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MAN ist elfte Marke des VW-Konzerns

Übernahmeangebot bringt klare Mehrheit MAN ist elfte Marke des VW-Konzerns

Mit gebremstem Ehrgeiz hatte VW sein Angebot für MAN gestartet, doch am Ende ist Vorstandschef Martin Winterkorn mit dem Ergebnis „mehr als zufrieden“. Der Wolfsburger Konzern hält jetzt 55,9 Prozent der Stimmrechte bei dem Münchener Lkw- und Maschinenbauer – deutlich mehr als erwartet. Noch stehen die Genehmigungen der Kartellbehörden aus.

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VW drängt nach vorn: Auch die Lkw von MAN werden künftig unter der Konzernflagge fahren.

Quelle: dpa

Hannover. Wenn sie im zweiten Halbjahr vorliegen, ist der Weg frei für die lange geplante Lkw-Allianz des Konzerns. Nach der Übernahme von Porsche wäre MAN die elfte Marke des VW-Konzerns.

Bisher war VW mit 30 Prozent an MAN beteiligt. Die Aufstockung kostet den Konzern 3,4 Milliarden Euro, was angesichts der gut gefüllten Konzernkasse kein Problem ist. VW hatte in seinem Angebot bereits erklärt, dass man notfalls auch sämtliche MAN-Aktien kaufen könne, ohne finanziell Schwierigkeiten zu bekommen. Beobachter rechnen denn auch damit, dass die Wolfsburger weiter zukaufen werden. Der jetzige Anteil sei nur eine „Durchgangsstation zu einer Mehrheit von 75 bis 100 Prozent“, sagte Frank Schwope von der Nord/LB. „Das Geld hat VW in jedem Fall.“

Bei MAN sieht man das offenbar ähnlich: „Unsere Aktionäre haben sich entschieden: MAN wird zur VW-Familie gehören“, sagte ein Konzernsprecher. Die MAN-Führung hatte den Aktionären zwar offiziell zur Ablehnung des Angebots geraten, weil es unter dem aktuellen Börsenkurs lag. Gleichzeitig hat der Konzern eine engere Zusammenarbeit mit dem ebenfalls zu VW gehörenden Konkurrenten Scania immer befürwortet. Die Sorgen um Arbeitsplätze und Standorte versucht VW mit umfangreichen Garantien zu zerstreuen. Auch eine Aufspaltung sei nicht geplant, der MAN-Industriebereich soll erhalten bleiben.

Im Übrigen hält sich VW zu seinen Plänen für die beiden Lkw-Hersteller aber bedeckt. Klar ist, dass gemeinsame Einkaufsprojekte gestartet werden, sobald die Übernahme genehmigt ist. Bisher wären schon Gespräche darüber ein Verstoß gegen das Kartellrecht, weil MAN und Scania noch Konkurrenten sind. VWs Kaufangebot hatte vor allem das Ziel, diese Hürde zu überspringen. Doch damit dürften sich VW-Chef Martin Winterkorn und der Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piëch nicht zufriedengeben. Sie streben einen „integrierten Nutzfahrzeugkonzern“ an.

Einer der ersten Schritte dürfte der Umbau des MAN-Aufsichtsrats sein. Die europäische Kartellbehörde hat jüngst VWs Versuch gestoppt, fünf der acht Sitze auf der Arbeitgeberseite einzunehmen. Doch sobald die Übernahme genehmigt ist, dürfte das per Gerichtsbeschluss geschehen.

Eine gemeinsame Führung wird es wohl nicht so schnell geben. Scania-Chef Leif Östling sitzt ebenso fest im Sattel wie Georg Pachta-Reyhofen bei MAN. Diffus ist dagegen die Rolle von Jochem Heizmann, der im VW-Vorstand das Lkw-Ressort verwaltet, bisher aber lediglich zwischen Östling und Pachta-Reyhofen moderieren sollte – mehr dürften beide auch nicht akzeptieren.

In den nächsten Schritten dürfte es um eine Zusammenarbeit bei Service und Vertrieb im Ausland gehen. Auch Gemeinschaftsentwicklungen bei Chassis und Antrieb versprechen Potenzial, allerdings haben beide Hersteller gerade viel Geld in neue Motorengenerationen investiert. Wie bei Personenwagen gilt die Regel, dass Gleichteile dort möglich sind, wo der Fahrer sie nicht sieht und spürt. So dürften die Fahrerkabinen immer getrennt entwickelt werden, aber die Elektronik hinter dem Armaturenbrett könnte man sich teilen.

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Finanzkreise

Volkswagen könnte mit seinem Pflichtangebot für die Übernahme von MAN die Mehrheit an dem Lastwagenhersteller erlangt haben. Finanzkreisen zufolge dürften den Wolfsburgern kurz vor Ende der Frist am Mittwoch um Mitternacht genug Aktien angedient worden sein, um über die Schwelle von 50 Prozent zu gelangen. Weder Volkswagen noch MAN wollten sich auf Anfrage dazu äußern.

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