Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Maschinenbauer LPKF startet mit starkem Minus
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Maschinenbauer LPKF startet mit starkem Minus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:03 12.05.2016
Für den Maschinenbauer LPKF startet das Jahr 2016 mit tiefrotem Quartal. Quelle: dpa
Garbsen

Der angeschlagene Maschinenbauer LPKF steckt zum Jahresstart tief in der Verlustzone fest. Unter dem Strich notierte der Laserspezialist aus Garbsen bei Hannover im ersten Quartal einen Fehlbetrag von 3,4 Millionen Euro, nachdem zum Auftakt vor einem Jahr noch eine schwarze Null (71 000 Euro) gestanden hatte. Der Verlust der ersten drei Monate des laufenden Jahres liegt damit bereits auf dem Niveau des gesamten Vorjahres, als nach Zinsen und Steuern rote Zahlen in Höhe von 3,5 Millionen Euro zu Buche geschlagen hatten.

LPKF gab vor kurzem bekannt, etwa jeden achten Job abbauen zu wollen. In Summe sind das rund 100 Stellen, die möglichst sozialverträglich wegfallen sollen. Binnen Jahresfrist sind bereits 19 Jobs entfallen.

LPKF-Chef Ingo Bretthauer sagte am Donnerstag: „Wir arbeiten hart daran, dass 2016 besser wird als 2015. Das wollen wir unbedingt schaffen! Unser Krisenjahr war eigentlich schon 2015, jetzt arbeiten wir an der Wende. Aber klar: Wenn Sie 100 Leute abbauen müssen, ist das natürlich auch für das laufende Jahr eine große Herausforderung“. Der Sparkurs sei ein schmerzhafter aber notwendiger Schritt, um spätestens 2017 wieder auf einem profitablen Wachstumskurs zu sein.

Für den Umbau in der Krise, besonders auch für den Jobabbau, veranschlagt der Konzern zwei Millionen Euro. Bretthauer zeigte sich zuversichtlich, einen Großteil der Stellenstreichungen über Mittel wie Fluktuation oder Altersteilzeit regeln zu können.

Der Umsatz des traditionell schwachen ersten Quartals brach um 31 Prozent ein auf 15 Millionen Euro. Dem standen 11,5 Millionen Euro Aufwand für Personal und 6,3 Millionen Euro für Material gegenüber.

Vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag das Quartals-Ergebnis bei minus 4,5 Millionen Euro, nach 210 000 Euro vor einem Jahr. Steuergutschriften führten zu der leichten Verbesserung beim Ergebnis unterm Strich, auch wenn das klar negativ blieb.

Für 2016 rechnet LPKF nun mit einem Umsatz von 90 bis 110 Millionen Euro. 2015 waren nur 87 Millionen Euro zusammengekommen, 2014 dagegen noch 120 Millionen Euro. Die Gewinnschwelle soll 2017 auf unter 90 Millionen Euro Umsatz fallen. Diese Grenze lag 2015 noch bei knapp 100 Millionen Euro. Zentraler Hebel für das Senken ist der Jobabbau.

LPKF konnte bisher auf sein Zugpferd Laser-Direktstrukturierung (LDS) setzen, das Leiterbahnen direkt in Bauteile brennt, etwa Smartphones. Doch besonders in diesem Bereich ist das Geschäft eingebrochen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Touristikkonzern Tui treibt seinen Ausverkauf voran. Nach der weltgrößten Betten-Datenbank Hotelbeds wollen die Hannoveraner nun ein Paket mit mehr als 50 Spezialreisemarken losschlagen.  „Es ist genau der richtige Zeitpunkt dafür, es gibt viel Geld im Markt“, sagte Konzernchef Fritz Joussen am Mittwoch bei der Vorlage des Halbjahresberichts.

Lars Ruzic 12.05.2016

Zehntausende VW-Mitarbeiter machen am Mittwoch ihrem Unmut über die stockende Haustarifrunde bei dem Autobauer Luft.  In Stöcken allein gingen 8000 Metaller auf die Straße. 

Lars Ruzic 11.05.2016

Heikle Beschlusslage: Abgeschottet von der Öffentlichkeit ist am Dienstagnachmittag in Wolfsburg erneut der Aufsichtsrat von Volkswagen zusammengekommen. Die 20 VW-Kontrolleure berieten nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (DPA) unter anderem über die Frage, ob der Vorstand für das Krisenjahr 2015 entlastet werden soll. Bis Redaktionsschluss lag noch kein Ergebnis vor.

10.05.2016