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Nord/LB kündigt Milliardenverlust an

Landesbank Nord/LB kündigt Milliardenverlust an

Die Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) steuert auf den ersten Milliardenverlust ihrer Geschichte zu. Donnerstag gab die größte Bank Norddeutschlands tiefrote Zahlen für die ersten drei Quartale bekannt – und kündigte an, dass auch das vierte Quartal nicht besser ausfallen dürfte.

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Weiter in den roten Zahlen: Nord/LB.

Quelle: dpa

Hannover. Grund für die miserable Bilanz sind riesige Abschreibungen auf die Schiffskredite des Konzerns.

Der scheidende Nord/LB-Chef Gunter Dunkel hatte bereits im Mai ein negatives Ergebnis für das Gesamtjahr angekündigt, im August war dann von einem „deutlichen Verlust“ die Rede. Nunmehr präzisierte die Bank die Prognose auf einen Verlust von „über einer Milliarde Euro“.

Bereits in den ersten drei Quartalen weist sie nach Steuern einen Verlust von 736 Millionen Euro aus. Vor einem Jahr hatte sie im gleichen Zeitraum noch einen Gewinn von 539 Millionen Euro geschrieben. Der Ergebnisrutsch von mehr als 1,2 Milliarden Euro hängt damit zusammen, dass die Nord/LB ihren riesigen Bestand an faulen Schiffskrediten nun radikal neu bewertet.

Die Risikovorsorge werde sich in diesem Jahr auf mehr als 2 Milliarden Euro belaufen, teilte die Bank mit. Ein großer Teil entfällt auf Schiffskredite der Tochter Bremer Landesbank, die zur Jahreswende wegen ihrer hohen Verluste komplett in den Nord/LB-Konzern eingegliedert wird. Anderenfalls hätte ihr die Schließung durch die Aufsichtsbehörden gedroht. Ablesbar sind die Milliarden-Abschreibungen auch am Wert der Schiffsdarlehen in der Bilanz: Im Frühjahr waren es noch 19 Milliarden Euro, zum Jahresende sollen es noch 16  Milliarden Euro sein, für 2018 ist eine Zielgröße von 12 bis 14 Milliarden Euro angepeilt. Die Bank begründet die enormen Wertberichtigungen damit, dass sie die Hoffnung auf eine Markterholung aufgegeben habe.

Bankchef Dunkel versuchte, den Zahlen auch einen positiven Aspekt abzugewinnen. Sie zeigten, welche großen Fortschritte die Bank in den vergangenen Jahren gemacht habe. Schließlich könne sie die Verluste ohne große Probleme verarbeiten, die Kapitalpuffer seien weiterhin ausreichend, um alle Vorgaben der Aufsichtsbehörden zu erfüllen. Die harte Kernkapitalquote – wichtigste Kenngröße für die Stabilität einer Bank – sank auf 12,2 Prozent nach 13,1 Prozent Ende 2015, liegt damit aber immer noch deutlich über der Mindestgröße.

„Die Nord/LB kann die Herausforderungen aus eigener Kraft meistern“, sagte er. Alle Bereiche außer dem Schiffsgeschäft seien weiterhin „sehr profitabel“, dieses mache auch nur noch 15 Prozent des gesamten Geschäftsvolumens aus. Auch in den nächsten Jahren ist jedoch eine erhöhte Risikovorsorge wegen der maroden Schiffskredite geplant – allerdings nicht annähernd in der Größenordnung dieses Jahres. 2017 soll sie sich auf 350 Millionen Euro belaufen.

Deshalb wird Dunkels designierter Nachfolger Thomas Bürkle wieder bessere Zahlen vorlegen können. Im Jahr 2017 wolle die Nord/LB wieder einen „deutlichen Gewinn“ erzielen, kündigte der scheidende Bankchef an.

Bremer Tochter belastet Konzern stark

Die Nord/LB-Tochter Bremer Landesbank geht für das laufende Jahr von einem hohen dreistelligen Millionenverlust aus. Die Risikovorsorge für Schiffskredite beläuft sich auf rund eine Milliarde Euro, teilte das Unternehmen am späten Mittwochabend mit. Die Zahlen sind in der Konzernbilanz der Nord/LB berücksichtigt.

Wegen der Schieflage angesichts der Schiffskredite und notwendiger Wertberichtigungen hatten sich die Träger Ende August auf die Komplettübernahme der Landesbank durch die Nord/LB geeinigt. Sie soll bis Ende des Jahres vollzogen sein. Vereinbart ist, dass Bremen seinen 41-Prozent-Anteil an die Nord/LB verkauft, die bereits jetzt 54,8 Prozent hält. Auch der dritte Träger – der Sparkassen- und Giroverband Niedersachsen – gibt seine rund 4 Prozent ab. Die Nord/LB zahlt 262  Millionen Euro. Davon fließen 180  Millionen Euro in bar.     

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