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Leiharbeiter bei Coca-Cola ausgebeutet?

Subunternehmer ohne Geld Leiharbeiter bei Coca-Cola ausgebeutet?

60 Bulgaren eines Subunternehmers sollen trotz Arbeit kein Geld bekommen haben. Nun wurden sie vor wenigen Tagen gekündigt. Die Beratungsstelle für mobile Beschäftigte erhebt nun schwere Vorwürfe gegen das Unternehmen. Coca-Cola in Hildesheim ist einer der größeren Standorte des amerikanischen Brauseherstellers in Deutschland. 

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„Wir wollten keine Verhältnisse wie in der Fleischbranche“: Der Betriebsrat hat sich gegen die Fremdvergabe der Flaschensortierung ausgesprochen.

Quelle: Gossmann

Hildesheim. Der Subunternehmer eines Subunternehmers soll auf dem Gelände von Coca-Cola in Hildesheim bulgarische Werkvertragsarbeiter ausgebeutet haben. Diesen Vorwurf erhebt die Beratungsstelle für mobile Beschäftigte, die sich im Auftrag des Landes um osteuropäische Werkvertragsarbeiter kümmern soll. Coca-Cola in Hildesheim ist einer der größeren Standorte des amerikanischen Brauseherstellers in Deutschland. Eine Sprecherin der Zentrale in Berlin erklärte, man führe derzeit Gespräche, „um eine schnelle Klärung herbeizuführen“.

Leere Pfandflaschen sortiert

Die Bulgaren waren erst Ende vergangenen Jahres angeheuert worden, um ab Januar auf dem Gelände von Coca-Cola leere Pfandflaschen zu sortieren - Behälter in den Größen von 0,2 Liter, 0,3 Liter und 0,5 Liter. Vor wenigen Tagen wurde ihnen fristlos gekündigt. Das Gehalt für Februar haben sie nie bekommen, auch kein Geld für März. Die Kündigungen liegen der HAZ vor. Der Subunternehmer erklärte, er werde möglicherweise Insolvenz anmelden.

Maria Krumova von der Beratungsstelle kennt solche Geschichten. „Das ist ein typischer Fall von Ausbeutung ausländischer Arbeitskräfte“, sagte sie der HAZ. „Man bekommt einen Arbeitsvertrag für ein Jahr, schuftet etwa drei Monate lang, bekommt nur Geld für den ersten Monat und wird dann gekündigt. Am Ende geht man leer aus.“ Ein Anwalt der Beratungsstelle versucht, das fehlende Geld nun einzuklagen, was um so schwieriger wird, wenn der Unternehmer Insolvenz angemeldet hat.

Wer Schuld an der drohenden Insolvenz trägt - darüber gehen die Angaben auseinander. Die Arbeit des Flaschensortierens hatte Coca-Cola als Fremdleistung ausgeschrieben. Den Zuschlag bekam ein Unternehmen, das Coca-Cola als „einen langjährigen und zuverlässigen Partner“ beschreibt. Das Unternehmen aus der Nähe von Wildeshausen im Kreis Oldenburg gab die Arbeit wiederum weiter an den Subunternehmer aus Nordrhein-Westfalen.

Kritik aus Betriebsratskreisen

Nach Unternehmensangaben führt Coca-Cola die Flaschensortierung an vielen Standorten selbst durch. In Hildesheim habe man sich „im Rahmen des weiteren Ausbaus des Standortes“ jedoch dafür entschieden, die Arbeit an Dritte zu vergeben. Aus Betriebsratskreisen stößt das auf Kritik: „Wir waren dagegen. Wir wollten keine Verhältnisse wie in der Fleischbranche“, sagte jemand aus dem Unternehmen. „Genau das haben wir jetzt.“

Der Vergleich zur Fleischbranche liegt nicht fern: Der Subunternehmer, der die 60 Bulgaren schickte, hat in der Vergangenheit sein Geld mit osteuropäischen Leiharbeitern in den Schlachthöfen gemacht - und dabei ging es wohl nicht immer mit rechten Dingen zu. In Hildesheim womöglich auch nicht. Der Subunternehmer behauptet, sein Geld vom Generalunternehmer nicht bekommen zu haben. Er habe einen sechsstelligen Betrag Minus gemacht. „Ich konnte meine Leute nicht bezahlen.“

Der Geschäftsführer des Generalunternehmers weist das zurück. „Wir haben immer vertragsgemäß gezahlt und sogar noch einen fünfstelligen Vorschuss geleistet. Kurz danach hat er die Arbeit am 9. Mai ohne Vorwarnung eingestellt“, sagte Karl Stolze. Dennoch wollten beide Seiten kommende Woche gemeinsam eine Lösung suchen.

Seit 30 Jahren kommt Coca-Cola aus Hildesheim

Mit gut 500 Mitarbeitern ist Hildesheim einer der größeren Standorte von Coca-Cola in Deutschland. Etwa 265 Millionen Liter Erfrischungsgetränke wurden hier nach Unternehmensangaben im vergangenen Jahr produziert. Seit 1987 wird von Hildesheim aus ein großer Teil Niedersachsens mit Cola, Fanta, Sprite und Mezzo Mix versorgt: Die Brause geht heute in die Region Hannover, nach Braunschweig, Wolfsburg, Salzgitter und in den Nord-Harz. Der Standort mit derzeit 137.000 Quadratmetern Produktionsfläche wird weiter ausgebaut. Erst im vergangenen Jahr wurde eine neue Produktionslinie für 60?000 Einwegflaschen pro Stunde in Betrieb genommen. Eine weitere soll hinzu kommen.

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