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Preisaufschläge

Neue Steuer macht Reisen teurer


Fliegen wird teurer: Nachdem die Bundesregierung kürzlich im Rahmen ihres Sparpaketes die Einführung einer Luftverkehrssteuer beschlossen hat, reagieren nun die Reiseveranstalter mit entsprechenden Preisaufschlägen.
Der Reiseveranstalter TUI reagiert mit Preisaufschlägen.

Der Reiseveranstalter TUI reagiert mit Preisaufschlägen.

© dpa

Nach dem Beschluss der Bundesregierung „sieht sich TUI Deutschland gezwungen, die daraus bereits jetzt resultierenden höheren Kosten an die Kunden weiterzugeben“, teilte TUI am Dienstag in Hannover mit. Andere Reiseveranstalter und Fluggesellschaften stellen die neue Abgabe den Kunden jetzt ebenfalls in Rechnung.

Die Absicht der Bundesregierung, auch den Flugverkehr zum Stopfen der staatlichen Finanzlöcher heranzuziehen, war bereits im Juni bekannt geworden. Insgesamt erhofft sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble davon Mehreinnahmen von einer Milliarde Euro. Vergangene Woche hatte der Minister die Reisebranche mit der Klarstellung überrascht, dass die neue Abgabe zwar erst für Flüge vom 1. Januar 2011 an gilt, aber schon bei allen Buchungen ab dem 1. September erhoben wird – obwohl das Gesetzgebungsverfahren noch lange nicht abgeschlossen ist. Demnach müssen die Reiseveranstalter und Fluggesellschaften von sofort an für alle jetzt gebuchten, aber erst im kommenden Jahr stattfindenden Abflüge von deutschen Flughäfen die Steuer abführen. Für Inlandsflüge und Kurzstreckenrouten in Europa werden 8 Euro je Passagier fällig. Für Mittelstrecken liegt der Satz bei 25 Euro, für Langstreckenflüge bei 45 Euro.

TUI Deutschland beschränkt sich aber nicht auf diese Zuschläge, sondern verlangt für alle Buchungen seit Montag 10, 28 beziehungsweise 50 Euro. Ein TUI-Sprecher begründete den Aufschlag hauptsächlich mit den Provisionen für die Reisebüros- und -vermittler. „Wir müssen schließlich auf den Gesamtpreis einschließlich der Steuer Provisionen von durchschnittlich 11 Prozent zahlen.“ Außerdem verwies der TUI-Sprecher auf den großen bürokratischen Aufwand durch die Neuregelung.

Eine Alternative zu der Preisanhebung für Flugreisen gebe es nicht. „Wir können nicht die Belastungen aus eigenen Mitteln übernehmen.“ Dafür seien die Margen im umkämpften Reisemarkt viel zu gering.

Der Reiseveranstalter Thomas Cook, zu dem auch Neckermann Reisen und die Fluggesellschaft Condor gehören, will die neue Steuer vom heutigen Mittwoch an weitergeben. Der TUI-Konkurrent erhebt für alle Abflüge in Deutschland ab 1. Januar 2011 einen Aufschlag von 9, 28 beziehungsweise 50 Euro.

Beim Duisburger Reiseveranstalter Alltours sind die Würfel noch nicht gefallen. „Wir diskutieren die Konsequenzen ergebnisoffen“, erklärte eine Sprecherin. Von der vollständigen Weitergabe der Steuer bis zu einem Verzicht auf jegliche Preisanhebung sei alles möglich.

Die größte deutsche Fluggesellschaft, die Deutsche Lufthansa, reicht die Steuer ihren Kunden nach Angaben eines Sprechers bereits seit Sonnabend weiter – allerdings ohne zusätzlichen Aufschlag. Eine Ausnahme gelte nur für den sogenannten 99-Euro-Tarif. Dieses Sonderangebot für bestimmte Städteverbindungen in Europa solle vorerst nicht angetastet werden.

Albrecht Scheuermann

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