz-Scharmbeck 1300 Euro und in Leer in Ostfriesland 1350 Euro. Die VW-Stadt Wolfsburg, die für ihren Wohnraummangel bekannt ist, fällt mit 2000 Euro pro Quadratmeter vergleichsweise moderat aus. Die Stadt Hildesheim dagegen liegt mit 3100 Euro relativ weit oben.

Generell gilt aber die Faustregel: Je näher an der Großstadt, desto höher auch die Preise. In Sehnde zum Beispiel kostet der Quadratmeter einer neuen Eigentumswohnung im Schnitt 2200 Euro, also 300 Euro unter dem Niveau Hannovers. Auch Garbsen als größte Stadt der Region Hannover kommt auf 2100 Euro, am Messestandort Laatzen sind es 2200 Euro pro Quadratmeter. Das beschauliche Holzminden im Weserbergland fern der Großstadt liegt da schon weitaus moderater bei im Schnitt 1400 Euro.

Ein entscheidender Treiber für die Entwicklung ist das Zinsniveau. Die Hypothekenzinsen mit längeren Laufzeiten seien „auf ungewöhnlich niedrigem Niveau“, schreibt die LBS. Der Langfristvergleich falle unverändert positiv aus. Gegenüber 2008 gab es fast eine Halbierung. Die Bausparkasse, die von dem Trend profitiert, schreibt, die eigenen vier Wände seien heutzutage viel leichter zu finanzieren als in den 1990er Jahren. So habe eine typische Familie 2010 nur noch 13 Prozent ihres Einkommens zur Finanzierung aufwenden müssen. Fast dreimal so hoch (38 Prozent) war die Last 1994. Hauptgrund seien die deutlich gefallenen Zinsen bei weitgehend konstanten Immobilienpreisen.

Verbraucherschützer warnen allerdings, sich zu hastig für die eigenen vier Wände zu entscheiden. Werde dabei auf Kante genäht, könnten wieder steigende Zinsen in der Zukunft das Finanzierungskonzept über den Haufen werfen. Und wer das Abstottern geradeso auf die Reihe kriegt, habe kaum Reserven für Durststrecken bei vorübergehender Arbeitslosigkeit, größeren Reparaturen oder einem kaputten Auto.

In Niedersachsen hat gut jeder Zweite (57 Prozent) Wohneigentum. Das ist leicht über dem Bundesschnitt von 52 Prozent. Berlin liegt dabei mit 20 Prozent am Ende, das Saarland mit 63 Prozent an der Spitze. Die Zahlen zeigen auch: Für viele Menschen ist Wohneigentum entweder nicht erwünscht - zum Beispiel, weil sie flexibel bleiben wollen - oder es ist schlicht nicht bezahlbar. Letztere Gruppe ist damit den Mietpreissteigerungen ausgeliefert. Die gesetzliche Mietpreisbremse soll vor allem in Großstädten sprunghafte Mieterhöhungen verhindern. Die Novelle ist verabschiedet und befindet sich in der Umsetzung.

Von Heiko Lossie

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