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Niedersachsen Niedersachsen umwirbt Spanier
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09:54 18.07.2012
Von Lars Ruzic
Viele deutsche Unternehmen suchen nach spanischen Facharbeitern – doch nicht alle wollen nach Niedersachsen. Quelle: dpa
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Hannover

Die gut 50 Personalmanager, die sich am Dienstag im hannoverschen Haus der Industrie zusammenfanden, hätten sich die Antwort wahrscheinlich auch selbst geben können. Und dennoch hatten sie an der Deutlichkeit etwas zu knapsen. Die größte Anziehungskraft übten Berlin und Süddeutschland auf die spanischen Fachkräfte aus, berichtete Montero. „Die Chancen in der Fläche werden zu wenig wahrgenommen.“

Längst ist unter den deutschen Regionen eine Art Wettlauf um die spanischen Fachkräfte ausgebrochen. Deutschland sucht in einigen Branchen händeringend Personal, in Spanien dagegen ist jeder Vierte arbeitslos, unter den Jugendlichen sogar jeder zweite. Diese Ungleichgewichte zwängen die heimischen Arbeitgeber geradewegs dazu, auch auf der iberischen Halbinsel auf Personalsuche zu gehen, sagte der Hauptgeschäftsführer von NiedersachsenMetall, Volker Schmidt. Er berichtete von einer hessischen Initiative, die sich in den kommenden Wochen auf Rundreise durch Spanien begeben und für ihre Region werben will. Auf diese Idee, ließ er im Nebensatz fallen, hätten auch die Niedersachsen kommen können.

Immerhin: Das Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW), größter privater Bildungsträger im Land, hat seine Fühler bereits ausgestreckt. „Bienvenido!“, willkommen, heißt ein zu Jahresbeginn aufgelegtes Programm, mit dem sich die Weiterbildungsexperten um spanische Fachkräfte bemühen. Im südspanischen Murcia wurde dazu eigens ein Büro eingerichtet. Den heimischen Unternehmen bietet das BNW eine Art Komplettpaket aus Kontaktanbahnung und Deutsch-Intensivkurs vor Ort und anschließendem Praktikum im Betrieb in Deutschland.

Sollten beide Seiten nach gut vier Wochen bereit sein für mehr, schließt sich ein halbjähriges Eingliederungsprogramm an. Das beginnt mit Umzugshilfen, zweisprachigem Ansprechpartner für alle organisatorischen Belange und endet bei Kulturprogramm und Kontaktvermittlung zu örtlichen Vereinen. „Das ganze Kümmern drumherum“, wie es Markus Humpert vom BNW umschrieb, lässt sich die von zwei Dutzend Verbänden getragene Einrichtung mit rund 3700 Euro bezahlen. Mögliche Fördergelder sind dabei noch nicht eingerechnet.

Das alles bewegt sich noch im Bereich der Pilotversuche, doch das BNW will sie auf das ganze Land ausweiten. Schmidt verwies darauf, dass bei aller Personalsuche im Ausland nicht vergessen werden dürfe, dass es auch hierzulande Hunderttausende junger Menschen gebe, „um die wir uns kümmern müssen“. Bei der beruflichen Integration heimischer Jugendlicher, die es nicht so leicht haben, dürfe man nun nicht die Hände in den Schoß legen. „Es geht darum, das eine zu tun, ohne das andere zu lassen.“

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