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Nord/LB finanziert größten Windpark Europas

800 Millionen Euro Nord/LB finanziert größten Windpark Europas

Die Norddeutsche Landesbank hat eine halbe Milliarde Euro für ein neues Projekt in Schweden beschafft. Dort soll Europas größter Windpark entstehen, der von der Bank finanziert wird. Ein Werk in Salzbergen liefert außerdem die Turbinen für das Riesenprojekt.

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Turbinen für Windanlagen: Das Werk von GE Renewable Energy in Salzbergen im Emsland profitiert von dem Deal.

Quelle: GE Germany

Hannover. Der Norddeutschen Landesbank (Nord/LB) in Hannover ist ein bedeutender Geschäftsabschluss gelungen: Sie finanziert den größten Windpark Europas, der in Nordschweden entstehen soll. Davon profitiert auch ein Werk in Niedersachsen: Die Turbinen für die Windräder kommen aus Salzbergen im Emsland. Das Gesamtvolumen der Investition liegt nach Bankangaben bei 800 Millionen Euro.

In dem Windpark in Norrbottens sollen sich nach Fertigstellung 179 Windräder mit einer Gesamtleistung von 650 Megawatt drehen. Rein rechnerisch ließen sich damit mehr als 400 000 Haushalte mit Strom versorgen. Windparks dieser Größenordnung können in Deutschland nicht errichtet werden, schon weil es dafür keine geeigneten Flächen gibt.

Bau hat bereits begonnen

Auch für die Nord/LB sind das neue Dimensionen: Sie habe noch nie ein so großes Windprojekt finanziert, erklärte Dietmar Köhne, der bei der Bank für diese Art von Finanzierungen verantwortlich ist. Die übliche Größenordnung liege bei 30 Megawatt, nur ganze wenige Windparks kämen auf Leistungen von mehr als 100 Megawatt.

Der schwedische 650-Megawatt-Windpark namens Markbygden ist bereits seit dem Sommer im Bau. Seine volle Leistungsfähigkeit werde er voraussichtlich im Jahr 2019 erreichen, teilte die Nord/LB mit. Abnehmer des dort erzeugten Stroms ist der norwegische Aluminiumkonzern Norsk Hydro, hinter dem Vorhaben stecken der US-Konzern General Electric und die US-Investmentbank Macquarie.

Heiko Ludwig, der den Nord/LB-Bereich Energy Europe leitet, sprach von einem „Meilenstein mit einer Vielzahl von innovativen Aspekten und einer einmaligen Kombination der verschiedensten Finanzierungsquellen“. Zudem sei das Projekt „ein weiterer Schritt im Kampf gegen den Klimawandel“. Die Nord/LB war für die Beschaffung einer halben Milliarde Euro zuständig, sie arrangierte die gesamte Finanzierung. 300 Millionen Euro nimmt die Bank zunächst in die eigenen Bücher, der Rest entfällt auf die Europäische Investitionsbank, die deutsche Förderbank KfW und die HSH Nordbank in Hamburg.

Nach Angaben der Bank arbeitete ein mehrköpfiges Team etwa ein Jahr lang an der Finanzierung. Die Nord/LB betreibt das Geschäft mit solchen Energieprojekten von London und Hannover aus. Sie ist mit einem Gesamtvolumen von etwa 12 Milliarden Euro einer der größten Projektfinanzierer im Bereich erneuerbare Energien. Ein Großteil davon entfällt auf Windstromanlagen.

Hermes-Bürgschaften helfen

Dennoch hätte Norddeutschlands größte Bank das Vorhaben in Schweden nicht ohne Absicherung der Risiken durch sogenannte Hermes-Bürgschaften stemmen können, mit denen der deutsche Staat Exportgeschäfte unterstützt. Davon profitiert das Werk von GE Renewable Energy in Salzbergen an der Ems. Dort lässt der US-Konzern Turbinen für Onshore-Windanlagen fertigen.

Laut Nord/LB-Manager Köhne verschärfen sich die Bedingungen auf dem Markt für Windenergieanlagen nicht nur in Deutschland. Die erzielbaren Strompreise stünden unter Druck, der Wettbewerb werde härter. „Das Geld verdient sich nicht mehr so leicht“, erklärte Köhne.

Dies spürten auch die Geldgeber wie die Nord/LB. Man brauche jetzt „mehr Fantasie“ für solche Projekte. Dies führe dazu, dass sich kleinere Banken aus diesem Markt zurückziehen.

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