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NordLB streicht nach Riesenverlust viele Jobs

Geschäftsbericht NordLB streicht nach Riesenverlust viele Jobs

Die riesigen Verluste im Schiffskreditgeschäft reißen die Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) noch tiefer in die roten Zahlen als schon angekündigt. Nach einem Verlust von fast 2 Milliarden Euro im Jahr 2016 plant die Bank nun massive Kostensenkungen.

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Der Vorstandsvorsitzende der NordLB, Thomas Bürkle, bei der Bilanz-Pressekonferenz am Donnerstag.

Quelle: Peter Steffen/dpa

Hannover. „Ein einfaches Weiter-so“ dürfe es nicht geben, sagte Bankchef Thomas Bürkle. Wie viele Stellen gestrichen werden, konnte er noch nicht sagen. Es werde aber „keine ganz kleine Zahl“ sein, sagte er.

Die Nord/LB hatte bereits vor etlichen Monaten die Öffentlichkeit auf einen Verlust von „mehr als einer Milliarde Euro“ vorbereitet. Im Endergebnis wurden es nun nach Steuern sogar 1,96 Milliarden Euro. Ursache dafür sei allein eine weitere Verschlechterung der Lage auf den Schifffahrtsmärkten in Kombination mit dem starken Dollar, hieß es. Deshalb habe die Bank ihre Risikovorsorge in diesem Bereich nochmals aufstocken müssen. Der Konzern legte über 2,9 Milliarden Euro für faule Schiffskredite zurück – mehr als dreimal so viel wie im Jahr zuvor.

Wie der Nord/LB-Vorstand zu erkennen gab, entfällt ein großer Teil der zusätzlichen Belastungen auf die Bremer Landesbank. Die Nord/LB-Tochter hatte erst kürzlich wegen der Probleme im Schiffsgeschäft selbst einen deutlich größeren Verlust bekannt gegeben, dies schlägt nun auf die Nord/LB-Bilanz durch. „Die Belastungen aus Bremen sind viel größer hereingekommen als gedacht“, sagte Bürkle.

Die Nord/LB hatte die Bank in Bremen, die ihr bislang schon mehrheitlich gehörte, zur Jahreswende vollständig übernehmen müssen, weil die hohen Verluste das Eigenkapital aufgezehrt hatten. Durch die jüngste Marktentwicklung ist die Situation noch schwieriger geworden.

Deshalb hat die Nord/LB jetzt ein Ende der Bank beschlossen. Sie werde mit der Nord/LB fusioniert, wie Bürkle Donnerstag bekannt gab. Die Nord/LB verspricht sich davon erheblich größere Kosteneinsparungen. Bürkle betonte jedoch, dass der Standort Bremen bestehen bleibe. Entscheidend sei, dass es keine Überschneidungen zwischen den Standorten mehr gebe. Zum Beispiel soll die Schiffsfinanzierung künftig allein von Hannover aus betrieben werden, während Bremen die Firmenkunden in Nordwestdeutschland betreuen soll.

„Die Schiffskrise ist wahrscheinlich die größte Herausforderung in der 250-jährigen Geschichte der Bank“, sagte Bürkle. Sie biete jedoch auch „eine Chance, die Bank effizienter aufzustellen“. Bis 2020 sollen 150 bis 200 Millionen Euro an Kosten eingespart werden. Über die personellen Auswirkungen des Programms „One Bank“ wollte sich der Bankchef noch nicht äußern. Entlassungen wolle man auf jeden Fall vermeiden, „aber Zusagen können wir nicht geben“. Ende 2016 beschäftigte der Konzern rund 6400 Mitarbeiter.

Rückendeckung erhält Bürkle für seinen Kurs vom Finanzministerium in Hannover. Die Ursachen der Schiffskrise seien vor zehn Jahren und früher gelegt worden, erklärte das Ministerium. „Die Landesregierung ist seit Amtsantritt mit der Bewältigung der Folgen befasst.“ Sie unterstütze das Konzept des Vorstandes und erwarte „eine Gesundung der Bank aus eigener Kraft“.

 

Bank will 2017 wieder im Plus abschließen

Nach den tiefroten Zahlen im vergangenen Jahr peilt die Nord/LB für 2017 wieder einen Gewinn an. Das Jahr habe sehr gut begonnen, sagte Bankchef Thomas Bürkle. Allerdings werde das Ergebnis erneut durch Abschreibungen auf Schiffskredite belastet werden, die aber nicht mehr so groß ausfallen sollen wie 2016. Alle anderen Geschäftsbereiche der Bank hätten wieder gute Ergebnisse abgeliefert, hieß es.

„Die Nord/LB ist nicht nur Schiffe“, betonte Bürkle. 85 Prozent des Portfolios entfallen auf andere Segmente. So sieht sich die Bank als einen der globalen Marktführer in der Finanzierung von Windenergieanlagen, die hohe Gewinne abwirft. Auch die Flugzeugfinanzierung ist eine lukrative Spezialität der Nord/LB. Doch sogar im Bereich der Schifffahrt gebe es weiterhin gute Geschäftschancen, zum Beispiel im Kreuzfahrtsektor, hieß es.

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