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Molkereien sollen mehr zahlen

Krisengipfel im Ministerium Molkereien sollen mehr zahlen

Mit einem Krisengipfel will Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) Niedersachsens Milchbauern helfen. Für den kommenden Freitag lädt Meyer Vertreter aller Molkereien des Landes zu Gesprächen ein.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. Der Minister will erreichen, dass die Milchproduktion gedrosselt wird und der Erzeugerpreis so wieder nach oben getrieben werden kann – die Rede ist von vier Cent. Auf Bundesebene ist am 30. Mai ebenfalls ein Milchgipfel geplant.
Zwischen 2010 und 2014 sei die erzeugte Milchmenge in Niedersachsen um 15 Prozent auf 6,7 Millionen Tonnen jährlich gestiegen und habe auch danach stetig zugenommen, sagte Meyer: „Es ist zu viel Milch am Markt. Die Menge muss runter.“ Derzeit bekommen Milchbauern pro Kilogramm Milch nur noch etwas mehr als 20 Cent. Um wirtschaftlich arbeiten zu können, brauchen sie aber 35 bis 40 Cent. Die sinkenden Milchpreise bringen die Landwirte in immer größere Schwierigkeiten: Viele Familien müssen nach Angaben des Landvolks bereits Kredite aufnehmen, um ihren Lebensunterhalt zu decken.

Die Preise werden wesentlich von den großen Einzelhandelsketten erzwungen. Der Minister will sich dafür einsetzen, dass die meist genossenschaftlich organisierten Molkereien ihren Landwirten dennoch zwei Cent mehr pro Liter zahlen, wenn diese die Milchproduktion reduzieren, sagte sein Sprecher. Zusätzlich solle noch der Bund zwei Cent drauflegen – mit vier Cent wäre vielen Landwirten eine Perspektive gegeben.

Als Vorbild nennt das Ministerium die niederländische Großmolkerei Friesland Campina, die genau diesen Schritt Anfang des Jahres gewagt hatte. Das habe aber nur sechs Wochen gegolten, betonte ein Sprecher von Friesland Campina auf Anfrage. Die Molkerei habe Produktionsstraßen umgebaut und daher die Landwirte für eine stagnierende Milchproduktion bezahlt. „Das war sehr teuer, weil wir es aus dem Firmenvermögen bezahlen mussten. Es war von vornherein nur als befristetes Angebot gedacht“, sagte der Sprecher.

Der Plan, über eine reduzierte Milchproduktion die Preise wieder steigen zu lassen, ist umstritten. Der Bund deutscher Milchviehhalter (BDM) unterstützt die Forderung, der Deutsche Bauernverband und das Landvolk in Niedersachsen halten dagegen nichts davon. „Das Konzept Mengensteuerung sehen wir sehr kritisch“, sagte Landvolk-Sprecherin Gaby von der Brelie. Das Instrument sei zu bürokratisch und wirke – wenn überhaupt – erst nach dem Ende der Krise. Der Verband fordert stattdessen Liquiditätshilfen für die Landwirte. „Außerdem sollte das Kartellamt prüfen, ob der Einzelhandel nicht eine zu starke Position hat“, sagte von der Brelie.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Landwirten Unterstützung zugesichert. Es gehe nicht an, dass die Bauern für alle Verwerfungen auf dem Agrarmarkt aufkommen müssten, hatte Merkel am Dienstag in der Unionsfraktion gesagt. Dem Vernehmen nach will die Bundesregierung bis zum Ende des Monats ein Hilfsprogramm von rund 100 Millionen Euro anstoßen. Demnach geht es dabei sowohl um Liquiditätshilfen als auch um eine Selbstbeschränkung der Milchproduzenten.

Heiko Randermann

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