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LPKF fühlt sich fit für neues Wachstum

Nach einer Schrumpfkur LPKF fühlt sich fit für neues Wachstum

Nach Auftragseinbrüchen, Verlusten, Abschreibungen und Sanierungskosten in Millionenhöhe rechnet der Garbsener Lasermaschinenbauer LPKF mit der Wende. „Durchs tiefste Tal sollten wir jetzt durch sein“, sagte Firmenchef Ingo Bretthauer am Montag der HAZ.

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Produktkontrolle beim Lasertechnikspezialisten LPKF. Die Auftragslage bei dem Garbsener Unternehmen hat sich wieder verbessert.

Quelle: LPKF

Hannover. Die Auftragslage habe sich deutlich verbessert, das vierte Quartal werde bereits wieder deutlich stärker ausfallen, und für 2017 plane das Unternehmen wieder mit Wachstum. „Der Personalabbau ist weitgehend abgeschlossen“, sagte Bretthauer. „Im kommenden Jahr wollen wir die Belegschaftszahl konstant halten.“

LPKF hatte nach guten Jahren als Ausstatter der Smartphone- und Tabletbauer einen dramatischen Auftragseinbruch erlitten. Nachdem sich Samsung und Co. ausreichend mit Maschinen aus Garbsen ausgestattet hatten, war der Markt plötzlich gesättigt. Zuletzt hatte LPKF versucht, bereits gebaute Maschinen zu Ramschpreisen in den Markt zu drücken. Als nicht einmal dies gelang, mussten die Garbsener den Bestand abschreiben – mit Millionenlasten für die Bilanz.

Auch die in den vergangenen Jahren kräftig aufgestockte Belegschaft musste verringert werden – vor allem über freiwillige Aufhebungsverträge. Rund 120 Beschäftigte – etwa die Hälfte davon in Garbsen – haben das Unternehmen bereits verlassen oder gehen in den kommenden Monaten. Gut 2 Millionen Euro, vor allem für Abfindungen, hat dies LPKF gekostet. Für das einst im Tec-Dax notierte Unternehmen seien das harte Einschnitte gewesen, sagte Bretthauer. Das Unternehmen habe jedoch verkleinert werden müssen, um auch bei weniger Umsatz noch schwarze Zahlen schreiben zu können. Von einst mehr als 800 Mitarbeitern wird der Konzern auf 700 Beschäftigte schrumpfen.

Inzwischen bringt das unstete Geschäft mit Kunden aus der Solarindustrie die Firma wieder ins Laufen. Dank eines Großauftrags lag der Orderbestand zum Ende des dritten Quartals bei 29 Millionen Euro – etwa drei Viertel mehr als noch vor Jahresfrist. Hinzu kämen neue Geschäftsfelder, bei denen man bereits erste Maschinen verkauft habe und das Interesse der Kunden groß sei, hieß es. Zwischen Juli und September ist der Umsatz wieder gestiegen; ohne Sondereffekte gab es schwarze Zahlen. Dies alles dürfte die Börsianer milde gestimmt haben. Die Aktie, die zuletzt einer heftigen Berg-und-Tal-Fahrt ausgesetzt war, legte gestern um mehr als 8 Prozent zu.

Mit dem Gesamtergebnis der ersten neun Monate könne man allerdings nur „hochgradig unzufrieden“ sein, meinte Bretthauer. Der Umsatz stagnierte bei 61 Millionen Euro, der Verlust vor Steuern und Zinsen (Ebit) verdoppelte sich auf mehr als 10 Millionen Euro. Die finanzielle Lage ist alles andere als rosig. Der Finanzmittelbestand ist negativ – LPKF hat derzeit also de facto sein Konto überzogen. Bretthauer macht sich deshalb jedoch keine Sorgen. „Die Banken stehen zu uns“, sagte er. „Sie wissen, dass wir gute Perspektiven haben.“

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