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Niedersachsen Rump wird neuer Chef der Sparda-Bank Hannover
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00:16 01.12.2017
André-Christian Rump (links) löst im kommenden Frühjahr Andreas Dill an der Spitze der Sparda-Bank Hannover ab.  Quelle: Philipp von Ditfurth
Hannover

 An der Spitze der Sparda-Bank  Hannover kommt es demnächst zu einer Verjüngung.  Der jetzige Vorstandsvorsitzende Andreas Dill  übergibt seine Aufgaben zum 1. April 2018, wenige Tage vor seinem 58. Geburtstag, an seinen Vorstandskollegen André-Christian Rump (41).  Die Sparda-Bank Hannover betont die Normalität des Vorgangs. „Damit vollendet sich ein lange geplanter Generationenwechsel in der obersten Führungsebene der Sparda-Bank Hannover“, teilte das Institut mit. Der Vorstand setzt sich künftig aus drei Männern zusammen, die alle etwas über 40 Jahre alt sind.  

„Es war schon bei meiner Ernennung zum Vorstandsvorsitzenden 2013 klar, dass ich dann ausscheide“, erklärt Dill. Seinerzeit habe der Aufsichtsrat auch die Nachfolge geklärt. Rump, geboren am 22. Juni 1976 in Neustadt am Rübenberge, ist bereits seit 1999 bei der Sparda-Bank tätig und seit 2009 im Vorstand. Weitere Vorstandsmitglieder sind Jochen Ramakers (44) und Niclas Bychowski (42). 

Dill selbst kam ein Jahr früher als Rump zur Sparda-Bank Hannover und ist dort gleich in den Vorstand eingezogen. Der gebürtige Bochumer hat ebenfalls sein ganzes Berufsleben im genossenschaftlichen Bankensektor verbracht. „Ein bisschen Wehmut“ spüre er schon beim Gedanken an den Abschied, sagt er. Die Bank sei ihm „ans Herz gewachsen“, vor allem die „Zusammenarbeit mit den Menschen hier im Haus“ werde er vermissen. Andererseits sei es „hilfreich, dass der personelle  Wechsel mit einem allgemeinen Umbruch verknüpft ist“. 

Damit spielt Dill auf die radikalen Änderungen im Bankgeschäft an, die die Digitalisierung mit sich bringt. Das Geschäft verlagert sich immer mehr ins Internet, das Smartphone ersetzt zunehmend die Bankfiliale. Die Sparda-Bank sieht sich jedoch in einer guten Position, um diesen Wandel zu bewältigen. Schließlich sei sie schon immer eine Kombination aus Filialbank und Direktbank gewesen, erläutert der künftige Bankchef Rump. Da das Filialnetz relativ dünn geknüpft ist, habe die Bank schon lange den Umgang mit Kunden gelernt, die nie eine Zweigstelle aufsuchen. Früher lief der Kontakt meist über das Telefon, heute über das Internet. Dennoch wollten viele Kunden weiterhin auch die Möglichkeit des persönlichen Kontakts haben.

Obwohl die Sparda-Bank wie die meisten anderen Bank  immer mehr unter der Null- beziehungsweise Minuszins-Politik der Europäischen Zentralbank zu leiden hat, hinterlässt Dill seinem Nachfolger ein kerngesundes Haus. Immerhin kommt die Bank mit ihren mehr als 300 000 Kunden, rund 450 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von über 4 Milliarden Euro auf eine „harte Kernkapitalquote“ von gut 18 Prozent  ein vergleichsweise hoher Wert.  Dies bedeutet, dass die Bank für alle Eventualitäten gut gerüstet ist. 

Dennoch glaubt der kommende Bankchef nicht an einen leichten Job:  Der Niedrigzins zwinge zu einem „Umbau des Geschäftsmodells“ und „striktem Kostenmanagement“. Wichtig sei aber auch eine andere Erkenntnis: „Wir sind ein Mittelständler“. Entsprechend flexibel müssen man auf den Wandel der Kundenbedürfnisse reagieren. „Der Kunde entscheidet, was wir machen.“ 

Sparda-Bank Hannover

Die Sparda-Bank Hannover ist eine von insgesamt zwölf Sparda-Banken in Deutschland, die alle zur Gruppe der Genossenschaftsbanken gehören. Sie verfügt über 22 Zweigstellen sowie zwölf Selbstbedienungsstandorte in ihrem Geschäftsgebiet in den Bundesländern Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Westfalen und Bremen. Ende 2016 kam sie auf eine Bilanzsumme von 4,7 Milliarden Euro, womit sie zu den größten Genossenschaftsbanken in Norddeutschland gehört. Wie viele andere Geldhäuser kämpft die Bank mit einem stark zurückgehenden Zinsüberschuss, was sie allerdings zum Teil durch kräftig steigende Provisionserträge im Wertpapiergeschäft ausgleichen kann. 

Von Albrecht Scheuermann

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