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Plant Easyjet den Einstieg bei Tuifly?

Medienbericht Plant Easyjet den Einstieg bei Tuifly?

Das wäre eine Überraschung: Der börsennotierte britische Billigflieger Easyjet steht laut einem Pressebericht vor einer Beteiligung an der zum Tui-Konzern gehörenden Fluggesellschaft Tuifly mit Sitz in Hannover.

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Steigt Easyjet bei Tuifly ein?

Quelle: dpa/Archiv

Hannover. Wenn in einer Branche der Konkurrenzdruck steigt und viele Wettbewerber unter hohen Kosten ächzen, gelten Kooperation und Fusionen schnell als Königsweg aus der Dauerkrise. In der Gerüchteküche werden von interessierter Seite immer aufs Neue Allianzen zusammengebraut, harte Dementis gibt es selten – schon um für potenzielle Partner interessant zu bleiben oder zu werden. Die verantwortlichen Manager hüllen sich in Schweigen oder wiederholen den einen Satz in der Endlosschleife: „Jeder spricht mit jedem.“

Hinter vorgehaltener Hand ist dieses Statement seit Donnerstag auch bei Tuifly zu hören. Offiziell möchte sich die hannoversche Fluggesellschaft nicht zu einem Bericht des „Manager Magazins“ äußern, demzufolge der britische Billigfliegers Eaysjet Interesse an einem Einstieg haben soll. „Wir kommentieren das nicht“, sagte ein Unternehmenssprecher lediglich.

Nach Angaben des Magazins will
Easyjet mit der Beteiligung auf den Brexit reagieren: Die Gesellschaft befürchte, nach einem EU-Austritt Großbritanniens ihren unbegrenzten Zugang zum europäischen Luftraum zu verlieren. Mit Tuifly als Partner könnte sich Easyjet zum einen die Start- und Landerechte auf dem Kontinent dauerhaft sichern. Zum anderen fiele es den Briten leichter, auf dem deutschen Markt zu expandieren. Noch steht die Gesellschaft hierzulande im Schatten von Lufthansa und deren Discount-Tochter Eurowings sowie von Air Berlin und Ryanair.

Die Belegschaft weiß nicht nichts

In der Belegschaft von Tuifly wurde der Magazin-Bericht am Donnerstag mit großer Überraschung aufgenommen. „Wir wissen von nichts“, sagte die Betriebsratsvorsitzende Karin Grobecker: „Die Geschäftsführung muss jetzt schnellstmöglich für Klarheit sorgen.“ Gelegenheit dazu hat das Management spätestens in der nächsten Woche – da steht eine Sitzung des Aufsichtsrates auf dem Programm. Vergangene Woche hat sich bereits das Kontrollgremium des Mutterkonzerns Tui in Berlin zur jährlichen Strategiesitzung getroffen. Von dem Thema Easyjet sei nichts in die Belegschaft gedrungen, hieß es in Hannover.

Tuifly unterhält eine Flotte von 
41 Maschinen – 14 davon sind dauerhaft samt Personal an Air Berlin vermietet. Mit diesem Vertrag sind die Partner in der Hauptstadt schon länger nicht mehr glücklich. Das Leasingabkommen kostet die hoch defizitäre Air Berlin angeblich mehr als 100 Millionen Euro im Jahr und verlängert sich bis 2029, wenn nicht die Tui vorher aussteigt. Daran hat man in Hannover jedoch kein Interesse, weil es für die Maschinen bei der Tui keinen Bedarf mehr gibt.

Dieses Szenario bietet Raum für Spekulationen: Würde ein Dritter – wie zum Beispiel Easyjet – die 14 Flugzeuge übernehmen, wären Air Berlin und Tuifly ein großes Problem los. Die Tui freut sich zwar über die hohen Einnahmen aus der Hauptstadt, sie kann aber nicht sicher sein, dass diese dauerhaft fließen: Air Berlin hängt am Geldhahn der Golf-Airline Etihad – wenn diese die Geduld verliert, könnten die 14 Maschinen wieder bei Tuifly auf dem Hof stehen.     

Tui will bei Fluggesellschaften sparen

Kosten müssen runter: Die Tui-Führung will die Konzernflotte von 140 Maschinen, die sich auf fünf Ländergesellschaften verteilen, stärker aus einer Hand steuern. Das unter dem Titel „One Aviation“ („eine Luftfahrt“) laufende Effizienzprogramm kommt dem Vernehmen nach zwar deutlich schlechter voran als ursprünglich erhofft – die Richtung aber ist klar: Die Kosten sollen sinken. Die deutsche Tuifly hat bereits mehrere Sparprogramme hinter sich und hunderte Stellen abgebaut – unter anderem in der Wartung.

In Hannover werden am Freitag nur noch kleinere Routinechecks gemacht, die großen Kontrollen finden anderenorts statt. Der langjährige Geschäftsführer Dieter Nirschl hat Tuifly Ende April verlassen, sein Vorgänger Roland Keppler kommt wieder an Bord. 

Jens Heitmann

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Stellungnahme

Der Ferienflieger Tuifly hat Spekulationen über seinen möglichen Verkauf an den Billigflieger Easyjet klar zurückgewiesen. "Eine Kooperation oder ein Einstieg" von Easyjet bei Tuifly sei "weder in Vorbereitung noch wird dies angestrebt."

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