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Gute Geschäfte mit dem Holz

Niedersächsische Landesforsten Gute Geschäfte mit dem Holz

Die Niedersächsischen Landesforsten sorgen seit zehn Jahren für Balance zwischen Ökonomie und Ökologie. Als erstes Bundesland hatte Niedersachsen 2005 seinen Waldbesitz in ein Unternehmen ausgliedert und damit Neuland betreten.

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„Der Wald in guten Händen“: Seit zehn Jahren kümmern sich die Landesforsten um rund ein Drittel der niedersächsischen Wälder. Foto: Landesforsten

Braunschweig. Manchmal muss sich Klaus Merker wie ein Akrobat auf dem Drahtseil vorkommen. Er ist der Präsident der Niedersächsischen Landesforsten (NLF), die den Landeswald bewirtschaften, aber zugleich hegen und pflegen sollen. Die Balance zu schaffen zwischen Ökonomie und Ökologie und der Erholungsfunktion des Waldes für die Bürger, dies sei die hohe Kunst, sagt Merker. „In den letzten zehn Jahren ist uns das jedoch ganz gut gelungen.“ Auch deshalb wird Ministerpräsident Stephan Weil heute anlässlich des zehnjährigen Bestehens der NLF vom „Wald in guten Händen“ zu sprechen.

Als erstes Bundesland hatte Niedersachsen 2005 seinen Waldbesitz in ein Unternehmen ausgliedert und damit Neuland betreten. Als Anstalt öffentlichen Rechts haben seither die NLF die „operative Verantwortung“ für die rund 340.000 Hektar Staatsforst zwischen Harz und Heide, etwa ein Drittel der Waldfläche Niedersachsens. Die anderen zwei Drittel gehören Genossenschaften und privaten Eigentümern.

Das neue Forstunternehmen bekam gleich eine strenge Zielvorgabe mit auf den Weg: Spätestens 2008 sollten die NLF Gewinne erzielen, von denen das Land 70 Prozent beansprucht. Der Rest ist für den Aufbau von Rücklagen als Risikovorsorge vorgesehen, insbesondere für Sturmschäden wie durch den „Jahrhundertorkan Kyrill“, der im Januar 2007 über Nacht riesige Waldflächen verwüstete.

Wachsende Nachfrage nach Holz

Preise als Folge der wachsenden Nachfrage nach Holz in die Hände spielten. Von 2005 bis heute kletterten sie - unterbrochen durch die weltweite Finanzmarktkrise 2008 und 2009 - von 37 auf knapp 64 Euro je Kubikmeter. So stiegen auch die Erlöse stetig von gut 86 auf fast 133 Millionen Euro. Mehr als vier Fünftel davon bringt die Holzvermarktung ein, der Rest wird mit dem Verkauf von Rohstoffen wie Kies und der Jagdverpachtung erzielt. Unter dem Strich stand 2014 ein Gewinn von mehr als 17 Millionen Euro, verglichen mit gerade einmal 508 000 Euro im Gründungsjahr 2005. Das Forstunternehmen könnte weit mehr Holz verkaufen. Verzichtet aber darauf - „weil wir nachhaltig wirtschaften“, wie der NLF-Präsident erklärt. Jedes Jahr wachsen rund 2,2 Millionen Kubikmeter Holz nach, eingeschlagen werden aber nur 1,7 Millionen Kubikmeter, sodass der Landeswald jährlich um 500 000 Kubikmeter wächst.

Multifunktionalität des Waldes

Dies ist Teil der Strategie, die sich an dem Landesprogramm der „langfristigen ökologischen Waldentwicklung“ orientiert, kurz Löwe genannt. Seine Grundsätze sind quasi die Philosophie des Unternehmens - und sollen die Multifunktionalität des Waldes gewährleisten, wie Merker sagt. Sie reichen von der Erhaltung alter Bäume, dem Schutz seltener und bedrohter Pflanzen- und Tierarten wie der Mopsfledermaus über den Schutz der Böden und damit der Sicherung von sauberem Grundwasser bis hin zur Vermehrung von Laub- und Mischwäldern. Wegen des Klimawandels würden sie als Kohlendioxidspeicher immer wichtiger, erläutert Merker. Zudem seien Mischwälder nicht so anfällig gegen Schädlinge und könnten Stürmen besser trotzen.

Einen „Riesenschritt“ sind die NLF in den vergangenen zehn Jahren schon vorangekommen, wie der Präsident sagt. Aber es bleibe noch viel zu tun. So soll sich gemäß der Strategie der Bundesregierung für biologische Vielfalt bis 2020 ein Zehntel der Flächen zu ökologischen Naturwäldern wandeln. Im Landeswald sind es laut Merker 8,6 Prozent. Die Balance zwischen den wachsenden und zudem konkurrierenden Ansprüchen zu halten, werde künftig schwieriger. Ein Drahtseilakt eben.

Pädagogik im Wald

Kontakt zur Natur: Welche Bäume und Pflanzen wachsen im Wald, welche Tiere leben hier? Immer weniger Kinder, aber auch Erwachsene wissen das. Auch weil die Menschen immer mehr Zeit im Internet verbringen, ist der Waldspaziergang aus der Mode gekommen und damit auch der Kontakt zur Natur. Manche Kinder waren sogar noch nie im Wald. Das wieder zu ändern ist eine der vielfältigen Aufgaben der Niedersächsischen Landesforsten (NLF). Dafür betreiben die NLF zehn Waldpädagogikzentren, darunter zum Beispiel das Wisentgehege in Springe, und neun Walderlebniszentren im ganzen Land. Hier können Schulklassen oder Jugendgruppen alles rund um den Wald erfahren. Mit den Angeboten für einen Tag oder eine ganze Woche sei man auf dem richtigen Weg, findet NLF-Präsident Klaus Merker. Rund 430000 Besucher wurden 2014 gezählt, fast doppelt so viele wie im Gründungsjahr der NLF 2005.

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