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Niedersachsen Über zehn Investoren stehen bereit
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Über zehn Investoren stehen bereit
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18:16 10.10.2018
Die neue Eigentümerstruktur der Nord/LB könnte bis zum Jahresende feststehen. Quelle: dpa
Hannover

Nach Angaben der niedersächsischen Landesregierung haben mehr als zehn Investoren Interesse an einem Einstieg bei der Norddeutschen Landesbank (Nord/LB) angemeldet. „Das Bieterverfahren ist gut angelaufen“, sagte Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) am Mittwoch nach einer Sitzung des Haushaltsauschusses des Landtages in Hannover. „Damit haben wir eine gute Grundlage für eine Auswahl.“

Dem Vernehmen nach soll bis zum Jahresende feststehen, wie die neue Eigentümerstruktur der Nord/LB aussieht. Aktuell hält das Land Niedersachsen 59 Prozent der Anteile, der Rest verteilt sich aus die Sparkassenverbände und das Land Sachsen-Anhalt. Niedersachsen darf ohne Hilfe anderer Investoren keine weiteres Steuergeld nachschießen, weil die EU-Kommission das als Beihilfe bewerten könnte. Damit stünde die Gefahr eine Abwicklung der Bank im Raum.

Der Kapitalbedarf der Nord/LB wird in der Branche auf 3 bis 5 Milliarden Euro taxiert. Die exakte Höhe hängt auch davon ab, in welchem Umfang die Bank sich von Altlasten befreien kann. Notleidende Schiffsdarlehen hatten der Bank 2016 einen Rekordverlust von knapp 2 Milliarden Euro beschert. Den Bestand an Schiffskrediten will die Nord/LB bis Ende nächsten Jahres auf unter 5 Milliarden Euro drücken, Ende Juni standen noch 7,7 Milliarden Euro in den Büchern.

Unter den Bietern für die Bank sollen sich vor allem internationale Finanzinvestoren befinden. Von den Landesbanken wurden bisher der LBBW aus Stuttgart und der Frankfurter Helaba Interesse nachgesagt – die LBBW soll mittlerweile abgewunken haben. Eine öffentlich-rechtliche Lösung hätte für die Nord/LB den Vorteil, dass sie im Haftungsverbund der Landesbanken bleiben könnte. Ein solches Modell favorisieren auch die Sparkassen.

Die Landesregierung ist offenbar bereit, einen Milliardenbetrag in die Hand zu nehmen, um nach einer Kapitalerhöhung die Mehrheit an der Nord/LB zu behalten. Finanzminister Hilbers habe im Haushaltsausschuss aber deutlich gemacht, dass diese Summe nicht aus dem Landeshaushalt finanziert werden solle, berichteten Teilnehmer. Als Vehikel dafür böte sich eine landeseigene Beteiligungsgesellschaft an. „Wir wollen, dass Kreditentscheidungen für den Mittelstand weiter in Niedersachsen fallen“, sagte Hilbers im Anschluss. Zudem gehe es um die Sicherung der Arbeitsplätze und des Landesvermögens.

Die oppositionelle FDP im Landtag kritisiert die Pläne der Landesregierung. „Die Steuerzahler sollten die Nord/LB nicht mit weiteren Milliarden Euro stützen“, sagte der stellvertretende Fraktionschef Jörg Bode. Die FDP plädiert für eine Privatisierung: „Die Bank gehört in die Hände von Profis.“ Auch die Grünen sehen das Vorhaben skeptisch. „Alternativ muss auch eine sehr deutliche Schrumpfung der Bank in Verbindung mit dem Verkauf von werthaltigen Teilen geprüft werden“, sagte der finanzpolitische Sprecher Stefan Wenzel.

Von Jens Heitmann

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