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Die Industrie verliert ihren Optimismus

Umfrage der Industrie- und Handelskammer Hannover Die Industrie verliert ihren Optimismus

Niedersachsens Unternehmen blicken skeptischer in die Zukunft als noch vor einigen Monaten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Industrie- und Handelskammer Hannover (IHK) – und steht damit im Gegensatz zu dem vor nicht einmal zwei Wochen veröffentlichten Ifo-Index, der für Deutschland eine Besserung des Geschäftsklimas ausgewiesen hatte.

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Schwierigeres Auslandsgeschäft erwartet: In den für Niedersachsen wichtigen Märkten entwickelt sich die Nachfrage eher schwach.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. Zudem hob gestern das Bundeswirtschaftsministerium die Prognose für das Jahr 2016 leicht an, während das Wachstum im nächsten Jahr nun etwas zurückhaltender eingeschätzt wird.

„Niedersachsens Wirtschaft erlebt keinen goldenen, sondern einen kühlen Konjunktur-Herbst“, sagte gestern IHK-Hauptgeschäftsführer Horst Schrage. Vor allem in der Industrie hätten sich die Aussichten eingetrübt. Allerdings sei dies nicht dramatisch: „Grundsätzlich geht es der Wirtschaft weiter gut.“ Immerhin berichteten über 90 Prozent der Unternehmen immer noch über eine gute bis befriedigende Lage.

Schwierige Suche nach Fachkräften

Der Mangel an Fachkräften wird laut einer IHK-Sonderumfrage zu einem immer größeren Risiko für die Geschäftsentwicklung. Jedenfalls hätten 35 Prozent der befragten Unternehmen angegeben, dass sie mehr als zwei Monate brauchen, um offene Stellen wieder zu besetzen. Schwierig ist demnach vor allem die Suche nach Beschäftigten mit technischen Qualifikationen. Für rund jede zweite schwer zu besetzende Stelle wird ein solcher Bewerber gesucht. Am gefragtesten sind Arbeitskräfte mit einer dualen Berufsausbildung, einem Meisterbrief oder einem anderen weiterführenden Berufsabschluss.

Die IHK hatte auch danach gefragt, ob die Beschäftigung von Flüchtlingen als Lösungsmöglichkeit gesehen wird. Allerdings sehen dies nur 17 Prozent der befragten Unternehmen so. Immerhin gilt aber für ein gutes Viertel, dass sie entweder schon mal Flüchtlinge beschäftigt haben, noch beschäftigen oder planen, dies zu tun. Nach Ansicht von IHK-Hauptgeschäftsführer Horst Schrage ist das ein „ganz guter Wert“.

Der von der IHK ermittelte Konjunk­turklimaindex für das dritte Quartal sank allerdings relativ deutlich um fünf auf 110 Punkte, weil viele Unternehmen in der nahen Zukunft schlechtere Geschäfte erwarten. Während zu Jahresbeginn 29 Prozent noch mit einem Plus gerechnet hatten, waren es jetzt nur noch 20 Prozent. 59 Prozent statt bislang 50 Prozent gehen von einer unveränderten Situation aus.

Dies liegt laut Schrage vor allem daran, dass die Industrie ein schwierigeres Auslandsgeschäft erwartet. Besonders in den für Niedersachsen wichtigen Märkten wie Niederlande, Großbritannien und Frankreich entwickele sich die Nachfrage eher schwach. Dies sei an den Auftragseingängen abzulesen – und ziehe sich durch fast alle Branchen.

Unverändert rund laufen der IHK zufolge dagegen die Geschäfte im Baugewerbe. Die Auftragsbücher seien prall gefüllt, die Nachfrage im Hoch- und Tiefbau sei ungebrochen. Eher negativ sind dagegen die Zukunftserwartungen bei den Banken, was nicht nur mit dem Niedrigzins begründet wird, sondern auch mit einer leichten Abkühlung des Kreditgeschäfts.

Mehr als 1700 Unternehmen hatten an der Umfrage teilgenommen, damit handelt es sich um die umfangreichste Konjunkturerhebung in Niedersachsen. Die Umfrageergebnisse bestätigen nach Ansicht des IHK-Geschäftsführers die eher vorsichtige Prognose eines Wirtschaftswachstums in Niedersachsen von 1,4 Prozent in diesem Jahr. Dagegen hob gestern die Bundesregierung ihre Wachstumszahl für dieses Jahr leicht an – von 1,7 auf 1,8 Prozent. Für das nächste Jahr korrigierte sie allerdings ihre Projektion geringfügig von 1,5 auf 1,4 Prozent, wie aus der am Freitag von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) vorgelegten Herbstprognose hervorgeht.

Die schwarz-rote Koalition liegt damit in etwa auf einer Linie mit den führenden Wirtschaftsinstituten. Diese hatten ihre bisherige Schätzung für 2016 Ende September von 1,6 Prozent auf 1,9 Prozent angehoben. Für 2017 erwarten sie einen Zuwachs um 1,4 Prozent.

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