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Niedersachsen Land will Jade-Weser-Port ausbauen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Land will Jade-Weser-Port ausbauen
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00:17 18.02.2016
Von Jens Heitmann
Jade-Weser-Port: In zehn Jahren Kapazitätsgrenze erreicht? Quelle: Carmen Jaspersen/dpa
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Hannover

Allerdings werde man das nur tun, wenn der Hafen bis dahin eine Million Container im Jahr umschlage: „Wir marschieren nicht blind in die Zukunft.“ Der einzige deutsche Tiefwasserhafen ist auf eine Kapazität von 3,3 Millionen Containern pro Jahr ausgelegt. Noch ist man von dieser Zahl in Wilhelmshaven weit entfernt: 2015 sind lediglich 430.000 Container angelandet, im Jahr zuvor waren es sogar nur 60.000 Stück. Gleichwohl drückt die Landesregierung aufs Tempo. Von der Planung des Ausbaus bis zur Fertigstellung eines zweiten Terminals dürften zehn Jahre ins Land gehen, sagte Lies. „Nichtstun wäre daher ein großer Fehler.“

Rückhalt liefert eine Machbarkeitsstudie, die die Hafenbetreiber beim Bremer Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik in Auftrag gegeben haben. Die Autoren kommen darin zu dem Schluss, dass einer Erweiterung des Hafens technisch nichts im Wege stehe. Ihren Prognosen zufolge wird der Jade-Weser-Port in etwa zehn Jahren an seine Kapazitätsgrenze stoßen.

Derzeit wird der Jade-Weser-Port von der als 2M bezeichneten Allianz der Großreedereien Maersk und MSC mit zwei Liniendiensten im Fernost-Europa-Verkehr und einem Liniendienst aus dem Fahrtgebiet Mittlerer Osten/Indien angelaufen. Zudem gibt es drei Feederlinien, mit denen der Weitertransport der Container in den Nord-Ostsee-Raum organisiert wird. Darüber hinaus seien die Hafenbetreiber und das Land mit weiteren Reedereien im Gespräch, sagte der SPD-Politiker.

Der Zeitpunkt dafür könnte allerdings günstiger sein: Wegen der schwächelnden Konjunktur fallen die Frachtraten in diesen Wochen auf immer neue Tiefstände. Dass sich die Lage in den nächsten Monaten deutlich zum Besseren wendet, glauben Experten nicht. Lies zeigt sich dennoch verhalten optimistisch: Zum einen würden durch die Fusion der Großreedereien Cosco und China Shipping die Karten in der Branche neu gemischt – beide zusammen bilden den viertgrößten Carrier. Zum anderen kämen immer größere Schiffe auf den Markt. „Selbst wenn die Frachtmenge nicht steigt, so wächst doch der Bedarf an Tiefwasserhäfen wie dem Jade-Weser-Port“, sagte der Minister.

Häfen im Plus: Gegen den Trend haben die neun niedersächsischen Seehäfen im vergangenen Jahr zugelegt. Der Umschlag erhöhte sich um knapp 12 Prozent auf 51,9 Millionen Tonnen. Die Häfen hätten sowohl bei Massen- als auch bei Stückgütern Zuwächse verzeichnet, teilte das Wirtschaftsministerium gestern mit. Neben Wilhelmshaven ging es auch für Papenburg mit einem Plus von 19 Prozent auf 587.000 Tonnen deutlich aufwärts. Emden verzeichnete zwar einen Spitzenwert beim Umschlag mit Neuwagen, die Gesamtmenge der verschifften Güter ging allerdings leicht um 2 Prozent zurück.

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