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„Wir werden jede Schule aufsuchen“

Neujahrsempfang der IHK „Wir werden jede Schule aufsuchen“

Die Industrie und Handelskammer Hannover (IHK) intensiviert die Suche nach Fachkräften. Die Landesregierung will dabei die duale Ausbildung stärken.

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Foto: Schüler sollen über den Alltag in Betrieben informiert werden: Hannes Rehm spricht zum IHK-Jahresauftakt im Kuppelsaal.

Quelle: Dröse

Hannover. Wenn Vertreter von Politik und Unternehmen öffentlich aufeinandertreffen, reden sie gern grundsätzlich aneinander vorbei: Oft halten sich die einen eher an das Soziale in der Wirtschaft, während die anderen vor allem den Markt in den Mittelpunkt rücken. Beim Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer Hannover war es anders: IHK-Präsident Hannes Rehm und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) stellten am Montag Gemeinsamkeiten in den Vordergrund – in ihrer Analyse zur aktuellen Lage unterschieden sie sich nur in Nuancen.

Mit Blick auf das Land sorgen sich beide Seiten vor allem um die fehlenden Fachkräfte. Bundesweit werden bis zum Jahr 2030 etwa 10 Millionen qualifizierte Arbeitnehmer aus dem Berufsleben ausscheiden, während nur 7,6 Millionen junge Leute nachrücken. Drei von vier Mittelständlern hätten bereits Probleme, geeignete Auszubildende zu finden, sagte Weil. Zusätzlich erschwert werde die Suche, weil der Ausbildungsmarkt zunehmend im Wettbewerb mit Schule und Universität stehe, erklärte Rehm.

Zahlreiche Prominente aus Politik und Wirtschaft kamen zum Jahresauftakt der Industrie- und Handelskammer Hannover ins Congress Centrum.

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Deshalb startet die IHK in diesem Jahr eine „Offensive für die duale Berufsausbildung“ in den Schulen: Auszubildende im zweiten Lehrjahr sollen in den Klassen über den Alltag in den Betrieben informieren und für praktische Berufe werben – gerade auch im Duktus der Altersgenossen, sagte Rehm: „Wir werden jede Schule in unserem Kammerbezirk aufsuchen.“ Weil lobte die Initiative und erklärte die Behebung des Fachkräftemangels zur „wichtigsten wirtschaftspolitischen Aufgabe“ der Landesregierung. Es gelte, die duale Ausbildung zu stärken. „Sie ist das beste, was wir haben.“

Ähnlich harmonisch Seit’ an Seit’ hakten die Redner auch andere potenziell kontroverse Themen ab, die zwischen Vertretern der Wirtschaft und der SPD zuweilen strittig sind. Beispiel Erbschaftssteuer: In Niedersachsen stehe jedes Jahr bei knapp 3000 Firmen mit rund 40 000 Beschäftigten die Nachfolge an, mahnte Rehm. Die Steuer dürfe Familienbetriebe nicht in ihrer Existenz gefährden. Das sehe er genauso, sagte Weil: „Die Übergabe von Generation zu Generation darf nicht leiden.“

Auch die Folgen der Energiewende und der Schuldenbremse schätzen Landesregierung und IHK ähnlich ein. Am Ausbau der Netze führe kein Weg vorbei, sagte Rehm: „Auch grüner Strom fließt nur durch Leitungen.“ „Wer A sagt muss auch B sagen“, sagte Weil. Natürlich müsse die Politik in die Infrastruktur investieren, erklärte Rehm. Dabei müssten die Verantwortlichen aber unnötige Belastungen nachfolgender Generationen vermeiden: „Es geht um die Restrukturierung unserer Haushalte zugunsten der Zukunft.“ Niedersachsen sei bereits auf einem konsequenten Kurs zum Schuldenabbau, erklärte Weil. „Gemessen an den öffentlichen Ausgaben pro Kopf sind wir sind das sparsamste Bundesland.“

„Noch keine Insolvenz durch Kartellstrafe“

Bußgeld mit Augenmaß: Wer in Deutschland Preise abspricht, darf nicht mit Nachsicht rechnen. Im vergangenen Jahr hat das Bundeskartellamt zusammengenommen erstmals mehr als eine Milliarde Euro Bußgeld gegen Firmen verhängt. „Wären wir ein Unternehmen, würden wir vom Umsatz her zu den 500 größten in Deutschland gehören“, sagte Behördenchef Andreas Mundt gestern beim IHK-Empfang. Die Höhe der Strafe sei aber nicht das Entscheidende: „Wichtig ist, dass ein Kartell beendet wird.“ Nach Angaben von Mundt hat sich die Zahl der aufgedeckten Fälle innerhalb des vergangenen Jahrzehnts verdoppelt. Dazu habe vor allem die Kronzeugenregelung beigetragen, aber das Amt sei auch bei der Ermittlungsarbeit besser geworden – zudem habe der Gesetzgeber die Bestimmungen zur Berechnung der Bußgelder verbessert. Die Kritik von Teilen der Wirtschaft, dass die Geldstrafen zu hoch ausfielen, teile man in der Behörde nicht, sagte Mundt. Das Kartellamt entscheide mit Augenmaß: „Es hat noch keine Insolvenz als Folge einer Kartellstrafe gegeben.“ jen

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