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Was wird jetzt aus 
meinem VW?

Nach dem Abgasskandal Was wird jetzt aus 
meinem VW?

Nach dem großen VW-Abgasskandal
 sind etwa 2,4 Millionen Kunden
 bundesweit von der gigantischen 
Rückrufaktion betroffen. Einer von ihnen 
ist HAZ-Redakteur Enno Janssen. 

Doch wie geht es jetzt für ihn und die Tausenden Kunden weiter?

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Enno Janssen mit seinem VW Passat.

Quelle: Rainer Surrey

Hannover. Etwa 2,4 Millionen VW-Kunden warten in Deutschland auf die große Rückrufaktion – einer davon bin ich. Genauer gesagt bin ich einer von 540  000, denn mein VW Passat 1,6 TDI BlueMotion aus dem Jahr 2012 gehört zu den sogenannten Schwerstfällen – jedenfalls bis Mittwoch. Es hieß zunächst, VW könne in meinem Fall die Abgas-Manipulationen nicht allein mit einem einfachen Software-Update abstellen – es seien wohl umfangreiche und teure Eingriffe am Motor und am Katalysator nötig. Aber jetzt wurde bekannt, dass ein Update und der Einbau eines kleinen Luftgitters für knapp 3 Euro genügen soll, um den zu hohen Stickoxid-Ausstoß zu senken – eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Erst „Schwerstfall“, jetzt nur noch „Peanuts“?

Doch wann genau ich mit meinem Wagen in die Werkstatt muss, ist noch unklar. Überhaupt ist vieles noch nicht geklärt, und Betroffene wie ich haben Fragen über Fragen, aber bislang kaum Antworten. Das einzige, das ich bisher mit 100-prozentiger Sicherheit weiß, ist, dass ich betroffen bin. Herausgefunden habe ich das über die Internetseite von VW. Unter dem Punkt „Aktuelle Kundeninformation“ hat jeder die Möglichkeit, anhand der Fahrgestellnummer zu prüfen, ob sein Fahrzeug betroffen ist. Zusätzlich habe ich die Kontaktfunktion („Kontaktieren Sie uns“) auf der Internetseite genutzt, weil ich mehr über den genauen Ablauf der Eingriffe am Motor, über den Zeitplan, über Zuständigkeiten, über Gewährleistungsansprüche und über eventuell anstehende Kosten erfahren wollte.

Kann man auf den Kosten sitzenbleiben

Eine Frage, die mich dabei besonders beschäftigt: Was ist eigentlich mit all den Menschen (so wie mich), die ihre Fahrzeuge nicht neu bei VW, sondern gebraucht bei einem Händler oder gar von Privat gekauft haben? Kann es passieren, dass ich auf den Kosten sitzenbleibe, weil sich der Händler auf die Gewährleistungsfrist beruft, die nächstes Jahr im Juni abläuft? „Aufgrund des hohen Interesses an der Marke Volkswagen bitten wir um Verständnis, dass die Bearbeitung einige Zeit in Anspruch nehmen kann“, hieß es in der automatisierten Antwort.
Das ist jetzt fast drei Wochen her. Auch meinen Händler habe ich angeschrieben. „Sie werden vom Hersteller direkt informiert. Zurzeit ist noch kein Halter eines betroffenen Fahrzeuges angeschrieben worden, die Maßnahmen werden, laut unserer Information, wie auch die gesamte weitere Vorgehensweise, in Wolfsburg besprochen“, teilte dieser mit. Ich kann also momentan nur warten.

Doch das Warten lohnt sich. Denn trotzt aller Unannehmlichkeiten, die der Abgas-Skandal mit sich bringt, mag ich meinen Passat. Er ist für mich das ideale Familienauto und hat mich nie im Stich gelassen. Außerdem ist er in Emden hergestellt worden, meiner Heimatstadt. Das 1964 gegründete Werk an der Küste ist das sogenannte Leitwerk für den VW Passat. Außer der Limousine läuft dort auch die Kombiversion Variant vom Band − mittlerweile in der achten Generation.
Seit 2008 wird in Emden außerdem der VW CC produziert. Im werkseigenen Presswerk werden zudem Blechteile für unterschiedliche Fahrzeuge des Konzerns hergestellt. Laut Volkswagen ist der Standort in Emden mit knapp 9600 Mitarbeitern der größte industrielle Arbeitgeber westlich von Bremen und nördlich des Ruhrgebiets – es hat damit für den Arbeitsmarkt in Emden und Ostfriesland eine überragende Bedeutung.Nicht nur deshalb, sondern vor allem weil im Emder Werk Familienangehörige, Freunde und Bekannte von mir arbeiten, habe ich seit jeher einen besonderen Bezug zur Marke VW. Deshalb sollte es auch im vergangenen Jahr wieder ein Volkswagen sein – eben jener Passat 1,6 TDI. Gute Verbrauchswerte, eine geringe Umweltbelastung und ein günstiger Unterhalt spielten beim Kauf für mich eine zentrale Rolle. Deshalb entschied ich mich bewusst gegen den Motor mit 2,0 Litern Hubraum – natürlich ohne zu wissen, dass auch der „Kleine“ 1,6 TDI die Grenzwerte für gesundheitsschädliche Stickoxide überschreitet. Das ist im Nachhinein ärgerlich und nicht gerade vertrauensfördernd.

Immerhin: Volkswagen hat mir in der automatisch generierten Roboter-Antwort auf meine Anfrage mitgeteilt, mein Vertrauen vollständig wiedergewinnen zu wollen. Außerdem würden selbstverständlich die Kosten für alle Reparaturmaßnahmen übernommen. Das ist schön. Ich bin gespannt, wie es mit meinem Problemfall weitergeht.     

Von Enno Janssen

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