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Nord/LB will bis zu 1250 Stellen streichen

Jobabbau bei Landesbank Nord/LB will bis zu 1250 Stellen streichen

Die Norddeutsche Landesbank plant einen radikalen Stellenschnitt. Mehr als jeder fünfte Job soll bis Ende 2020 wegfallen. Damit will Bankchef Thomas Bürkle den Konzern „nachhaltig profitabel“ machen, wie die Nord/LB am Dienstag mitteilte.

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Sitz der Nord/LB in Hannover.

Quelle: dpa

Hannover. Das Geldhaus könnte sich auch von ganzen Geschäftsbereichen trennen, wie gestern deutlich wurde. Selbst ein Verkauf der Deutschen Hypothekenbank in Hannover wird nicht ausgeschlossen.

Bürkle hatte bereits angekündigt, dass ein größerer Umbau geplant ist. Um die Kostenziele zu erreichen, stünden „sämtliche Einheiten des Nord/LB-Konzerns inklusive aller Tochtergesellschaften und Beteiligungsunternehmen auf dem Prüfstand“, hieß es gestern. Zu einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“, wonach die Bank einen Verkauf der Deutschen Hypo erwägt, erklärte ein Sprecher lediglich: „Es steht wirklich alles auf dem Prüfstand.“

Kostensenkung um 150 bis 200 Millionen Euro

Insgesamt hat Norddeutschlands größter Bankkonzern etwa 6400 Mitarbeiter, davon arbeiten rund die Hälfte in Hannover. Er hat im ersten Quartal nach einem Rekordverlust 2016 zwar wieder schwarze Zahlen geschrieben, leidet aber weiter unter großen Belastungen durch den enormen Bestand an maroden Schiffskrediten. Deshalb hat der Konzern schon vor Monaten harte Einschnitte angekündigt.

Bis Ende 2020 will die Nord/LB die jährlichen Kosten um 150 bis 200 Millionen Euro senken. Dann soll der Konzern „mit bis zu 1250 Stellen weniger auskommen“. Bei dieser Zahl handelt es sich nach Angaben eines Sprechers rechnerisch um Vollzeitstellen. Die Zahl der betroffenen Mitarbeiter ist also noch höher.

Der Konzern hatte nach der vollständigen Übernahme der aus eigener Kraft nicht mehr lebensfähigen Bremer Landesbank das Transformationsprogramm „One Bank“ gestartet. Die Bank mit derzeit noch gut 1000 Mitarbeitern wird vollständig in die Nord/LB integriert, schon dadurch dürften mehrere Hundert Stellen wegfallen.

Belastungen durch Schiffskredite

Bei der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi stießen die Ankündigungen der Konzernspitze auf Skepsis. „Uns ist nicht klar, wie die Bank einen Personalabbau in diesem Ausmaß verkraften soll“, erklärte der zuständige Verdi-Fachsekretär Jörg Reinbrecht, der auch im Nord/LB-Aufsichtsrat sitzt. Die Gewerkschaft erwarte von der Bank eine Zusage, dass sie auf Entlassungen verzichtet.

Die Landtagsopposition nahm Landesfinanzminister Peter-Jürgen Schneider in den Fokus, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Nord/LB ist. Die Lage sei offenbar dramatischer als von ihm dargestellt, erklärte Christian Grascha (FDP). „Der geplante Personalabbau in der Nord/LB darf nicht zulasten der Standorte Hannover und Oldenburg gehen“, forderte Reinhold Hilbers (CDU) und verlangte eine Unterrichtung im Landtag.

Analyse

So langsam schält sich heraus, was der neue Nord/LB-Chef Thomas Bürkle vorhat, um Niedersachsens größte Bank wieder in ein sicheres Fahrwasser zu bringen. Dass er die Kosten spürbar drücken will, hatte er schon angekündigt – und ebenso, dass dies ohne einen kräftigen Personalabbau nicht zu machen ist. Nun jedoch ist die Dimension klar. Weit mehr als tausend Arbeitsplätze sollen in den nächsten Jahren wegfallen.
Es gehört nicht viel Prophetie zu der Aussage, dass der Standort Bremen am meisten Federn lassen muss. Schließlich hat sich die Nord/LB schon entschlossen, die Tochter mit ihren mehr als tausend Beschäftigten vollständig einzugliedern, und mit ihren mächtigen Verlusten aus dem Schiffskreditgeschäft hat sie wesentlich zu den Problemen des Konzerns beigetragen.
An Kostensenkung und Personalabbau führt kein Weg vorbei, das räumen auch Arbeitnehmervertreter ein. Dass die Bank nun sogar mit dem Gedanken spielt, sich von wichtigen Ertragbringern zu trennen, lässt aber aufhorchen. Mit dem Verkauf der Deutschen Hypothekenbank würde die Bank einen Teil ihres geschäftlichen Fundamentes wegsprengen.
Dies lässt zwei Erklärungen zu: Entweder rechnet die Nord/LB damit, dass sich die Lage auf den Immobilienmärkten in Zukunft stark verschlechtert. Dann könnte es sinnvoll sein, diesen Geschäftsbereich rechtzeitig loszuwerden. Oder aber die Bank steckt so tief im Schlamassel, dass sie nun in Notmaßnahmen Zuflucht suchen muss, die unter strategischen Gesichtspunkten verfehlt sind. Vielleicht jedoch hat der Vorstand sogar noch eine dritte Erklärungsvariante parat. Von Albrecht Scheuermann

 

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