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Maschmeyer wirft Claassen Untreue vor

Machtkampf der Investoren Maschmeyer wirft Claassen Untreue vor

Untreue – oder „Schmutzkampagne“? Im Streit um die Medizintechnikfirma Syntellix eskaliert der Konflikt zwischen Carsten Maschmeyer und Utz Claassen. Nun bahnt sich zwischen den zwei prominenten Wirtschaftsgrößen aus Hannover ein juristischer Großkonflikt an.

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Untreue oder kriminelle Vereinigung? Gegenspieler Maschmeyer (li.) und Claaßen.

Quelle: dpa (Archiv)

Hannover. Der AWD-Gründer Carsten Maschmeyer hat gegen den früheren Sartorius- und EnBW-Chef Utz Claassen Strafanzeige wegen des Verdachts der Untreue gestellt - der Beschuldigte will bei der Staatsanwaltschaft mit einer eigenen Anzeige kontern und hegt offenbar den Verdacht, dass auf der Gegenseite eine kriminelle Vereinigung am Werk sein könnte.

Anlass für den Streit zwischen den beiden Unternehmern ist ein Sponsorenvertrag der hannoverschen Medizintechnikfirma Syntellix mit dem spanischen Fußballklub RCD Mallorca. Claassen ist Gründer und größter Aktionär der Gesellschaft, die den Markt für Knochenimplantate revolutionieren will: Sie vertreibt Kompressionsschrauben aus einer Magnesium-Legierung, die sich im Knochen komplett abbauen und so eine zweite Operation überflüssig machen. Maschmeyer ist Anfang 2013 bei Syntellix eingestiegen und soll an die 30 Prozent der Anteile halten.

Claassen war neben seinem Engagement bei Syntellix auch als Investor und Präsident bei RCD Mallorca aktiv. Im Herbst 2015 hat die Medizintechnikfirma einen Sponsorenvertrag für 120.000 Euro mit dem spanischen Zweitligisten geschlossen.

Nach Informationen des Magazins „Der Spiegel“ wirft Maschmeyers Anwalt Gerhard Strate Claassen in einer Anzeige vor, den Syntellix-Aufsichtsrat nicht über einen Interessenkonflikt informiert zu haben, der sich aus seiner Doppelfunktion bei der Firma und RCD Mallorca ergeben soll. Syntellix habe nur einen Jahresumsatz von 700.000 Euro erwirtschaftet – ein Sponsorenvertrag über 20 Prozent der Firmenerlöse hätte daher kaum die Zustimmung des Aufsichtsrates gefunden - so der Vorwurf.

Claassen weist das entschieden zurück: „An den Vorwürfen ist absolut nichts dran.“ Der Vorstand von Syntellix habe sich aus eigener Initiative für die Trikotwerbung bei RCD Mallorca entschieden, um die eigene Marke in Spanien bekannter zu machen - das Land sei der zweitwichtigste Absatzmarkt. Einer Genehmigung durch den Aufsichtsrat habe es dafür nicht bedurft, ein Rechtsgutachten bestätige das. Sowohl das Kontrollgremium als auch die Hauptversammlung seien über den Vertrag mit dem Klub aus­führlich informiert worden. Vertreter Maschmeyers hätten an den Aktionärstreffen teilgenommen. „Wenn es diese Anzeige geben sollte, werde ich unverzüglich Strafanzeige wegen falscher Verdächtigung stellen“, sagte Claassen der HAZ.

Der Streit um den Sponsorvertrag ist möglicherweise erst der Auftakt für einen Machtkampf bei Syntellix. Der Vorstand wittert hinter Maschmeyers Vorgehen eine rechtsmissbräuchliche, gegen das Unternehmen gerichtete „maliziöse Kampagne“, wie es intern heißt. Claassen selbst sprach bei der Hauptversammlung von einer „unwahrheitsbasierten Marodierungsstrategie“. Maschmeyer, so heißt es im Lager Claassens, habe mehrmals gegen Kapitalerhöhungen votiert, die für Syntellix überlebenswichtig gewesen seien. Ein solches Verhalten ergebe nur Sinn, wenn dieser Investor die Firma ruinieren wolle - möglicherweise zum Vorteil eines Wettbewerbers. So agiere nur eine „kriminellen Vereinigung“.

Maschmeyer war für eine Stellungnahme am Freitag nicht zu erreichen.

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Finanzinvestorenstreit

Der Rechtsstreit zwischen den Finanzinvestoren Carsten Maschmeyer und Utz Claassen geht in die nächste Runde. Nachdem Maschmeyer Claassen wegen des Verdachts der Untreue angezeigt hat, kontert dieser per Strafanzeige und Strafantrag gegen Maschmeyer und dessen Anwalt Gerhard Strate.

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