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Niedersachsen Nord/LB-Tochter noch tiefer im Minus
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Nord/LB-Tochter noch tiefer im Minus
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00:16 13.03.2017
Von Albrecht Scheuermann
Zentrale der Nord/LB in Hannover. Quelle: Holger Hollemann
Hannover

Die Schiffskrise belastet die Nord/LB-Tochter Bremer Landesbank (BLB) noch stärker als befürchtet. Sie wird deshalb für 2016 einen deutlich höheren Verlust schreiben als vor wenigen Monaten angekündigt. Grund sind allein hohe Wertberichtigungen auf faule Schiffsfinanzierungen. Dies wirkt sich auch in der Nord/LB-Bilanz für 2016 aus: Sie wird ebenfalls noch tiefer ins Minus rutschen als gedacht. Genauere Zahlen wollte die Bank aber nicht nennen.

Am späten Donnerstagabend hatte die Bremer Landesbank in einer Pflichtmitteilung erklärt, dass sie für das zurückliegende Jahr einen Verlust von 1,4 Milliarden Euro erwartet. Bislang war von einem „hohen dreistelligen Millionenbetrag“ die Rede. Begründet wird dies mit einer noch größeren Risikovorsorge für die Schiffskredite. Statt der im November genannten eine Milliarde Euro muss die Bank jetzt 1,6 Milliarden Euro stemmen.

In Hannover wird noch gerechnet

Es gehe nun darum, die Schiffskreditportfolien der Nord/LB und der BLB „trotz weiterer zu erwartender Krisenjahre in der Schifffahrt zukunftsfähig aufzustellen“, erklärte der Bankvorstand in einem an die Kunden gerichteten Offenen Brief. Die Bank in Bremen gehört seit Jahresbeginn vollständig der Nord/LB in Hannover, die auch für die Verluste geradestehen muss. Sie hatte bereits im vergangenen Herbst mitgeteilt, dass wegen der faulen Schiffskredite ein Konzernverlust von „mehr als einer Milliarde Euro“ zu erwarten sei.

Wie sich der höhere Verlust in Bremen auf die Ertragsrechnung konkret auswirkt, wollte ein Nord/LB-Sprecher nicht sagen. Man sei noch „am Rechnen“. Die Bank will ihre Bilanz 2016 am 6. April vorlegen. Der Sprecher betonte jedoch, dass die Nord/LB keine Geldspritzen von ihren Trägern benötigt. „Wir haben beim Eigenkapital genug Spielraum und können die Verluste intern verarbeiten.“ Haupteigentümer des größten norddeutschen Bankkonzerns ist das Land Niedersachsen, beteiligt sind außerdem die Sparkassen von Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sowie das Land Sachsen-Anhalt.

Die Nord/LB leidet seit Jahren unter ihrem gewaltigen Bestand an Schiffskrediten, von denen ein beträchtlicher Teil nicht mehr vertragsgemäß verzinst und getilgt wird. Da eine Besserung am Markt nicht abzusehen ist, hat sich die Bank vergangenes Jahr zu einer radikalen Bereinigung entschlossen, die allerdings zunächst zu tiefroten Zahlen führt.

Rettung durch Übernahme

Insgesamt stehen die Schiffskredite noch mit 17 Milliarden Euro in der Konzernbilanz, davon entfällt mehr als ein Drittel auf die Bremer Tochter. Darauf wurden inzwischen nach Bankangaben 3,6 Milliarden an Wertberichtigungen gebildet. Ein überproportional großer Teil davon entfällt dem Vernehmen nach auf die BLB, die bis zum vergangene Jahr noch selbständig agieren konnte, obwohl sie mehrheitlich der Nord/LB gehörte.

Da die Verluste das Eigenkapital der BLB aufgezehrt haben, musste sie jetzt in den Nord/LB-Konzern eingegliedert werden, um eine Schließung zu vermeiden. Die Nord/LB hat schon einen Arbeitsplatzabbau in Bremen und einen Konzernumbau angekündigt.

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