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Landwirte suchen nach Weg aus der Krise

Bauerntag in Hannover Landwirte suchen nach Weg aus der Krise

Landwirte haben auf dem Bauerntag in Hannover nach einem Ausweg aus der Krise gesucht. Der Chef des Kartellamts, Andreas Mundt, warnte vor Kooperationen, die sich von einem Gegengewicht in ein Schwergewicht verwandeln könnten. Agrarminister fordern eine Reduzierung der Milchmenge - und stoßen auf Unverständnis.

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„Zukunft sichern“: Die Landwirte tagen in Hannovers Kuppelsaal. Auf dem Programm stand auch die Wiederwahl von Bauernpräsident Joachim Rukwied (auf dem Monitor).

Quelle: dpa

Hannover . Nach den bösen Buben im Spiel müssen Milchviehhalter und Molkereien nicht lange suchen – sie haben sie alle sechs Monate vor der Nase: Dann verhandeln die Vertreter des Lebensmitteleinzelhandels mit ihnen über die Preise, wobei die Verkäufer inzwischen eher von einem Diktat sprechen würden. Im vergangenen Herbst hatten die Discounter Lidl und Aldi noch höhere Preise für Milch und Butter verkündet, ein halbes Jahr später drückten sie die Konditionen umso tiefer: Aktuell kostet ein Liter Frischmilch nur noch 46 Cent.

Seither rätseln die Erzeuger, wie sie der Macht des Handels begegnen sollen – Edeka, Rewe, Aldi sowie die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland repräsentieren 85 Prozent des Marktes. Ihnen gegenüber stehen rund 70.000 Milchviehhalter und knapp 150 Molkereien – rund drei Viertel der Milch verarbeiten Genossenschaften, also Zusammenschlüsse der Bauern. Um den Forderungen der Händler Paroli bieten zu können, müssten sich auch die Produzenten zusammenschließen, ist auf dem Bauerntag in Hannover zu hören.

Milchpreis erholt sich

Die Preise für lose Butter und Magermilchpulver ziehen wieder an. Auf dem Spotmarkt beobachte man seit Mitte Mai jede Woche höhere Notierungen, teilte das Kieler Institut für Ernährungswirtschaft gestern mit. „Mit dem weiter sinkenden Milchangebot werden die Erlöse auch in den übrigen Bereichen steigen.“ Der aus aktuellen Marktpreisen für Butter und Magermilchpulver kalkulierte Rohstoffwert habe Ende Juni bei knapp 25 Cent je Kilogramm gelegen. Im März und April lag er noch bei weniger als 20 Cent.

Bei Trinkmilch und Käse, die als Handelsmarken abgesetzt werden, dauere die Erholung länger, weil die Verträge bis Oktober laufen. Für den Herbst deuteten sich allerdings bereits höhere Preisforderungen der Molkereien an.

Auf den ersten Blick habe diese Idee Charme, sagte Detlef Latka, Geschäftsführer der genossenschaftlichen Molkerei Hochwald Foods aus dem rheinland-pfälzischen Thalfang beim Forum „Milchmarkt in der Krise“. Auf den zweiten Blick hingegen schon nicht mehr: „Wenn sich alle Molkereien verbünden, nennt man das ein Kartell – und das ist verboten.“ Zudem sei der deutsche Markt weitgehend gesättigt, einzig der Export biete also Wachstumschancen.

Das sieht die Wettbewerbsbehörde genauso. Man habe Verständnis dafür, dass die Molkereien ihre Verhandlungsposition gegenüber dem Handel verbessern wollten, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Dabei wandelten die Akteure jedoch auf schmalem Grat: Prinzipiell sei es erlaubt, das Angebot über Kooperationen zu bündeln. Allerdings dürfe aus dem Gegengewicht kein Schwergewichtler werden. „Preisabsprachen sind nicht erlaubt“, sagte Mundt.

Um das Verhältnis von Angebot und Nachfrage wieder ins Lot zu bringen, fordern die Agrarminister der Länder eine Reduzierung der Milchmenge – notfalls per Anordnung und ohne Entschädigung. Diese Idee stößt bei den Landwirten auf Unverständnis. „Wir wollen keinen Staat, der uns sagt, wie wir zu produzieren haben“, sagte Udo Folgart, Vorsitzender des Fachausschusses Milch beim Bauernverband. Nicht Erzeuger seien in der Pflicht, sondern der Einzelhandel und die Verbraucher. Von den Milchviehhaltern würden immer höhere Investitionen ins Tierwohl gefordert, ohne dass dies bei den Preisen berücksichtigt werde: „Dieser Widerspruch muss aufgelöst werden.“

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