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Niedersachsen prüft Reaktivierung von Bahnstrecken

Bahnverkehr Niedersachsen prüft Reaktivierung von Bahnstrecken

Niedersachsen will in größerem Umfang die mögliche Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken prüfen. Das kündigte die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) am Mittwoch an.

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Niedersachsen will in größerem Umfang die mögliche Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken prüfen. Das kündigte die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) am Mittwoch an.

Quelle: dpa

Hannover. Geeignete Strecken sollten 2013 und 2014 ermittelt werden. Anders als andere Bundesländer hatte Niedersachsen seit der Bahnreform 1994 bis auf den Haller Willem von Osnabrück nach Bielefeld keine Strecken wieder ans Netz genommen. Voraussetzung für einen Neustart alter Bahnlinien sei eine positive Kosten-Nutzen-Rechnung und eine gesicherte Finanzierung, so der LNVG-Sprecher.

Mögliche Verbindungen seien die von Bad Bentheim nach Nordhorn, von Esens nach Bensersiel, von Dannenberg nach Salzwedel (Sachsen-Anhalt) und von Bremervörde nach Osterholz-Scharmbeck. Auch die Strecken Rinteln-Stadthagen und Einbeck-Salzderhelden könnten untersucht werden. Bislang war die LNVG auf Wünsche zur Wiedereröffnung von Haltestellen und Bahnstrecken nicht eingegangen. Verbesserungen im bestehenden Netz war Vorrang eingeräumt worden.

Seit einiger Zeit gibt es vermehrt politischen Druck, für bestimmte Verbindungen einen Neustart zu prüfen. An einer Verbesserung des Bahnverkehrs Richtung Nordhorn gibt es Interesse auch in den Niederlanden. Für die Anbindung von Bensersiel macht sich unter anderem der Fahrgastverband Pro Bahn stark. Der LNVG äußerste sich im Vorfeld einer Podiumsveranstaltung der Landtagsgrünen zu Verbesserungen im Schienenverkehr an diesem Freitag.

Ein Grund für den Kurswechsel bei der LNVG ist die 2014 anstehende Überprüfung der Bundeszuschüsse für den regionalen Bahnverkehr. Erwogen wird, die Höhe der Zuschüsse an die tatsächlich in den einzelnen Bundesländern anfallenden Kosten anzupassen. Bestraft würden dabei Länder wie Niedersachsen, die über die Vergabe von Strecken an günstigere private Wettbewerber Kosten gespart und das gewonnene Geld für Verbesserungen im Nahverkehr reserviert haben. Länder, die Strecken ohne großen Wettbewerb und Kostengewinn an die Deutsche Bahn vergeben haben, könnten am Ende belohnt werden. Mit Plänen zur Reaktivierung von Strecken könnte Niedersachsen sich möglicherweise Zuschüsse sichern.

Entscheidend für eine mögliche Wiederinbetriebnahme einer stillgelegten Eisenbahnstrecke sei, ob die Gleise wie etwa nach Nordhorn noch vorhanden seien, sagte der LNVG-Sprecher. Außerdem würde untersucht, wie groß das Pontenzial an Reisenden an das derzeitige Busangebot sei.

dpa

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