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Niedersachsen Munster soll Geothermiekraftwerk bekommen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Munster soll Geothermiekraftwerk bekommen
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13:48 07.07.2011
In Munster soll ein Geothermiekraftwerk, wie hier in Landau, entstehen. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Munster

Erdwärme aus rund fünf Kilometern Tiefe könnte dann rund 2000 Haushalte und einige Bundeswehr-Kasernen mit Wärme und teilweise auch Strom versorgen.

Thermalwasser von etwa 160 Grad Celsius soll dabei an die Erdoberfläche gepumpt werden, um über Wärmetauscher die Energie nutzbar zu machen. Dann wird das Wasser über eine zweite Bohrung wieder in den Untergrund gepumpt. Wenn die für den kommenden Sommer geplanten Bohrungen erfolgreich sind, soll das Kraftwerk am 1. Oktober 2013 in Betrieb gehen. Dafür müssten rund 40 Millionen Euro investiert werden, hieß es in Munster.

Die Machbarkeitsstudie habe erstaunlich positive Ergebnisse gebracht, erklärten die Verantwortlichen der Stadtwerke Munster-Bispingen und der neu gegründeten Projektgesellschaft HeideGeo GmbH & Co. KG. Das Projekt trage zur bundesweit angestrebten Umstellung der Versorgung auf erneuerbare Energien bei.

Bisher wird die sogenannte tiefe Geothermie vorwiegend in Süddeutschland genutzt, berichtete Joachim Fritz, Leiter der Geschäftsstelle für Geothermie des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie. „Doch auch im Norddeutschen Becken besitzt die Erdwärme-Nutzung aus großen Tiefen trotz ungünstigerer geologischer Bedingungen ein Zukunftspotenzial“, erklärte Fritz. Allerdings seien weitere Erkundungsarbeiten erforderlich, um die Rolle der tiefen Geothermie im künftigen Energiemix genauer abschätzen zu können.

Bei dem Geothermieprojekt in Munster handelt es sich um ein sogenanntes petrothermales Verfahren. Dabei werden mit Druck Klüfte in der Tiefe vergrößert, damit mehr heißes Wasser strömen kann. Als effizienteste Form der Geothermie gilt ein kleines Erdbeben, das an der Oberfläche nicht spürbar sein sollte. Wissenschaftler schließen dabei weitgehend aus, dass sich Beben wie in Landau oder Basel wiederholen. Dort hatte nach Geothermie-Bohrungen mit zu viel Druck die Erde spürbar gewackelt. Bei ähnlichen Bohrungen in Niedersachsen habe es derartige Auswirkungen bislang nicht gegeben, hieß es am Donnerstag.

dpa

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