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Niedersachsen Molkereiriese aus Niedersachsen plant weitere Fusionen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Molkereiriese aus Niedersachsen plant weitere Fusionen
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08:15 21.06.2011
Von Carola Böse-Fischer
Käseprodukte sollen dem Deutschen Milchkontor eine höhere Wertschöpfung bringen. Quelle: dpa (Archivbild)
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Damit will der deutsche Branchenprimus seine Rohstoffbasis ausbauen. Derzeit beträgt die jährlich verarbeitete Milchmenge 6,8 Milliarden Kilogramm. In zwei bis drei Jahren könne sie eine „zweistellige Milliardenhöhe“ erreichen, sagte Schwaiger.

Konkretisieren wollte der DMK-Chef die Pläne nicht. Es gebe Anfragen von Firmen, die sich wegen der Marktbereinigung der europäischen Milchbranche an DMK anlehnen wollten oder eine Kooperation etwa im Vertrieb suchten. Man sondiere, „was zu uns passt“. Das wären Produzenten von Käse – ein Segment, auf das DMK setzt, weil man hier Wachstumspotenzial mit höherer Wertschöpfung sieht. 2011 wird es laut Schwaiger jedoch keine Fusion mehr geben. Möglich sei eine Kooperation. Bis Ende des Jahres sei man mit der Integration von Nordmilch und Humana beschäftigt. Alles laufe nach Plan. Schon 2011 würden Synergien „im zweistelligen Millionenbereich“ realisiert. Ab 2013 sollen es jährlich 60 Millionen Euro sein, durch Optimierung in der Logistik und im Einkauf.

Bis zum Jahresende soll ein „Standortkonzept“ fertig sein, um die Effizienz zu verbessern. Bereits Mitte Juli wird nach Angaben von DMK das „veraltete“ Werk Lage in Nordrhein-Westfalen stillgelegt, das Schulmilch herstellt. Die 15 Beschäftigten kämen in anderen Werken unter oder gingen in Vorruhestand. Ob es weitere Schließungen der dann noch 23 Standorte in sieben Bundesländern gibt, wollte Schwaiger nicht sagen. Es sei aber nicht mit einer Entlassungswelle zu rechnen, ergänzte ein Konzernsprecher.

Gut gestartet ist DMK ins laufende Jahr: Bis Ende April stand unter dem Strich ein Gewinn von 20 Millionen Euro, wie der Konzernchef sagte. Für das Gesamtjahr hat er jedoch bei einem Umsatz, der von 4 auf 4,3 Milliarden Euro zulegen soll, „nur“ 30 Millionen Euro eingeplant – weil man den über 11 000 genossenschaftlichen Eigentümern „überdurchschnittliche“ Preise für ihren Rohstoff zahlen wolle. Von Januar bis April bekamen die Milchbauern den Angaben nach im Schnitt 32,7 Cent je Liter Milch, verglichen mit 27,7 Cent von einem Jahr. Derzeit würden 34 Cent gezahlt. Weil der Konsum von Milchprodukten in Europa stagniert, will Schwaiger „Schritt für Schritt“ neue Wachstumsmärkte vor allem in Asien erschließen. Als erster deutscher Molkereikonzern werde DMK bis Jahresende eine Niederlassung in China eröffnen, um direkt mit dem Handel ins Geschäft zu kommen.

Ihr letztes getrenntes Geschäftsjahr haben Nordmilch und Humana mit Erlösen von 2,09 (Vorjahr: 1,9) und 2 (1,7) Milliarden Euro abgeschlossen. Höhere Auszahlungen an die Milchbauern gingen laut Schwaiger zu Lasten des Gewinns. Bei Nordmilch sank der Überschuss 2010 auf 16 (30) Millionen Euro, bei Humana auf 6 (10) Millionen Euro.

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