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Niedersachsen MAN-Konzern steht vor der Zerschlagung
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen MAN-Konzern steht vor der Zerschlagung
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00:38 19.04.2018
VW will MAN zerschlagen. Quelle: dpa
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München

 Der traditionreiche Lkw- und Maschinenbauer MAN steht vor der Zerschlagung.  Weil der Mutterkonzern Volkswagen seine Lastwagensparte Truck & Bus mit den Marken MAN und Scania in einem Jahr börsenfähig machen will, soll soll die 1758 gegründete „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg“ zerlegt werden. Die  MAN-Sparte Diesel & Turbo, die Schiffsmotoren und Kompressoren für die Industrie herstellt, passe nicht zu den Börsenplänen, sagte VW-Truck & Bus-Chef Andreas Renschler am Montag in München. Gleiches gelte für den Getriebebauer Renk.

Bis 2025 hat Volkswagen für den MAN-Konzern eine Standort- und Beschäftigungsgarantie gegeben. Die Sparte MAN Diesel & Turbo mit Hauptsitz in Augsburg beschäftigt 15.000 Mitarbeiter. Dieser Unternehmensteil werde demnächst in den VW-Konzern eingegliedert, sagte Renschler. Über die weitere Zukunft müsse dann in Wolfsburg entschieden werden.

 Renschler will VW Truck & Bus mit der MAN-Lastwagensparte und Scania bis zum Jahr 2025 zum profitabelsten Lkw-Hersteller machen und sich auch in den USA und Asien stark aufstellen: „Wir wollen Global Champion in unserer Industrie werden.“ Ziel sei es, auf dem Weg dorthin die Zusammenarbeit mit bestehenden Partnern auszubauen. So sei beispielsweise auch ein Übernahmeangebot für den US-Hersteller Navistar denkbar, sagte Finanzchef Matthias Gründler. Auch ohne das Geld aus einem Börsengang könne man die dafür nötige Summe von 3 bis 4 Milliarden Euro aufbringen. Derzeit hält VW Truck & Bus 16,9 Prozent an Navistar. MAN werde zudem die Zusammenarbeit mit seinem chinesischen Partner Sinotruk vertiefen, sagte Renschler. An dem Unternehmen hält VW 25 Prozent.

 Weltweit erwirtschaftete VW Truck & Bus im vergangenen Jahr 24 Milliarden Euro Umsatz, Konkurrent Daimler kam auf 36 Milliarden. MAN und Scania sind Marktführer in Deutschland, Europa und Brasilien, aber relativ schwach in Nordamerika und Asien. In den USA und Asien würden zusammen aber gut 60 Prozent der Gewinne in der Lkw-Branche erwirtschaftet, sagte Renschler. 

 In den nächsten zwölf Monaten will sich VW Truck & Bus in eine europäische Aktiengesellschaft (SE) umwandeln und börsenfähig werden. Damit sei die Sparte flexibler und habe zusätzliche Möglichkeiten, sich Geld für Wachstum zu besorgen, erklärte Renschler. „Das heißt aber nicht automatisch, dass wir dann an die Börse gehen.“ Ob und wann ein Börsengang erfolge, hänge auch stark vom Umfeld ab und sei eine Entscheidung des VW-Konzerns. „Jetzt machen wir den ersten Schritt, dann sehen wir weiter.“ 

Von Jörn Bender

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