Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Neuer Folienriese sieht Chance für Jobaufbau

Benecke-Kaliko Neuer Folienriese sieht Chance für Jobaufbau

Nach der Übernahme des Baden-Württemberger Konkurrenten Hornschuch will der hannoversche Autozulieferer Benecke-Kaliko möglichst schnell die Kosten drücken. „Wir erwarten erhebliche Synergien im Einkauf“, sagte Benecke-Chef Dirk Leiß der HAZ.

Voriger Artikel
Real streicht Verwaltung in Hannover
Nächster Artikel
Betriebsrat will Garantie für Standortgrößen

„Druck aus den Standorten nehmen“: Dirk Leiß, Chef von Benecke-Kaliko (li.), setzt große Hoffnungen in die Fusion mit Hornschuch (re.). Fotos: Körner (2), Hornschuch

Hannover. Beide Unternehmen orderten die gleichen chemischen Vorprodukte bei denselben Lieferanten, da gebe es ein großes Potenzial. Der Continental-Konzern will den Folien- und Kunstlederspezialisten Hornschuch schlucken und in seine Tochter Benecke-Kaliko integrieren. Mit dem Vollzug der Übernahme wird im zweiten Quartal 2017 gerechnet.

Obwohl beide Unternehmen ihren Schwerpunkt in Deutschland haben und vergleichbare Produkte herstellen, rechnet Leiß nicht mit Stellenstreichungen. „Im Zuge des Zusammenschlusses wird es nach jetzigen Planungen weder Personalabbau noch Werksschließungen geben“, sagte er. Schließlich hätten beide Unternehmen derzeit gut zu tun.

Benecke arbeitet in seinem Hauptwerk in Hannover-Vinnhorst seit Jahren an der Kapazitätsgrenze, weil die hochwertigen Folien für Autoinnenraum und Sitze, wie sie das Unternehmen herstellt, stark gefragt sind. Mit der neuen Größe und mehr Fabriken ließen sich die Kapazitäten „neu ausbalancieren und Druck aus dem einen oder anderen Standort nehmen“, so Leiß. Mittelfristig sei dann sogar ein Stellenaufbau möglich, sagte der Firmenchef - „wenn wir unseren Job gut machen“.

Zusammen kommen die beiden Unternehmen auf elf Werke, gut 4400 Beschäftigte und einen Umsatz von fast einer Milliarde Euro. Conti hatte Hornschuch vor allem übernommen, um sich ein weiteres Stück unabhängiger von der Autoindustrie zu machen. Das Unternehmen aus Weißbach erzielt gut die Hälfte des Umsatzes mit Kunden aus Möbel-, Bau- und Textilbranche. Der Rest entfällt allerdings ebenfalls auf die Autobauer, was den vor allem in Europa schon exorbitant hohen Marktanteil von Benecke weiter steigen lassen würde. Dass die Kartellbehörden das Geschäft noch torpedieren könnten, erwartet Leiß dennoch nicht.

Angeblich soll die Conti gut 400 Millionen Euro für Hornschuch bezahlt haben. Das Unternehmen war in einem Bieterverfahren unter den Hammer gekommen. Leiß hielt sich zum Kaufpreis bedeckt, betonte aber: „Es gibt nicht viele Firmen dieser Qualität, die zum Verkauf stehen.“ Noch unklar ist, ob das Unternehmen nach der Übernahme einen neuen Namen erhält. Beide Firmen seien schließlich „sehr traditionsreich und wertvoll“, so der Benecke-Chef.

Leiß sieht durch eine engere Zusammenarbeit Chancen für zusätzliches Wachstum. „Mit der Kombination des Know-hows von Benecke und Hornschuch lassen sich Produkte entwickeln, die der Markt heute noch gar nicht kennt“, meinte er. So könnten etwa die Benecke-Erfahrungen mit hochwertigen Oberflächen in Autos in die Kunstleder-produkte von Hornschuch eingebracht werden.

Übernahme unter Traditionshäusern

Die Benecke-Kaliko AG mit Sitz im Stadtteil Vinnhorst ist eines der traditionsreichsten hannoverschen Unternehmen und Deutschlands ältester Kunststoff verarbeitender Betrieb. 2018 feiert die als „Königlich privilegierte Wachstuchmacherey“ gegründete Conti-Tochter 300-jähriges Jubiläum. Benecke gehört zu den weltweit größten Spezialisten für Innenraumfolien im Auto – ob bei Cockpit, Türverkleidung, Sitzbezügen oder Sonnenblenden. Benecke beschäftigt an sieben Standorten in fünf Ländern 2600 Menschen – 1100 davon in Vinnhorst.

Die Konrad Hornschuch AG mit Sitz im badischen Weißbach ist ein Spezialist für Folien und Kunstleder für die Möbel-, Automobil-, Textil- und Bauindustrie. Unter der Marke d-c-fix fertigt das Unternehmen Designfolien für Endverbraucher, die etwa an Wänden oder Böden zu finden sind. Unter der Marke Skai werden unter anderem Kunstlederprodukte vertrieben. Das 1898 gegründete Unternehmen gehörte zuletzt Finanzinvestoren. Es beschäftigt an vier Standorten in zwei Ländern 1800 Mitarbeiter – 200 davon in Stolzenau.

lr

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Niedersachsen

Der Abgasskandal erschüttert den Volkswagen-Konzern. Lesen Sie hier alle Berichte und Hintergründe zur Diesel-Affäre. mehr

Aktienkurse regionaler Unternehmen

CEWE STIFT.KGAA... 81,65 -0,83%
CONTINENTAL 182,49 +0,26%
DELTICOM 17,76 -1,60%
HANNO. RÜCK 103,37 +0,17%
SALZGITTER 34,25 -2,47%
SARTORIUS AG... 70,18 +2,42%
SYMRISE 57,93 +3,89%
TALANX AG NA... 31,87 +1,04%
TUI 12,94 -1,36%
VOLKSWAGEN VZ 127,73 -0,29%
DAX
Chart
DAX 11.236,50 +0,51%
TecDAX 1.756,50 +1,36%
EUR/USD 1,0562 -0,48%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

FMC 77,20 +3,47%
FRESENIUS... 69,87 +2,31%
BEIERSDORF 78,43 +1,86%
DT. BANK 17,32 -3,34%
THYSSENKRUPP 23,48 -2,44%
INFINEON 16,20 -1,12%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Stabilitas PACIFIC AF 164,92%
Structured Solutio AF 163,72%
Crocodile Capital MF 122,39%
Stabilitas GOLD+RE AF 112,08%
Fidelity Funds Glo AF 98,25%

mehr