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Niedersachsen droht Jobabbau

Industrie Niedersachsen droht Jobabbau

Niedersachsens Industrie droht in diesem Jahr erstmals seit der Wirtschaftskrise 2009 ein Personalabbau. Gründe dafür sind die VW-Krise, sowie die Auswirkungen des Verfalls der Rohstoffpreise auf die Öl- und Gasindustrie.

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„Investitionspläne der Industrie schrumpfen seit vier Jahren“: Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer von Niedersachsen-Metall.

Quelle: Rainer Surrey

Hannover. Niedersachsens Industrie droht in diesem Jahr erstmals seit der Wirtschaftskrise 2009 ein Personalabbau. Das zumindest befürchten die vor Tarifverhandlungen stehenden Metallarbeitgeber nach einer aktuellen Konjunkturumfrage unter ihren Mitgliedsunternehmen. Demnach wollen 2016 doppelt so viele Unternehmen Stellen streichen wie aufbauen. Fast jeder dritte Metallbetrieb plant demzufolge einen Jobabbau. Grund seien die unzähligen internationalen Risiken und besonders unter den Autozulieferern die unklare Lage bei Volkswagen nach dem Diesel-Skandal. „Die Unsicherheit hat auf extreme Weise zugenommen“, sagte der Hauptgeschäftsführer von Niedersachsen-Metall und weiterer Industrieverbände, Volker Schmidt, am Freitag in Hannover.

Vor allem in der Öl- und Gasindustrie - in Niedersachsen traditionell stark vertreten - würden bereits Jobs zu Hunderten gestrichen. Die Branche leidet unter den niedrigen Rohstoffpreisen. Die Autozulieferer berichteten von sinkenden Ordervolumina bei Volkswagen - und zwar bei allen Baugruppen. Gleichzeitig sei derzeit in Wolfsburg schwer an Informationen über die wirtschaftliche Lage zu kommen, was die Unsicherheit vergrößere. Mit 32 Prozent aller befragten Zulieferer rechnen derzeit doppelt so viele eher mit rückläufigen denn mit steigenden Auftragseingängen.

Gut 30 Prozent aller Befragten wollen deshalb ihre eigenen Investitionen zurückfahren. Seit vier Jahren schrumpften die Investitionspläne der Industrie am Standort Niedersachsen, berichtete Schmidt. Schon länger seien die Abschreibungen höher als die Brutto-Investitionen - ein klares Signal dafür, dass die Branche von der Substanz lebe. Das habe direkte Auswirkungen auf den technologischen Fortschritt und die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft.

Schmidt bekräftigte seine Forderung nach einem staatlichen Investitionsförderpaket, das etwa die schnellere Abschreibung von Maschinen vorsehen müsse. Gleichzeitig brauche die Branche wieder einen Tarifabschluss, „der Planungssicherheit gibt und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Betriebe stärker berücksichtigt als in der Vergangenheit“. Zuletzt habe es drei Tarifrunden in Folge gegeben, deren Volumen allesamt die Betriebe überfordert hätten. Mit der aktuell diskutierten Forderung von 5 Prozent mehr „provoziert die IG Metall geradewegs die Flucht der Betriebe aus dem Flächentarifvertrag“.

Niedersachsens IG-Metall-Chef Hartmut Meine entgegnete, die Arbeitgeber betrieben „unverantwortliche Stimmungsmache. Dieses ritualisierte Gejammer wird die Beschäftigten nicht davon abhalten, eine angemessene Forderung aufzustellen.“ Die Niedersachsen werden am 9. März den Verhandlungsreigen der Bezirke eröffnen. Mit Ergebnissen ist frühestens im Mai zu rechnen.

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