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Mittelständler hadern mit der Digitalisierung

Cebit Mittelständler hadern mit der Digitalisierung

Jeder dritte Mittelständler hierzulande scheitert bei dem Versuch, stärker auf den Trend der Digitalisierung zu setzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Unternehmensberatung EY. Die größten Hemmschuhe seien zu kleine Budgets, der Mangel an Fachkräften sowie fehlendes Wissen im eigenen Betrieb. 

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„Der Rückstand ist alarmierend“: Messe-Vorstand Oliver Frese (links) und Bernhard Rohleder vom Bitkom sehen die Führungskräfte in der Pflicht. 

Quelle: dpa

Hannover. Insbesondere kleine Firmen gerieten deshalb oft in die Bredouille, weil sie mit den Branchengrößen nicht mithalten könnten. Dabei könnten gerade sie von den Früchten der Digitalisierung profitieren, so die Studie.
Die Analyse der Berater deckt sich mit dem Befund des IT-Branchenverbandes Bitkom. Gerade bei vielen kleinen und mittleren Unternehmen sei der Rückstand bei der Digitalisierung „alarmierend“, sagte Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder am Sonntag vor Beginn der IT-Messe Cebit. Während es 71 Prozent der Firmen mit mehr als 500 Beschäftigten gelinge, Mitarbeiter mit den nötigen Kenntnissen an sich zu binden, sei das bei Betrieben mit weniger als 100 Beschäftigten nur bei 57 Prozent der Fall.

Die Defizite vieler Unternehmen zeigen sich nach Einschätzung des Bitkom bereits in der alltäglichen Kommunikation. Bei vier von fünf Firmen spielen einer Umfrage des Verbandes zufolge Fax-Geräte noch eine große Rolle; Kunden- oder Mitarbeiterportale und soziale Netzwerke werden hingegen von weniger als einem Drittel der Betriebe genutzt. „Hier haben wir noch ein dickes Brett zu bohren“, sagte Rohleder. Angesichts der digitalen Herausforderungen reiche es nicht mehr aus, Facebook fehlerfrei zu bedienen. „Man muss auch die Technik dahinter verstehen.“

Der Bitkom sieht hier vor allem Geschäftsführer und Vorstände in der Pflicht. Viele Führungskräfte seien sich zwar bewusst, dass sie ihre Geschäftsmodelle und die Prozesse in den Unternehmen umbauen müssten. Nur die wenigsten aber wüssten auch, wie sie das angehen sollen. „Das Management schwimmt“, sagte Rohleder. Nachhilfe erhofft sich der Verband von der Cebit, die auch als „zentrale Weiterbildungsveranstaltung“ zu verstehen sei.

Auf diese Bedürfnisse haben sich die Aussteller eingestellt. In diesem Jahr seien bei der IT-Schau mehr als 400 konkrete Anwendungsbeispiele für die Digitalisierung und das Internet der Dinge zu sehen, sagte Messe-Vorstand Oliver Frese. „Mit dem Campus Mittelstand bietet die Cebit eine maßgeschneiderte Informationsplattform.“ Zur Messe haben sich wie im vergangenen Jahr rund 3300 Aussteller angemeldet. Zuletzt kamen 193 000 Besucher auf das Gelände. Die Zahl der „Entscheider“, also Manager mit Budgetverantwortung, werde höher sein als 2015, hieß es.     

Von Jens Heitmann 
und Heiko Lossie

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