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Niedersachsen Und die deutschen Kunden?
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11:54 29.01.2016
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Hannover

Voller Neid blicken viele vom VW-Skandal betroffene Kunden in die USA: Gutscheine, großzügige Rückgabeoptionen, Sammelklagen, verbrauchernahe Richter. In den Vereinigten Staaten ist der Kunde König. Vor diesem Hintergrund muss die Frage erlaubt sein, wie es eigentlich hierzulande um die Kundenfreundlichkeit im Zuge der großen Rückrufaktion bestellt ist.

Vor fast einem Monat hieß es, dass betroffene Fahrzeughalter in Kürze angeschrieben werden und sich nicht aktiv um einen Werkstatt-Termin kümmern müssen. „Aber wie soll das gehen?“, fragt HAZ-Leser Martin H. Sein Golf hat einen 2,0-Liter-Motor. Schon Ende Januar soll es laut VW mit den Updates dieser Modelle losgehen. Jetzt haben wir Mitte Januar. „Bekomme ich dann einen Tag vorher Bescheid, oder wie? Ich würde das schon gern ein bisschen einplanen können“, wünscht sich der Langenhagener.

Auch viele Werkstätten hängen in der Warteschleife und wissen nicht so recht, was sie den Kunden sagen sollen, die wegen der Rückrufaktion fragen. „Wir wissen auch nur das, was in der Zeitung steht“, sagt ein Angestellter eines großen VW-Vertragspartners in Hannover. Ein anderes großes Autohaus verweist gar an die allgemeine Volkswagen-Hotline. „Bevor Sie nicht den Brief von VW haben, sind uns die Hände gebunden“, heißt es. „Termine können wir leider noch keine vergeben“, sagt die freundliche Frau am Telefon. „Ich hoffe, dass wir bald Gewissheit haben – auch wir wünschen uns Planungssicherheit.“

Unterdessen gibt es noch immer HAZ-Leser, die befürchten, auf den Kosten der Nachrüstung sitzenzubleiben. „Wer garantiert mir, dass ich das nicht alles selbst zahlen muss?“, fragt Herbert B. aus Seelze. In dieser Hinsicht findet Volkswagen eindeutige, klare Worte: Vom Abgas-Skandal betroffene VW-Kunden können nach Angaben des Konzerns bis mindestens Ende 2017 Ansprüche auf Gewährleistung stellen. Volkswagen verzichte „ausdrücklich bis zum 31. Dezember 2017 auf die Erhebung der Verjährungseinrede im Hinblick auf etwaige Ansprüche, die im Zusammenhang mit der in Fahrzeugen mit Motortyp EA 189 eingebauten Software bestehen“, teilte VW mit. Damit verlängert der Konzern die Frist um ein Jahr – bislang war sie bis Ende 2016 gesetzt. Außerdem gilt der Verjährungsverzicht auch für verjährte Ansprüche. Jetzt muss es VW nur schaffen, bis Ende 2017 alle Fahrzeuge nachzurüsten – dann geht die Rechnung auf.

Was haben Sie mit VW erlebt? Schreiben Sie Enno Janssen an meinvw@haz.de

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