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09:56 26.11.2015
1984 meldete der Niedersachse Holger Sedlak einen Kryptographiechip zum Patent an. 1996 kam er auf den Markt und sorgt seitdem auf SIM- und Geldkarten für eine sichere Kommunikation. Quelle: dpa
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Hannover

Die Niedersachsen tüfteln gern an technischen Verbesserungen. Das zeigt die Statistik: 3137 Patentanmeldungen hat es im vergangenen Jahr gegeben, wie aus dem Niedersachsen-Monitor des Landesamtes für Statistik hervorgeht. Gut sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Damit belegte das Land den vierten Platz im deutschlandweiten Vergleich. Die erfolgreichste Erfindung eines Niedersachsen steckt mittlerweile sogar in fast jedem Geldbeutel und Mobiltelefon.

„Wir haben hier Volkswagen und Continental“, sagt Patentingenieur Peter Steuerberg aus Hannover. Das könnte ein Grund für die vielen Patentanmeldungen sein, vermutet Steuerberg. Für das Erfinderzentrum Norddeutschland berät er Privatpersonen und Unternehmen, wenn diese eine Erfindung anmelden möchten. Da die beiden Unternehmen ihre Firmensitze in Niedersachsen haben, werden alle Erfindungen aus den Konzernen, auch wenn sie an einem anderen Standort entwickelt wurden, dort angemeldet. So lässt sich laut Experte Steuerberg auch die überdurchschnittliche Anzahl von Patentanmeldungen in Bayern (15 533) und Baden-Württemberg (14 533) erklären: „Dort sitzen zum Beispiel Siemens oder Bosch.“

Ob mehr Innovationen in Privathaushalten oder Unternehmen entstehen, hält das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA) nicht genau fest. Die Erfinder hätten sich jedoch immer mehr dazu entschlossen, ihre Entwicklungen auch schützen zu lassen, erklärt die DPMA-Sprecherin, Anja Schießl. Durchschnittlich werden rund zwei Drittel der Patente von großen Konzernen angemeldet, nur ein Drittel von Privatpersonen und kleinen Unternehmen. Damit eine Erfindung mit einem Patent geschützt werden kann, muss sie verschiedene Voraussetzungen erfüllen, erklärt Schießl. Die Innovation muss eine Neuheit sein, außerdem eine erfinderische Tätigkeit und eine gewerbliche Anwendbarkeit nachweisen.

Die wohl erfolgreichste Erfindung, die in Niedersachsen zum Patent angemeldet wurde, kam von einem Studenten. 1984 meldete der Student Holger Sedlak einen Kryptographiechip zum Patent an. 1996 kam er auf den Markt und sorgt seitdem auf SIM- und Geldkarten für eine sichere Kommunikation. So erfolgreich sind längst nicht alle Erfindungen aus Niedersachsen. Rund zwei Drittel der Patentanmeldungen werden abgelehnt, weil es diese oder eine ähnliche Erfindung bereits gibt oder sie nicht funktioniert. Patentingenieur Steuerberg rät: „Es macht Sinn, ordentlich zu recherchieren, bevor man eine Idee anmelden möchte.“

Von Amelie Richter

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