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Niedersachsen „Wir haben im Moment zu viele an Bord“
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen „Wir haben im Moment zu viele an Bord“
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00:16 15.05.2016
Hochpräzisionslaser von LPKF: Ein eisernes Sparprogramm soll beim Kampf gegen die Krise helfen. Quelle: Julian Stratenschulte
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Garbsen

Schon vor einiger Zeit haben sich die Garbsener darum ein eisernes Sparprogramm auferlegt: Investitionen werden gekürzt, rund 100 der insgesamt 800 Stellen sollen gestrichen werden. LPKF-Chef Ingo Bretthauer ist dennoch zuversichtlich, dass die Wende bald gelingt.

Herr Bretthauer, Laser-Direktstrukturierung (LDS) gilt als begehrte Innovation für Bauteile in der Smartphone-Welt. Und die brummt. Was ist falsch gelaufen?
Wir haben einfach eine Sättigung erreicht. Unser Geschäft lief in den letzten Jahren sensationell gut. Wir verkaufen ja keine Teile für die Handys, sondern Maschinen, die Teile produzieren. Und dieser Aufbau an Maschinen im Markt hat rasant stattgefunden. Mittlerweile stehen da Maschinen, die Kapazität haben für viele Hundert Millionen Teile. Und es werden auch permanent in großer Stückzahl LDS-Teile gefertigt. Aber: Wenn die Kapazität der Maschinen erst einmal eine gewisse Größe erreicht hat, dann bekommt der Absatz an Neumaschinen einen Dämpfer.

Also dürfte Ihr LDS-Maschinenabsatz jetzt länger brachliegen?
Wir glauben, dass in Bälde Ersatzinvestitionen kommen. Wir haben aber dennoch für unsere Prognose keine Erwartungen dort hineingesteckt. Wir gehen davon aus, dass LDS die nächsten zwei Jahre schwach bleibt. Die Aufbauwelle ist mit der Marktsättigung vorbei.

Trifft der Jobabbau alle Unternehmensbereiche gleich hart?
Nein, es trifft alle, aber alle ungleich. Ich bin kein Freund von Rasenmähermethoden. Aber wir haben im Moment für diese Umsatzbasis zu viele Menschen an Bord. Wir haben Zielvorgaben pro Standort und Bereich und etwa in der Entwicklungsabteilung nur sehr selektiv Anpassungen gemacht. Wir wollen zurück zu unseren Kostenstrukturen aus den Jahren 2010/2011. Und was wir jetzt abbauen, wirkt ja nur halb, die volle Wirksamkeit der Kostenmaßnahmen wird erst 2017 greifen.

Wie reibungslos kann ein so großer Stellenabbau laufen?
Bis jetzt ist das ganz gut gegangen. Wir haben ja schon im letzten Jahr leicht abgebaut. Wir haben natürliche Fluktuation, auslaufende befristete Verträge - und auch die ersten Gespräche für den weiteren Abbau sind schon geführt. Es ist aber ganz schwierig festzustellen: Wie viel geht leicht und wie viel geht schwer? Wir glauben aber, dass wir die Ersparnis hinbekommen und das auch in guter Einigung mit fairen Auflösungsverträgen. Wir rechnen damit, dass wir zum Beispiel in Garbsen in maximal 25 Fällen in Gespräche für Aufhebungsvereinbarungen gehen müssen. Uns geht es nicht um Köpfe, sondern um die Personalkosten.

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